Havarien bei Kreuzfahrten

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© andrea crisante - shutterstock.com

Havarien bei Kreuzfahrten – was ist im Ernstfall zu tun?

Selbst auf den modernsten Kreuzfahrtschiffen der Welt kann es zu Havarien, Feuer und anderen gefährlichen Situationen kommen. Meist ist hierfür entweder menschliches Versagen oder ein technischer Defekt verantwortlich. Damit die Passagiere auf einen solchen Fall bestens vorbereitet sind, werden zu Beginn einer Kreuzfahrtreise Seenotübungen durchgeführt. Diese sind für die Mitreisenden verpflichtend. Im Folgenden erfahren Sie, wie eine solche Notfallübung abläuft und wie Sie sich im Ernstfall am besten verhalten.

Wissenswertes zur Sicherheit an Bord

In den Schiffskabinen hängen Deckpläne aus. Auf diesen sind die Fluchtwege eingezeichnet. Über diese gelangen die Passagiere auf kürzestem Weg zu den Sammelplätzen an Bord. Zu beachten ist hierbei, dass bei einer eventuellen Flucht kein Fahrstuhl genutzt werden darf. Im Brandfall kann dieser nämlich zu einer tödlichen Falle werden. Des Weiteren befinden sich in den Kabinen Rettungswesten in ausreichender Zahl. Sollten Kinder mitreisen, muss geklärt werden, ob Rettungswesten in deren Größe vorhanden sind. Ansonsten müssen diese vom Servicepersonal erbeten werden. Das gilt auch, wenn eine Rettungsweste in Übergröße benötigt wird.

An Bord eines Kreuzfahrtschiffes ist alles sehr gut ausgeschildert. So ist immer klar erkennbar, wo der nächste Sammelplatz ist. Dennoch ist es wichtig, dass sich jeder Passagier mit den Sicherheitsvorkehrungen an Bord eigenständig vertraut macht. So sollte jeder zu Reisebeginn einmal gucken, wo sich Rettungsboote, Rettungsinseln und Evakuierungsrutschen befinden. Im Ernstfall bleibt dafür nämlich keine Zeit mehr. Sobald diese Informationen bekannt sind, gelingt auch die Seenotübung spielend leicht.

Die Seenotübung – Vorbereitung auf den Ernstfall

Alle Passagiere an Bord eines Kreuzfahrtschiffes sind zur Teilnahme an einer Seenotübung verpflichtet. Diese findet meist noch vor Ablegen des Schiffes, spätestens aber innerhalb der ersten 24 Stunden statt. Eine solche Seenotübung wird im Vorfeld angekündigt, damit es nicht zu Panik kommt. Zu Beginn der Übung schrillt eine Alarmglocke oder der Kapitän startet die Übung mittels einer Durchsage. Diese ist in den Kabinen ebenso zu hören wie auf den einzelnen Decks und in den Freizeitbereichen. Jetzt sind alle Passagiere dazu aufgefordert, sich umgehend zu den Sammelplätzen zu begeben.

Auf dem Weg zu den Sammelplätzen steht die Crew den Passagieren zur Seite. Sie informiert über Wege und verhindert, dass irgendjemand in die Fahrstühle steigt. Anschließend kontrollieren sie, dass niemand in seiner Kabine geblieben ist. An den Sammelplätzen wird dann die Handhabung der Schwimmwesten erklärt. Außerdem zeigt die Besatzung den Mitreisenden, wie das Einsteigen in das Rettungsboot funktioniert. Hier ist auch der richtige Zeitpunkt für Fragen und Erkundigungen. Dafür bleibt im Ernstfall meist keine Zeit mehr.

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© Matteo Gabrieli – shutterstock.com

Wie Sie bei einer Havarie am besten reagieren

Selbst wenn es schwer fällt, ist Ruhe das oberste Gebot bei einer Havarie. Machen Sie sich immer wieder klar, dass Sie sich auf einem großen Kreuzfahrtschiff befinden. Diese sinken wenn überhaupt nur sehr langsam. Sie haben also genügend Zeit, zu den Sammelplätzen zu kommen und sich in Sicherheit zu bringen. Alle Passagiere müssen ihre Rettungswesten mitnehmen und sich zu den Sammelplätzen begeben. Kinder sollten von ihren Eltern hierbei ausgiebig betreut werden. Wer sich bei einer Havarie im Wellnessbereich oder auf dem Pooldeck befindet, braucht keine Angst zu haben. An den Sammelplätzen sind Rettungswesten in genügender Zahl vorhanden. Dies schreibt eine Richtlinie für Kreuzfahrtschiffe vor.

Bei Maschinenschaden kann es zu Brand und Rauchentwicklung kommen. In diesem Fall ist die Orientierung an Bord erschwert. Gelegentlich sind die Wege zu den Sammelplätzen dann voller Rauch. Auch hier ist es unbedingt erforderlich, nicht in Panik zu verfallen. Legen Sie sich auf den Boden des Schiffes und bewegen Sie sich kriechend fort. Unten ist nämlich mehr Sauerstoff vorhanden und die Erstickungsgefahr ist geringer. Außerdem befinden sich hier Leuchtstreifen, die den Weg zum Sammelplatz klar anzeigen. Insbesondere bei Feuer an Bord gilt: Die Fahrstühle sind im Notfall tabu.

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Daniela Huil

Die Büroleiterin der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale liebt Kreuzfahrten und kann bereits auf unzählige eigens erlebte Kreuzfahrten zurückblicken. Am liebsten genießt Daniela Huil das Kreuzfahrtleben an Bord der Wohlfühlflotte von TUI Cruises. Besonders in Erinnerung bleibt aber die Reise mit der MS Europa 2 von Singapur bis Rangun: „Eine traumhafte Mischung aus Luxus pur auf dem Schiff und unvergesslichen Eindrücken – von der Dynamik Kuala Lumpurs über die religiöse Vielfalt Ranguns bis hin zur Exotik Indiens.“

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