Nord- und Ostsee – Den alten Kontinent neu entdecken

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Viele Kreuzfahrer zieht es in die Ferne. Dabei gibt es auch in Europa unglaublich viel zu entdecken. Unberührte Natur, einige der schönsten UNESCO-Welterbestädte und sehenswerte Metropolen – das sind die Zutaten für eine gelungene Kreuzfahrt entlang der nord- und westeuropäischen Küste und auf der Ostsee.

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Diesen Trend haben auch die Reedereien erkannt und bieten deshalb zahlreiche Kreuzfahrten auf Nord- und Ostsee an. Es muss dabei auch gar nicht immer Norwegen sein. Ab Bremerhaven, Hamburg, Kiel oder Warnemünde erlebt man auf wunderschönen Routen nicht nur abwechslungsreiche Landschaften, sondern auch geschichtsträchtige Städte und spannende Metropolen.

Raue Landschaften mit Charme

Die Britischen Inseln bieten alles, was es für eine gelungene Kreuzfahrt braucht: majestätische Schlösser und pompöse Herrensitze, hübsche Cottages mit bunten Gärten, raue Inseln und Küstenabschnitte, Whisky-Destillerien und urige Pubs sowie eine bewegte Geschichte. Viele Reisende denken vermutlich direkt an England und vielleicht noch an Irland oder Schottland. Dabei versteckt sich hinter dem Begriff deutlich mehr. Die Britischen Inseln, inklusive Irland, erstrecken sich über eine Gesamtfläche von 315.134 Quadratkilometern und werden begrenzt von der Nordsee, dem Ärmelkanal und dem Atlantik. Zwischen Irland und Großbritannien liegt zudem die Irische See. Zum Archipel zählen außerdem rund 600 große und kleine Inseln. Je nach Route gehen die Kreuzfahrtschiffe also nicht nur vor England, Schottland, Wales und Irland vor Anker, sondern laufen auch zahlreiche Inseln wie die Orkneys, die Shetland-Inseln und die Isle of Man an.

Vom Schiff aus genießen die Kreuzfahrtgäste auf ihrer Reise zum Beispiel einen beeindruckenden Blick auf die berühmten weißen Kreidefelsen von Dover im Süden Englands, die schottischen Sandstrände oder die bizarren Basaltfelsen des Giant’s Causeway in Nordirland. An Land warten wunderschöne Städte wie London, Edinburgh und Dublin sowie malerische Hafenstädte wie Cork oder Southampton. Einfach nur bummeln, in einem Pub einen Drink genießen oder aber auf eine spannende Entdeckungstour im Umland gehen? Auf den Britischen Inseln ist das überhaupt kein Problem.

Einmal rund um Westeuropa

Es muss nicht immer das Mittelmeer sein. Auch Westeuropa bietet vielfältige und abwechslungsreiche Routen. So lassen sich zum Beispiel Belgien, die Niederlande, Frankreich, Spanien und Portugal bestens auf einer Kreuzfahrt erkunden. Einen Besuch wert ist zum Beispiel das belgische Antwerpen – auch bekannt als die Rubensstadt. Der bekannte Barockmaler und Diplomat lebte hier im 17. Jahrhundert. Darüber hinaus ist Antwerpen berühmt für funkelnde Steinchen. Die besten Diamantschleifer der Welt arbeiten hier. Zahlreiche Juweliere und Diamantenhändler haben hier ihren Sitz. Die raue und gleichzeitig romantische Bretagne mit der Hafenstadt Brest liegt ebenfalls auf der Route. Brest mit seiner mittelalterlichen Festung ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Absolut sehenswert sind unter anderem die Steilküste rund um das Kap Pointe de Penhir mit ihren bizarren Felsformationen und die Jungfraueninsel Île de Vierge mit dem höchsten gemauerten Leuchtturm von Europa.

Durch den Golf von Biskaya geht es schließlich weiter nach Kantabrien und Galicien im Norden Spaniens oder nach Porto in Portugal. Sogar ein Abstecher nach Lissabon, der auf sieben Hügeln erbauten Hauptstadt des Landes, ist möglich.

Metropolen im Westen

Städtetrips sind ja spannend, aber wie wäre es zur Abwechslung mal mit Städtehopping? Zu anstrengend? Keineswegs. Schließlich fährt das Hotel direkt mit. So kann man einige der schönsten Metropolen Westeuropas ganz bequem in einem Urlaub entdecken und dabei ganz nebenbei auch noch Kreuzfahrtluft schnuppern. Auch der zeitliche Aufwand hält sich in Grenzen. Je nachdem, wie viele Tage das Zeitbudget hergibt, kann man die Städte bei einer viertägigen Schnupperkreuzfahrt kennenlernen oder aber direkt länger auf Reisen gehen.

Manch eine Westeuropa-Kreuzfahrt führt zum Beispiel in den Hafen der niederländischen Stadt IJmuiden. Viele starten von hier aus zu einem Ausflug nach Amsterdam. Kein Wunder, ist die Stadt doch kompakt und trotzdem abwechslungsreich. Besuchen kann man etwa das älteste Gebäude, die Oude Kerk, das Anne- Frank-Haus oder eines der zahlreichen Museen.

Für einen Einkaufsbummel empfehlen sich hingegen der Grachtengürtel oder der Blumenmarkt. Um Paris zu sehen, gehen die Kreuzfahrer in Le Havre von Bord. Knapp drei Stunden sind es vom Hafen aus mit dem Bus in die Stadt der Liebe. Die Sehenswürdigkeiten von Frankreichs Hauptstadt sind das aber natürlich allemal wert. Am besten ist es, sich vorab schon ein oder zwei Orte herauszusuchen und sie dann in aller Ruhe zu genießen. Schließlich soll der Urlaub ja nicht in Stress ausarten.

Nicht weniger abwechslungsreich ist die englische Hauptstadt London. Die meisten Kreuzfahrtschiffe legen in Southampton oder Dover an – von hier aus geht es dann mit dem Bus in die englische Hauptstadt. Einige wenige Schiffe können jedoch auf der Themse bis zur Tower Bridge im Herzen der Metropole fahren. Das ist besonders praktisch, um noch mehr Zeit in der Metropole zu verbringen. Egal ob Big Ben und Buckingham Palace, Picadilly Circus und Hyde Park oder der berühmt-berüchtigte Tower of London – die Möglichkeiten in London sind scheinbar unendlich.

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Reiche Geschichte

Es gibt wohl kaum eine Region auf der Welt, wo so viele UNESCO-Welterbestätte so dicht bei einander liegen wie im Ostseeraum. Zurückzuführen ist das auf die bewegte Geschichte der Anrainerstaaten. Schon vor 2.000 Jahren wurde auf der Ostsee reger Handel betrieben. Im Mittelalter schlossen sich dann viele Städte zusammen und gründeten den Bund der mächtigen Hanse, auf dessen Spuren man noch heute wandeln kann. Zum Beispiel im wunderschönen Danzig mit seinen prächtigen Patrizierhäusern in der Langgasse und dem mächtigen Krantor, dem bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.

Geschichtsträchtig ist auch die alte Hansestadt Riga in Lettland. Sie gilt als eine der schönsten Städte des Baltikums und gehört nicht ohne Grund seit 1997 zu den UNESCO-Welterbestätten. Die Altstadt hat sich bis heute ihren Festungscharakter erhalten und die prachtvollen Jugendstilbauten in der Neustadt, die ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden, gelten mit als sehenswerteste der Welt. Auch in Estlands Hauptstadt Tallinn verschmelzen Mittelalter und Moderne. Hier warten der Domberg sowie zahlreiche kopfsteingepflasterte Gassen und Plätze darauf, erkundet zu werden.

Natürlich erkunden Ostseekreuzfahrten aber nicht nur das Baltikum. Auch die Metropolen Skandinaviens liegen auf den Reiserouten der Kreuzfahrtreedereien, allen voran die Haupt-städte Stockholm  in Schweden, Kopenhagen in Dänemark und Oslo in Norwegen sowie Helsinki in Finnland. Die Fahrt durch den ma-lerischen Schärengarten von Stockholm (sie-he auch „Die schönsten Hafeneinfahrten der Welt“ S. 24 – 25) gehört zu den Höhepunkten einer jeden Ostseekreuzfahrt, verspricht sie doch traumhafte Panoramaaussichten. In der Stadt selbst ist das Wasser nie weit, schließlich erstreckt sich die schwedische Hauptstadt über 14 Inseln. Sehenswert ist vor allem die hübsche Altstadt Gamla Stan. Hier liegen bedeutende Gebäude wie das Königliche Schloss, die Deut-sche Kirche und zahlreiche alte Giebelhäuser. Tipp: Besucher können sich auf die Suche nach Järnpojke (deutsch:

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„Eisenjunge“), der kleinsten Skulptur Stockholms, machen.

Eine kleine Skulptur ist auch das Wahrzeichen von Kopenhagen. Die kleine Meerjungfrau sitzt auf einem Stein an der Uferpromenade Langelinie unweit des Hafens und „empfängt“ dort Besucher. Die 1,25 Meter große Bronzestatue erinnert an das gleichnamige Märchen des dänischen Autors Hans Christian Andersen. Cafés, Bars und bunte Giebelhäuser warten am quirligen Nyhavn.

Finnlands Hauptstadt Helsinki ist bekannt für seine Jugendstil-Architektur und die beeindruckende Felsenkirche Temppeliaukio. Je nach Reederei liegen noch viele weitere aufregende Häfen auf den Routen der Ostseekreuzfahrten, etwa das dänische Aarhus, die Europäische Kulturhauptstadt 2017, oder auch Oslo, eine der grünsten Hauptstädte der Welt.

Unberührte Naturlandschaften

Nicht nur Städtefans kommen im Baltikum auf ihre Kosten. Was der ein oder andere vielleicht noch nicht wusste: Auch die Natur entlang der Ostseeküste ist atemberaubend schön. Insgesamt gibt es im Baltikum 14 Nationalparks, davon die Hälfte direkt an der Küste. In der Nähe von Klaipeda in Litauen liegt zum Beispiel der Nationalpark Kurische Nehrung mit seiner weiten, geschützten Küstenlandschaft.

In Lettland, etwa eine Stunde von der Hauptstadt Riga entfernt, befindet sich das Städtchen Sigulda. Es grenzt direkt an den Nationalpark Gauja. Diese malerische Gegend wird auch die lettische Schweiz genannt. Aufgrund der bewegten Geschichte gibt es in der Region um Sigulda eine ganze Reihe Burgen und Schlösser.

Ebenso spannend und interessant ist sicherlich eine geführte Moorwanderung im Laheema-Nationalpark in Estland. Hier warten Sümpfe, Moore, verschiedene Waldformen und kleine Waldseen darauf, von den Kreuzfahrtgästen erkundet zu werden. Auch die skandinavischen

Länder sind ein Garant für einmalige Naturerlebnisse. Ein ganz besonders rasanter Spaß sind zum Beispiel Fahrten mit sogenannten RIB-Booten durch die finnischen und schwedischen Wasserwelten rund um Helsinki und Stockholm. Die Schlauchschnellboote sind bis zu 70 Stundenkilometer schnell.

Prunkvolles St. Petersburg

Ein absoluter Höhepunkt auf Ostseekreuzfahrten ist die russische Stadt St. Petersburg – die nördlichste Millionenmetropole der Welt. Die von Zar Peter dem Großen im Jahr 1703 im Sumpfgebiet der Newa-Mündung gegründete Stadt trägt auch den Beinamen „Venedig des Nordens“. Zu verdanken hat sie ihn nicht nur den 44 Inseln und 68 Kanälen, sondern auch den 500 kleinen und großen Brücken, die das Stadtbild prägen. Wer die Stadt besucht, gerät also nicht ohne Grund ins Schwärmen.

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Für viele ist das prächtige St. Petersburg eine der schönsten Städte der Welt. Äußerst beeindruckend sind auch die sage und schreibe 2.300 Prunkbauten in der ehemaligen Zarenstadt. Darunter architektonische Schmuckstücke wie die imposante Isaakskathedrale mit ihrer goldenen Kuppel, das eindrucksvolle Schloss Peterhof und der überwältigende Katharinenpalast vor den Toren der Stadt. Die berühmteste Sehenswürdigkeit von St. Petersburg, neben dem Katharinenpalast, ist aber wohl die Eremitage. Der Bau mir der farbenfrohen Fassade ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Erst 2018 kam eine weitere Sehenswürdigkeit in der Stadt hinzu. Das Lakhta Center ist mit einer Höhe von 462 Metern das höchste Gebäude Europas. Gut zu wissen: Während die meisten Anrainerländer der Ostsee zur EU gehören und problemlos besucht werden können, braucht man ein Visum, wenn man St. Petersburg auf eigene Faust erkunden möchte.

Infokasten:

Abfahrten ab Deutschland

Es gibt mehrere gute Gründe für eine Kreuzfahrt ab Deutschland.

Mehrere Häfen zur Auswahl:

Zum Beispiel Hamburg, Kiel, Bremerhaven oder Warnemünde.

Große Auswahl an Schiffen: Fast alle
Reedereien bieten mittlerweile Kreuzfahrten ab/bis Deutschland an. Dementsprechend groß ist die Auswahl an Schiffen.

Der Norden hat einiges zu bieten:

Nordsee und Ostsee, Skandinavien, die Britischen Inseln oder die wunderschöne Atlantikküste.

Zeit und Geld sparen:

Die deutschen Kreuzfahrthäfen sind einfach und schnell mit dem Auto oder der Bahn zu erreichen.

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Melanie Pigorsch
Seit vielen Jahren berät Melanie Pigorsch Ihre Kunden, wenn es um die schönste Zeit des Jahres geht. Seit ihrem Start in der Touristik schlägt Ihr Herz für Kreuzfahrten. Neben den am meisten nachgefragten Kreuzfahrten von AIDA und TUI Cruises, kennt sich Melanie Pigorsch auch bestens im Segment der internationalen Reedereien aus und ist dabei besonders angetan von den Schiffen von Cunard und Holland America.

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