Die Klassifizierung von Kreuzfahrtschiffen

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Die Klassifizierung von Kreuzfahrtschiffen: Zwischen Größe und Trend

Eine einheitliche, verbindliche Klassifizierung für Kreuzfahrtschiffe existiert bisher nicht. Jedoch gibt es verschiedene Anknüpfungspunkte, um Schiffe zu bewerten. Nicht zuletzt zählen ihr Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad in der breiten touristischen Öffentlichkeit neben dem Namen großer Reedereien. Kreuzfahrten sind eine der besonderen Ausprägungen entspannten Reisens mit Glamourfaktor. Es geht hierbei nicht darum, schnell von A nach B zu kommen. Es geht um das Bereisen attraktiver Orte mit dem Schiff. Für kaum eine andere Art des Reisens gilt so sehr das Motto: Der Weg ist das Ziel. Schließlich kommt dem Kreuzfahrtschiff eine besondere, individuelle und emotionale Bedeutung zu. Auch Flugzeuge mögen Namen haben. Aber nach dem Namen des Schiffes wird man für gewöhnlich nur bei einer Kreuzfahrt fragen, nicht bei einer Flugreise. Die Klassifizierung der Kreuzfahrtschiffe ist daher auch eine Sache des Namens.

Auf die Größe allein kommt es nicht an

Die Klassifizierung der Kreuzfahrtschiffe erfolgt nach unterschiedlichen Gesichtspunkten. Kreuzfahrtschiffe werden zunächst häufig nach ihrem Einsatzgebiet kategorisiert – Hochseeschiffe stehen hier neben den meist weniger bekannten Flusskreuzfahrtschiffen. Auch der Standard, den das Reisen mit einem bestimmten Kreuzfahrtschiff bedient, ist ein Bewertungskriterium für die Klassifizierung der Kreuzfahrtschiffe: Gemeinhin finden wir hier die Luxuskreuzfahrt neben der klassischen Komfortkreuzfahrt und den zeitgemäßen Clubkreuzfahrten. Selbstverständlich haben auch Schiffe eine Größenkennzahl. Es handelt sich hierbei um die sogenannte „Bruttoraumzahl“ – ein Kreuzfahrtschiff kann hiermit größenmäßig bewertet werden. Die Klassen „Boutique bis 5.000 BRZ“, „Mittelgroß bis 25.000 BRZ“, „Groß bis 50.000 BRZ“, „Sehr groß bis 110.000 BRZ“ und darüber hinaus „Mega“ bilden das Grundgerüst dieser Einteilung.

Auch die mögliche Passagierhöchstzahl wird der Klassifizierung der Kreuzfahrtschiffe gern als Schlüsselzahl zugeordnet. Es existiert grundsätzlich auch eine Sterneeinteilung in der Klassifizierung für Kreuzfahrtschiffe – potenziell kann jede Reederei diese selbst vornehmen. Man orientiert sich bevorzugt an der jährlichen Bewertung von Douglas Ward – der professionelle Kreuzfahrer publiziert jedes Jahr Einschätzungen von Kreuzfahrtschiffen in seinem Buch „Berlitz Complete Guide to Cruising und Cruise Ships“. Das Werk wird nicht umsonst auch die „Bibel für Kreuzfahrer“ genannt. Als Klassifizierung der Kreuzfahrtschiffe wird auch der formelle Akt bezeichnet, der dem neu erbauten Schiff mit einer Bescheinigung nach SOLAS bestätigt, seetüchtig, sicher und für die Beförderung von Passagieren geeignet zu sein. Dieses Zertifikat wird von einer der globalen Klassifikationsgesellschaften ausgestellt.

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Bekannte und geschätzte Kreuzfahrtschiffe

Es gibt auch heute noch Kreuzfahrtschiffe, die auf die historischen Verkehrsliner und auf Zeiten zurückgehen, als man noch nicht fliegen konnte. Die „Queen Mary 2“, die zwischen Southampton und New York verkehrt, ist ein solches Beispiel.

Für den modernen Schiffsreisenden zählen heute häufig andere Gesichtspunkte bei der Klassifizierung der Kreuzfahrtschiffe – so haben sich etwa in den letzten Jahren die Clubschiffe als eigene Klasse in den Fokus der Öffentlichkeit gedrängt. Die Kreuzfahrtschiffe der Aida„-Serie haben eine ganz eigene Kategorie geschaffen, die mit ihrem modernen Clubambiente zahlreiche neue und begeisterte Kreuzfahrer gewinnen konnte. Die Clubschiffe überzeugen mit einer gehobenen, aber dennoch lässigen Wohlfühlatmosphäre, die zwar allen erdenklichen Komfort bietet, aber von der strengen Etikette der klassischen Luxusliner befreit ist. Kaum eine andere Art Schiff prägt in der Klassifizierung der Kreuzfahrtschiffe die Kategorie der zeitgemäßen Kreuzfahrt zutreffender. Viel Wert wird hier auch auf Sport- und Wellness-Anlagen gelegt.

Ähnlich bietet die Flotte der Costa„-Reederei bei der Klassifizierung der Kreuzfahrtschiffe eine moderne, eigene Klasse: Italienisches Flair verbindet sich mit moderner Technik und entspanntem Luxus zu einem besonderen Reiseerlebnis. Mit den Clubschiffen haben die „Costa“-Kreuzfahrtschiffe den Sinn für Design gemeinsam, das jeden einzelnen Cruiser individualisiert und unterscheidbar macht. In der Ausstattung wird ebenfalls viel Wert auf Wellness, gutes Essen und zeitgemäße Unterhaltung gelegt. Mehr als manch andere stehen „Aida“ und „Costa“ für moderne Kreuzfahrt und Schiffsreisen im 21. Jahrhundert.

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Thomas Rolf

Den Entdeckergeist hat Thomas Rolf vor vielen Jahren bei sich entdeckt. Schon in der Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann Anfang der 90er Jahre haben es ihm insbesondere Kreuzfahrten angetan. Heute ist er quasi ein wandelndes Lexikon, wenn es um Reisen auf dem Wasser geht. Der heutige Geschäftsführer der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale selbst favorisiert das Mittelmeer für seine persönliche Kreuzfahrten: Und dies aus ganz einfachen Gründen: „Es gibt viele traumhafte Orte zu entdecken und in zweieinhalb Stunden Flugzeit ist man auf dem Schiff.“

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