Volle Kraft voraus! – Hafenstädte und Werften am Limit

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Wie lange hält der Kreuzfahrt-Boom noch an? Aktuell scheint kein Ende in Sicht. Wo man hinschaut wird das Angebot erweitert, denn die Nachfragte wächst unaufhörlich. Weil immer mehr Routen angeboten werden, nimmt jetzt der Druck auf die Hafenstädte und Werften zu.

Engpässe in Werften und Häfen

Die Kreuzfahrtbranche entwickelt sich schnell voran – doch es könnte noch viel rasanter zugehen, wenn da nicht zwei limitierende Faktoren im Spiel wären. Zum einen ist die Kapazität der Hafenstädte nicht unbegrenzt und zum anderen sind die Werften derzeit voll ausgelastet. Allein in diesem Jahr wird ein Dutzend neuer Schiffe in den Dienst gestellt, dabei gibt es nur wenige Standorte, die dazu in der Lage sind diese zu bauen. In Europa gibt es nur vier Schiffsbauer, die diesen Ansprüchen genügen – zu ihnen zählt übrigens auch die Meyer-Werft in Papenburg.

6,7 Millionen Passagiere – Tendenz steigend

Gern angelaufene Kreuzfahrthäfen stehen Jahr für Jahr vor einer regelrechten Zerreißprobe. In Dubrovnik kamen beispielsweise im Juni an einem Tag 9000 Gäste an. Auch die beste Organisation hilft nichts mehr, wenn die Terminals einfach aus allen Nähten platzen.

Große Hafenstädte wie Hamburg bauen eifrig an neuen Anlegestellen. Die Bewohner der Hansestadt genießen es, wenn die großen Luxusdampfer in der selbst ernannten „schönsten Stadt der Welt“ einlaufen. Damit dies in Zukunft der Fall sein wird, laufen die Planungen für zusätzliche Kreuzfahrterminals bereits auf Hochtouren. Während in Hamburg die Zustimmung seitens der Bevölkerung hoch ist, gibt es auch Menschen, die den Kreuzfahrttourismus aus ihrer Stadt am liebsten verbannen würden.

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Die Einwohner haben genug!

Venedig, die schwimmende Stadt, hat sich als beliebtes Ziel für Kreuzfahrten etabliert. Das Terminal ist gut frequentiert und gehört zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Allerdings sind die Venezianer wenig begeistert vom Massentourismus. Auch auf Malta und in Barcelona droht die Stimmung zu kippen – Lärm, Gestank und volle Straßen im Hafenbereich treiben die Einwohner der Hafenstädte zur Weißglut.

Die Lösung?

Ein möglicher Lösungsansatz könnte die Entzerrung der Kreuzfahrterminals sein. Länder mit langen Küstenregionen könnten ihre Kreuzfahrtterminals in weniger besiedelten Regionen errichten und die Gäste dann per Shuttle zum eigentlichen Ziel befördern. Kreuzfahrtziele wie Rom, die nicht direkt am Meer liegen, haben damit gute Erfahrungen gemacht.

Allerdings würde damit sicherlich das Flair der einen oder anderen Route verloren gehen. Schließlich lebt die Kreuzfahrt-Atmosphäre auch von der Einfahrt in die großen, bekannten Häfen – ein Erfolgsfaktor, den man nicht aufs Spiel setzen sollte.

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Melanie Pigorsch

Seit vielen Jahren berät Melanie Pigorsch Ihre Kunden, wenn es um die schönste Zeit des Jahres geht. Seit ihrem Start in der Touristik schlägt Ihr Herz für Kreuzfahrten. Neben den am meisten nachgefragten Kreuzfahrten von AIDA und TUI Cruises, kennt sich Melanie Pigorsch auch bestens im Segment der internationalen Reedereien aus und ist dabei besonders angetan von den Schiffen von Cunard und Holland America.

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