Unvergessliche Momente – Luxuskreuzfahrten liegen im Trend

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© Maxsol - shutterstock.com

Luxuskreuzfahrten liegen im Trend. Dabei kommt es den Urlaubern aber nicht mehr nur auf materiellen Luxus an. Kaviar zum Frühstück und teurer Champagner als Aperitif? Das war einmal. Protzen ist nicht mehr schick. Menschen, die Luxus auf ihren Reisen suchen, geben sich mit solchen Dingen nicht mehr zufrieden. Der neue Luxus ist emotional, er ist ein exklusives Erlebnis, ein Moment, den nicht jeder haben kann. Genau dort holen viele Luxuskreuzfahrt-Anbieter derzeit ihre Kunden ab.

Immaterieller Luxus auf Kreuzfahrten

Denn Luxus ist nicht mehr nur materiell. Diejenigen, die schon alles haben, sind eher auf der Suche nach dem besonderen Moment, der ihnen immer in Erinnerung bleibt. Luxuskonsumenten fragen heute laut der Unternehmensberatung Boston Consulting Group nach „erlebbarem Luxus“ – speziell in Form exklusiver Urlaubsreisen. Besonders beliebt sind kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten sowie Naturerfahrungen.

Selbstverständlich heißt das nicht, dass auf materiellen Luxus komplett verzichtet wird. Hochklassige Beauty-Produkte, exklusive Bettwäsche und Handtücher, qualitativ hochwertige Lebensmittel und viel Platz sind immer gefragt auf Luxusreisen. Aber auch der Wohlfühl-Faktor – und damit Komfort, Wellness und Service – steht bei Reisenden dieser Tage besonders hoch im Kurs. Die Atmosphäre auf dem Schiff muss stimmen. Anbieter müssen also noch eine Schippe drauflegen. Laut dem Kreuzfahrtverband Clia reagieren Reedereien darauf mit Jachtreisen, Conciergeservice, Exklusivtouren, Gourmetküche oder persönlichen Butlerdiensten.

Luxus in Form von Erlebnissen

Diesen Trend bestätigt auch Pressesprecherin Annelie Streese von Hapag-Lloyd Cruises, für die zum Beispiel die EUROPA und ihr Schwesterschiff, die EUROPA 2, auf den Weltmeeren unterwegs sind. „Luxus definiert sich immer mehr über das Sein und das Tun als über das Haben“, sagt Streese. Es gehe um das Erlebnis, nicht um den Besitz. Deswegen müsse man den Kunden mehr als nur die „Hardware“, also zum Beispiel schicke Suiten, anbieten. Mit der EUROPA 2 hat sich das Unternehmen einem modernen Luxus verschrieben. „Die EUROPA 2 ist ein legeres Luxusschiff, das auf gewisse Kreuzfahrttraditionen wie das Captains’s Dinner verzichtet“, sagt Streese. Außerdem gehe man dazu über, sogenannte Formatreisen zu speziellen Themen wie Fashion, Sport, Kunst oder Genuss anzubieten. Darüber hinaus wird darauf Wert gelegt, dass es dem Gast an nichts fehlt.

Die Kabinen verfügen alle über WLAN, Tablet PC und tragbare Telefone. In den Spezialitäten-Restaurants werden Sushi und andere Köstlichkeiten serviert. Während es im Yachtclub ein Buffet gibt, wird in den anderen Restaurants an Bord das Essen à la carte angeboten. An einen Londoner Gentlemen’s Club erinnert die Atmosphäre auf Schiffen von Azamara Club Cruises, der Luxus-Marke von Royal Caribbean Cruises. „Unsere Kunden schätzen, dass sie bei uns auf Menschen mit ähnlichen Vorlieben, Ansichten und Interessen treffen“, sagt Pressesprecher Peter Ulf Geisler. „Luxus ist für sie auch ein anregendes Gespräch mit Entscheidern aus der ganzen Welt.“ Die Flotte besteht aus zwei Kreuzfahrtschiffen für bis zu 690 Reisende, in die erst kürzlich zwecks Modernisierung investiert wurde. Natürliche Materialien wie Stein und Porzellan, großzügigere Bäder, eine Dusche mit Meerblick – all das ist Luxus – für das Unternehmen und seine Kunden.

Das Schiff selbst als Hauptattraktion

Aber nicht nur das Schiff selbst steht im Mittelpunkt. Die Reiseziele und das dortige Programm rücken in den Vordergrund. „Im Trend stehen bei Luxuskreuzfahrten ungewöhnlichere Ziele und kleinere Häfen, die natürlich nur von den kleineren Schiffen angesteuert werden können. Aktuelle Kataloge zeigen unzählige Hafenorte auf, die bisher äußerst selten oder nie angefahren wurden“, sagt der Soziologe Bernhard Jans von der Arbeitsgruppe Kreuzfahrt-Forschung an der Technischen Universität Dresden. Der Luxuskreuzfahrt-Anbieter Silversea aus Monaco bietet zum Beispiel Reisen „in die unberührtesten Landschaften der Welt“. Die Schiffe legen in Häfen auf entlegenen Inseln im Pazifik oder in der Arktis an. Zusätzlich wirbt das Unternehmen mit seinen kleinen Schiffen: Intimität statt Masse. Noch ein Trend scheint sich im Luxussegment zu etablieren: das Rundum-sorglos-Paket mit allem inklusive, auch den Trinkgeldern.

Seabourn Cruise Line, die Luxusmarke des britisch-amerikanischen Kreuzfahrtunternehmens Carnival Corporation & plc, wirbt damit, dass der „Service reine Freude bereiten“ solle. Das heißt auch, dass sich die Gäste keine Gedanken um Trinkgelder machen müssen. Luxuskreuzfahrt muss aber nicht immer Clubcharakter haben. Bernhard Jans zufolge kristallisieren sich zwei Luxus-Urlaubsformen an Bord heraus: einerseits das separierende Konzept, bei dem kleinere Schiffe speziell für das Luxussegment unterwegs sind und Reisende unter sich bleiben. Andererseits das Ship-in-Ship-Konzept, bei dem Teile eines großen Kreuzfahrtschiffs speziell für Luxusreisende ausgestattet und diesen vorbehalten sind. Außerdem werden Mehrgenerationen-Reisen, Aktiv- und Abenteuerurlaube und spezielle Angebote für Familien immer wichtiger. Das zumindest sind die Ergebnisse der jährlichen Messe International Luxury Travel Market in Cannes.

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Daniela Huil

Die Büroleiterin der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale liebt Kreuzfahrten und kann bereits auf unzählige eigens erlebte Kreuzfahrten zurückblicken. Am liebsten genießt Daniela Huil das Kreuzfahrtleben an Bord der Wohlfühlflotte von TUI Cruises. Besonders in Erinnerung bleibt aber die Reise mit der MS Europa 2 von Singapur bis Rangun: „Eine traumhafte Mischung aus Luxus pur auf dem Schiff und unvergesslichen Eindrücken – von der Dynamik Kuala Lumpurs über die religiöse Vielfalt Ranguns bis hin zur Exotik Indiens.“

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