Kreuzfahrt in Zeiten von Corona

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Blaue Reise mit der Mein Schiff 2

Monatelang standen die Kreuzfahrtschiffe still und viele Kreuzfahrt-Fans haben sehnlichst darauf gewartet, dass es am 24. Juli endlich wieder hieß ‚Leinen los!‘. Als erstes Hochsee-Kreuzfahrtschiff stach die Mein Schiff 2 nach dem Corona bedingten Lockdown für drei Nächte von Hamburg aus in See. Das Ziel? – das Meer; denn Landgänge gab es auf dieser Kreuzfahrt nicht.

Selbst für manche Kreuzfahrtliebhaber war es eine Reise ins Ungewisse: Was hat sich geändert? Was muss man beachten? Kann man den Urlaub an Bord genießen? Kann eine Kreuzfahrt in Zeiten von Corona funktionieren? – Wir waren für euch dabei, um uns einen Eindruck von einer Kreuzfahrt unter den aktuellen Bedingungen zu machen.

Check-in
Schon vor der Anreise selbst gibt es ein neues Prozedere: Damit das Einchecken am Hafen kontaktlos erfolgen kann, ist jeder Passagier dazu verpflichtet vorab einen Online-Check-in zu machen. Bei diesem Online-Check-in erhält man ein Zeitfenster von einer Stunde in der man aufs Schiff gehen soll, damit nicht alle Gäste zeitgleich im Hafenterminal aufeinandertreffen und Menschenansammlungen so vor Ort vermieden werden können. Zusätzlich gibt es einen einseitigen Gesundheitsfragebogen, den man möglichst erst am Morgen des Anreisetags ausfüllen soll und beim Check-in im Hafenterminal abgeben muss.

Auf dem Parkplatz vor dem Hafenterminal und in der Halle selbst herrscht Maskenpflicht und Mitarbeiter der Reederei achten darauf, dass der Mindestabstand von 1,5 m eingehalten wird. Vorm Betreten des Hafenterminals wird die Körpertemperatur jedes einzelnen Passagiers gemessen – natürlich kontaktlos.

Mund-Nasen-Schutz und Abstandsregeln / Sicherheitseinweisung
Das Erste was an Bord auffällt: man hat Platz, viel Platz. Durch die maximale Auslastung von 60 Prozent waren knapp 1.200 Passagiere (Normalbetrieb 2.800 Passagiere) an Bord. Außerdem merkt man auch direkt, dass die Hygienestandards entsprechend erhöht wurden: vermehrte Desinfektionsspender, Markierungen auf dem Boden zur Einhaltung des Mindestabstands und auf der Kabine liegt ein Set Mund-Nasen-Schutzmasken.
Der Mund-Nasen-Schutz muss in allen Innenbereichen sowie dort, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, getragen werden. In den Fahrstühlen dürfen maximal 4 Personen mitfahren und in den Shops herrscht mehr oder weniger ein Einbahnstraßensystem.

Auch neu geregelt ist die Seenotrettungsübung: Nachdem man an Bord gekommen ist, geht man eigenständig zur vorgegeben Musterstation. Mit insgesamt maximal 10 Passagieren, jeder an einem festen/zugewiesenen Platz stehend, erhält man eine kurze Sicherheitseinweisung.

Restaurant und Bars
In den Restaurants und Bars herrscht ebenfalls Maskenpflicht. Sobald man an seinem eigenen Tisch sitzt, darf diese natürlich abgelegt werden. Das Servicepersonal trägt durchgehend einen Mund-Nasen-Schutz oder ein Visier.

Vor dem Restaurantbesuch wird man dazu aufgefordert sich seine Hände gründlich zu waschen und zu desinfizieren. Im Anschluss wird einem ein Tisch zugewiesen – auch in den Buffetrestaurants. Das Besteck hängt hier nicht mehr wie gewohnt am Besteckständer, sondern wird jedem Gast in einer eingeschweißten Papiertüte gegeben. Am Buffet kann man sich das Essen immer noch nach Belieben zusammenstellen, man darf sich allerdings nicht mehr selbst bedienen. Die Speisen und Getränke werden vom Servicepersonal – die Teller jeweils mit einer Haube abgedeckt – rausgegeben.

In den á la carte Restaurants und Bars ruft man sich die Speise-/Getränkekarte über einen QR-Code oder die schiffseigene App auf dem Handy auf. Auf Nachfrage gibt es die Speisekarten auch in Papierform, die nach dem Gebrauch entsprechend entsorgt werden.

Vor den Restaurants wird außerdem jeden Morgen die Temperatur jedes einzelnen Gastes kontrolliert. Das funktioniert wie auch bei der Einschiffung kontaktlos, schnell und unkompliziert.

Bordleben
Auch bei den Unterhaltungsangeboten an Bord gilt es Abstand zu halten. Daher muss man sich – egal an welchem Angebot man teilnehmen möchte (Theatervorstellungen, Workshops, Fitnesskurse, etc.) – vorab in der schiffseigenen App oder an der Rezeption anmelden bzw. einen Platz reservieren. Da so natürlich weniger Gäste auf einmal am Unterhaltungsprogramm teilnehmen können, werden gerade die Shows/Theatervorstellungen mehrmals täglich angeboten.

Bestimmte Bereiche wie die Sauna und die Disco sind natürlich noch geschlossen, für andere Unterhaltung ist aber dennoch ausreichend gesorgt.

 

Insgesamt hatten wir ein tolles, entspanntes Wochenende an Bord der Mein Schiff 2 mit einigen Gänsehautmomenten. Wir haben es sehr genossen und uns auch zu keiner Zeit unwohl oder unsicher gefühlt. Der Mund-Nasen-Schutz ist ja bereits ein alltäglicher Begleiter und auch die neuen Hygiene-Maßnahmen wurden so gut ins Bordleben integriert und subtil umgesetzt, dass man sich als Gast nicht eingeschränkt fühlt.

Es war etwas anders als gewohnt und einiges neu, aber alles in allem war es eine gelungene Kreuzfahrt mit einem überzeugenden Hygienekonzept und wir können mit Sicherheit sagen, dass das ‚normale‘ Urlaubsgefühl definitiv nicht beeinträchtigt wird und man eine Kreuzfahrt unter den aktuellen Bedingungen genießen kann.

 

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