Karibik unter Palmen

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© Sorin Colac - shutterstock.com

Wenn, dann richtig, dachten sich Irma und Gerold Kuhlmann aus Varel und machten im März eine Kreuzfahrt durch die nördliche und südliche Karibik mit der Mein Schiff 1. Dabei erlebten sie – wie im Bilderbuch – die „Karibik unter Palmen“.

Gerold und Irma Kuhlmann aus Varrel
Gerold und Irma Kuhlmann aus Varrel

Wer erinnert sich nicht an den kalten Frühling, der sich eher als Winter präsentierte? Bye, bye, Deutschland, dachte sich das Ehepaar Kuhlmann aus dem nordfriesischen Varel und tauschte den Jadebusen gegen die Karibik. Gebucht hatten sie ihre Reise in der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale, nachdem sie durch diese Zeitung auf „ihre“ Kreuzfahrt gestoßen waren. Es war bereits ihre dritte Schiffsreise. Nach telefonischer Beratung von Kreuzfahrt-Beraterin Sabrina Pistler hatten sie sich für eine Innenkabine auf der Mein Schiff 1 entschieden. Es war vorhersehbar, dass sie sich die meiste Zeit auf dem Sonnendeck aufhalten und die Kabine nur zum Schlafen und Duschen nutzen würden. Außerdem litt niemand von ihnen unter Platzangst oder hatte morgens das Gefühl, aus der Kabine das Sonnenlicht sehen zu müssen. Also sprach nichts gegen die Wahl einer Innenkabine – und das noch zum vergünstigten Glückskabinenpreis. Da sie rechtzeitig gebucht hatten, konnten sie aus dem limitierten Kontingent noch eine Kabine erhaschen, und so starteten sie am 1. März.

26 Grad im Schatten

Erst fuhren sie von Varel aus mit dem Zug nach Düsseldorf, wo sie vor ihrem Weiterflug nach Barbados übernachteten. Früh morgens ging es dann los, und bereits am Nachmittag konnten sie auf dem Sonnendeck der Mein Schiff 1 Kaffee und Kuchen genießen. „Die ganze Organisation bis zur Ankunft auf dem Schiff hat einwandfrei geklappt. Das begeistert mich immer wieder“, freut sich Irma Kuhlmann. Jetzt hieß es nur noch „Koffer auspacken und ab auf das Sonnendeck“. An Land gingen sie nicht mehr, denn nach dem frühen Aufstehen und dem Flug waren sie schlichtweg müde. Um 23:00 Uhr legte das Schiff in Bridgetown ab und machte sich auf den Weg nach Roseau, doch vorher gab es noch einen entspannenden Seetag. Und der kam den Kuhlmanns gerade recht, denn so konnten Sie nach der unwirtlichen Zeit in Deutschland endlich Wärme tanken. Liegen gab es genug, sie suchten sich immer ein Schattenplätzchen möglichst weit oben an Deck aus, um in den Genuss einer frischen Brise zu kommen. Ein erholsamer Tag – mit kulinarischen Leckereien und natürlich reichlich Mineralwasser zwischendurch: „Das ist wirklich toll an dem Inklusiv-Konzept, dass man jederzeit Kaffee, Tee, Wasser oder Cola trinken konnte, ohne extra dafür zu bezahlen“, so Irma Kuhlmann. Auch gefiel ihr gut, dass beim Abendessen der Wein nicht aus der Karaffe, sondern in der Flasche an den Tisch kam.

Kaffee und Papayas

Pool auf TUI KreuzfahrtschiffDer erste Landaufenthalt führte unsere Kreuzfahrer direkt in den Regenwald. Von Roseau auf Dominica startete der Ausflug und brachte die beiden zum Staunen: Hier gab es eine fruchtige Vielfalt von Kaffee über Kakao, Bananen, Pampelmusen, Orangen bis hin zu Papayas. Das Klima war gut zu ertragen und lange nicht so feucht wie erwartet. Die zweite Tageshälfte gehörte dem Sonnendeck.

Paddeln durch Mangrovenwälder

Auf Antigua hatten die Kuhlmanns einen ganz besonderen Ausflug gebucht. Erst ging es mit dem Schnellboot zur Kajakstation, wo sie sich ins Zweier-Kajak setzten und mit der Gruppe ganz entspannt durch die Mangrovenwälder paddelten. Anschließend fuhr sie das Schnellboot durch die illustre Inselwelt zu einer Pelikankolonie. Auf Bird Island gab es abschließend noch die Gelegenheit zum Sonnen und Schnorcheln. Auf der einen Seite lag die Karibik mit ihren Inseln, auf der anderen Seite das offene Meer – ein Traum in Blau.

Lesen statt Shoppen

Philipsburg auf St. Maarten ist gemeinhin als Einkaufs-Paradies bekannt. Als Irma und Gerold Kuhl-mann jedoch die Läden der Inseln erobern wollten, waren diese schon von zahlreichen anderen Touristengruppen belegt. So ließen sie sich mit dem Wassertaxi lieber wieder zurück aufs Schiff bringen und widmeten sich ihrer Urlaubslektüre.

Imposante Findlinge

Karibik Strand AntiguaAuf Tortola machte sich unser Paar auf eigene Faust auf den Weg. Erst fuhren die beiden mit der Fähre nach Roadtown, dann führte sie ein weiteres Schiff zur Insel Virgin Gorda, bekannt für ihre imposanten Granitfelsen namens „The Baths“. Hier liefen sie durch die Felsenlandschaft, hangelten sich an den Kletterhilfen hoch und runter und liefen immer wieder durch das Wasser, bis sie zur Belohnung an „ihrem“ Traumstrand landeten.

Die Abende an Bord verbrachten die beiden fast immer beim Italiener und gingen von dort aus auf die Heckterrasse der Tapas-Bar, um den Blick auf das Wasser und den Abendhimmel zu genießen.

Unter Palmen

La Romana in der Dominikanischen Republik war nach einem Seetag erreicht. Das Frühstück verbrachten sie stets im Atlantik, weil sie es als ruhiger empfanden als das
Buffetrestaurant Ankelmannsplatz. Anschließend führte sie ein Ausflug an einen Traumstrand mit weißem Sand und Schatten spendenden Palmen – wie im Kino. Da nicht viele Urlauber zu diesem Zeitpunkt anwesend waren, gab es Liegen und Platz ohne Ende.

Leuchtturm in Sicht

Auf Aruba machte sich unser Paar nach einem erholsamen Schiffstag mal wieder selbstständig und setzte sich in einen Linienbus, der sie die Küste entlang fuhr und seine Endstation an einem Leuchtturm hatte. „Es ist unglaublich, wie günstig man das Land erkunden kann – für zwei bis drei Dollar ist man mit einer Busfahrt dabei und sieht unglaublich viel“.

Geschichte auf Curaçao

Den Likör „Blue Curaçao“ kennt fast jeder, deren Hauptstadt Willemstad war für unsere Kreuzfahrer neu. Ausgezeichnet als Weltkulturerbe, fasziniert der Ort durch seine Multi-Kulti-Architektur, die teilweise über 300 Jahre alt ist. Zunächst schauten sie sich die Stadt zu Fuß an. In der City trafen sie auf einen Holländer, der exzellent Deutsch sprach und sie in seinem Bus über die Insel fuhr. Viel erfuhren sie über Land und Leute, die Geschichte der Sklaverei, die die Insel prägte, und ein staatliches Renovierungsprojekt eines Stadtteils, welches den Bewohnern bald komfortable Wohnungen mit modernen Bädern bieten soll. Auf der Rundfahrt begegneten ihnen auch freie Flamingos, die sie gut vor die Linse ihrer Kamera bekamen. Der Bus brachte sie anschließend zu einer felsigen Küste, deren wilde Brandung ein imposantes Naturschauspiel bot.

Wellenwunder

In Castries auf St. Lucia mieteten sich die Kuhlmanns spontan mit zwei weiteren Paaren einen Taxibus und ließen sich zu einem besonders hübschen Strand bringen. Schließlich zählt St. Lucia zu den schönsten Inseln der Karibik. Dort wurden sie von kräftigen Wellen überrascht und beim Baden ordentlich durchgeschüttelt. Schon als sie von Barbados aus starteten, hatten sie die Insel umrundet und konnten die markanten Felsenkegel „Pitons“, die Wahrzeichen des Eilands, bewundern, die vom vulkanischen Ursprung St. Lucias zeugen.

Salz auf der Haut

Auf Grenada war es sehr, sehr heiß. Also lautete die Devise: Ab in das Wassertaxi und schnell zum  Strand! Das Wasser war angenehm warm, man konnte sich einfach hineinlegen und sich entspannen. Während sie am Strand spazieren gingen, merkten unsere Kreuzfahrer förmlich, wie die Salzkristalle auf der Haut eine hauchdünne Kruste bildeten.

Nachschlag

Am letzten Tag legte das Schiff wieder in Bridgetown an, dem Start- und Zielpunkt der Kreuzfahrt. Da der Flug erst nachts zurück ging, nutzten sie das Angebot, noch bis zum Nachmittag auf der Mein Schiff 1 zu bleiben. Dazu mussten sie zunächst mit dem Gepäck auschecken und die Passkontrolle der Behörden passieren, die sich praktischerweise im Casino eingefunden hatten. Dann fuhren sie zunächst zur Station und wieder zurück auf das Schiff – so schreiben es die Regularien des Landes vor. Nach diesem kleinen Intermezzo konnten sie noch einen herrlichen Sonnentag an Bord genießen, bevor sie der Flieger zurück in die winterliche Heimat beförderte. Zum Glück lässt die nächste Kreuzfahrt nicht lange auf sich warten, denn im Oktober geht es zu den Kanaren.

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Thomas Rolf

Den Entdeckergeist hat Thomas Rolf vor vielen Jahren bei sich entdeckt. Schon in der Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann Anfang der 90er Jahre haben es ihm insbesondere Kreuzfahrten angetan. Heute ist er quasi ein wandelndes Lexikon, wenn es um Reisen auf dem Wasser geht. Der heutige Geschäftsführer der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale selbst favorisiert das Mittelmeer für seine persönliche Kreuzfahrten: Und dies aus ganz einfachen Gründen: „Es gibt viele traumhafte Orte zu entdecken und in zweieinhalb Stunden Flugzeit ist man auf dem Schiff.“

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