Norwegen – Der Mitternachtssonne entgegen

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© Per EideVisitnorway.com

Im Sommer steht Norwegen bei Kreuzfahrtpassagieren hoch im Kurs. Atemberaubende
Fjorde, der nördlichste Punkt des europäischen Festlands und spannende Städte machen das Land zu einem attraktiven und abwechslungsreichen Ziel für Schiffsreisen. Wir stellen einige der schönsten Orte im hohen Norden vor.

BERGEN

Die Hansestadt Bergen sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Sie ist nicht nur die zweitgrößte Stadt Norwegens, sondern auch Weltkulturerbe-Stadt der UNESCO und europäische Kulturhauptstadt. Direkt am Hafen hat im Mittelalter der mächtige deutsche Hansebund seine Spuren hinterlassen: Das Viertel Bryggen, früher auch Tyskebryggen (Deutsche Brücke) genannt, ist geprägt von ehemaligen Handelskontoren. Die Backstein- und Holzbauten sind das wohl bekannteste Fotomotiv der Stadt. Geschichtsträchtig sind auch die Marienkirche aus dem Jahr 1130 sowie die alte Festungsanlage Bergenhus, eine der ältesten und am besten erhaltenen Festungen Norwegens. Ganz in der Nähe dieser bekannten Sehenswürdigkeiten befindet sich der bekannte Fischmarkt – Torget genannt.

Hier gibt es viel zu sehen, denn an den Ständen werden nicht nur Fisch und Meeresfrüchte verkauft, sondern auch Obst, Gemüse, Blumen, Kunsthandwerk und Souvenirs. Kurz dahinter beginnt die Fußgängerzone mit vielen Geschäften. Wer seinen Tag an Land aktiver gestalten möchte, der wandert auf den Hausberg Fløyen. Von der Aussichtsplattform auf 320 Metern Höhe hat man eine großartige Aussicht auf die Stadt, den Hafen und die Fjorde, die Bergen umgeben. Aber keine Sorge, man könnte auch ganz bequem mit der Zahnradbahn nach oben kommen. Die Fløibahn ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Norwegens. Außerdem starten in Bergen zahlreiche Bootsausflüge entlang der zerklüfteten Küste und den zahlreichen Inseln rund um Bergen.

© Bergen Tourist Board Robin Strand – visitBergen.com

AURLANDSFJORD

Der 17 Kilometer lange Aurlandsfjord, an dessen Ende die Gemeinde Flåm liegt, ist ein Seitenarm des Sognefjords, des längsten und tiefsten Fjords Norwegens. Schon allein deswegen lohnt sich der Abstecher nach Flåm. Doch damit nicht genug: Neben der atemberaubenden Aussichtsplattform Stegastein ist die größte Attraktion eine Fahrt mit der Flåmbahn. Sie ist Europas steilste Eisenbahnstrecke mit einem normalen Gleis und sie überwindet einen Höhenunterschied von mehr als 800 Metern. Auf dem Weg von Flåm nach Myrdal hält der Zug am Kjosfossen, einem mächtigen und sagenumwobenen Wasserfall. Wem der Sinn nach Abenteuer steht, der kann den Fjord bei einer rasanten Fahrt mit dem RIB-Boot erkunden. Mit rund 30 Knoten geht es in diesen speziellen Schlauchbooten vorbei an riesigen Felswänden, tosenden Wasserfällen und einsamen Gehöften. Gemütlicher, aber nicht weniger spektakulär geht es bei Ausflügen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu. Und am Ende eines ereignisreichen Tages genießen die Passagiere schließlich noch die Ausfahrt aus dem Sognefjord. Über Stunden geht es dann durch die malerische Fjordlandschaft.

GEIRANGERFJORD

Der Sognefjord ist zwar der längste Fjord Norwegens, der berühmteste ist aber ohne Frage der Geirangerfjord. Er liegt rund 100 Kilometer weit im Landesinneren und ihm wird nachgesagt, der schönste Fjord der Welt zu sein. Tiefblaues Wasser, schneebedeckte Berggipfel und grüne Täler begleiten die Kreuzfahrer auf ihrem Weg durch den Fjord. Besonders imposant sind dabei die zahlreichen Wasserfälle, die an den Felswänden herabstürzen und vom Schiff aus besonders gut zu sehen sind. Die bekanntesten sind die „Sieben Schwestern“, die, wie der Name es schon verrät, aus sieben Wasserfällen bestehen, die direkt nebeneinander liegen. Sie haben eine durchschnittliche Fallhöhe von 250 Metern. Am Ende des Fjordes machen die Kreuzfahrtschiffe vor dem Ort Geiranger fest. Von hier aus starten Ausflüge mit Panoramabussen, Kajak- sowie Rad- und Wandertouren. Besonders beeindruckend sind der Besuch des Aussichtspunkts auf dem Berg Dalsnibba – 1.500 Meter über Geiranger gelegen – und die Fahrt auf der Adlerstraße zur Adlerkehre. Auch dort gibt es eine Aussichtsplattform mit tollem Blick über den Fjord. Eine weitere Möglichkeit, den Geirangerfjord zu erleben, bietet ein Stopp in Hellesylt. Hier können Passagiere an Land gehen und mit einem Panoramabus nach Geiranger weiterfahren. Neben tollen Ausblicken auf den Fjord stehen bei diesem Ausflug zum Beispiel eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Berg Stranda und der Besuch der Aussichtsplattform an der Panoramastraße Trollstigen auf dem Programm.

TROLLFJORD

Norwegen besitzt eine der längsten Küsten der Welt, und es gibt hier über 1.000 Fjorde – mehr als an jedem anderen Ort auf der Welt. Sie alle aufzuzählen würde schon alleine vom Platz her schwierig. Dennoch gibt es noch einen Fjord, der unbedingt erwähnt werden sollte: der Trollfjord auf den Lofoten. Das Besondere: Die Kreuzfahrtschiffe gehen hier nicht vor Anker. Trotzdem ist die Fahrt in den zwei Kilometer langen Seitenarm des Raftsunds ein unvergessliches Erlebnis. Denn der Trollfjord beeindruckt nicht nur mit seinen rund 1.000 Meter hohen Bergen, die rechts und links vom Schiff aus dem Wasser ragen, sondern auch mit seiner besonders schmalen Einfahrt. Sie ist nur 100 Meter breit und kann deshalb nur von den kleineren Kreuzfahrtschiffen angesteuert werden. Wer die Durchfahrt erleben darf, wird sie sicherlich nicht so schnell vergessen.

NORDKAP

Es ist das Traumziel vieler Norwegenkreuzfahrer: das Nordkap, der nördlichste Punkt Europas. Kreuzfahrtschiffe laufen das rund 32 Kilometer entfernte Honningsvåg an. Von dort aus geht es für die Gäste mit dem Bus über die Nordkapstraße, die durch die beeindruckende norwegische Tundra führt. Hier kann man im Sommer mit etwas Glück Rentiere weiden sehen. Am Ende der Fahrt wartet schließlich eines der beliebtesten Fotomotive Europas: Auf einem über 300 Meter hohen und fast senkrecht ins Meer fallenden Felsen steht der eiserne Globus, das Wahrzeichen des Nordkaps. Nach dem perfekten Urlaubsschnappschuss kann man noch dem Museum, der Poststelle oder dem Restaurant einen Besuch abstatten. Außerdem gibt es ein Informationszentrum mit Aussichtshalle und Kino. Letzteres ist perfekt für regnerische oder wolkenverhangene Tage, denn der Panoramafilm zeigt das Nordkap bei Sonnenschein und in der Mitternachtssonne.

STAVANGER

Die Hafenstadt, einst höchstens als Erdölmetropole des Landes bekannt, hat sich in den vergangenen Jahren ordentlich herausgeputzt. In der Stadt locken zahlreiche Geschäfte und Cafés sowie die farbenfrohe Straße Øvre Holmegate und die Altstadt mit ihren weißen Holzhäusern. Auch die romanische Domkirche ist einen Besuch wert. Was die wenigsten Besucher wissen: Stavanger ist berühmt für seine Streetart. Überall in der Stadt haben Künstler große und kleine Werke hinterlassen: von Graffiti über Zeichnungen und Miniaturfiguren bis hin zu Schablonenkunst. Auf geführten Rundgängen erfährt man viel Wissenswertes über die Kunstwerke und die Künstler dahinter. Außerdem ist Stavanger der optimale Ausgangspunkt für eine Wanderung auf den berühmten Preikestolen. Die rund acht Kilometer lange Wanderung (hin und zurück) hat es durchaus in sich. Die Anstrengung wird jedoch mit einem grandiosen Blick über den Lysefjord belohnt.

OSLO

Schon die Einfahrt in den Hafen von Oslo ist ein tolles Erlebnis. Die Stadt liegt am Ende des Oslofjords, der sich rund 120 Kilometer tief ins Land zieht. Es geht vorbei an zahlreichen kleinen Inseln bis in den Hafen der norwegischen Metropole. Die meisten Kreuzfahrtschiffe legen am Akershusstranda Kreuzfahrtterminal an und damit in unmittelbarer Nähe zur Festung Akershus, einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Norwegens Hauptstadt. Das ist jedoch noch längst nicht alles. Oslo ist eine Stadt voller Museen. Besonders bekannt sind zum Beispiel die Nationalgalerie mit Werken des norwegischen Malers Edvard Munch, das Freilichtmuseum Norsk Folkemuseum oder das Vikinshipsjuset mit historischen Funden aus der Wikingerzeit. Wem der Sinn nach einem Shopping-Ausflug steht, der wird entlang der Karl Johans gate fündig, die vom Hauptbahnhof bis zum Schloss der norwegischen Königsfamilie führt. Individueller und ausgefallener präsentiert sich der Stadtteil Grünerløkka mit seinen kleinen Designerläden. Eine tolle Aussicht gibt es von der Spitze der ältesten Skisprungschanze der Welt.

Abfahrten ab Deutschland

Nicht jeder steigt gerne in ein Flugzeug. Sei es, weil man Angst vorm Fliegen hat, sich Gedanken um die Umwelt macht oder nicht so viel Geld und Zeit für die Anreise opfern möchte. Auf eine Kreuzfahrt nach Norwegen, zu beeindruckenden Fjorden und bis hoch zum weltbekannten Nordkap, muss man aber trotzdem nicht verzichten. Alle namhaften Reedereien bieten mittlerweile Abfahrten ab Deutschland an. Das ist für viele Reisende besonders attraktiv. Die Kreuzfahrt-Terminals an der deutschen Küste – von Bremerhaven bis Warnemünde – sind alle gut mit dem eigenen Auto oder mit der Bahn und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Das schont nicht nur den Geldbeutel und die Umwelt, sondern erleichtert auch die Orientierung.

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Thomas Rolf
Den Entdeckergeist hat Thomas Rolf vor vielen Jahren bei sich entdeckt. Schon in der Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann Anfang der 90er Jahre haben es ihm insbesondere Kreuzfahrten angetan. Heute ist er quasi ein wandelndes Lexikon, wenn es um Reisen auf dem Wasser geht. Der heutige Geschäftsführer der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale selbst favorisiert das Mittelmeer für seine persönliche Kreuzfahrten: Und dies aus ganz einfachen Gründen: "Es gibt viele traumhafte Orte zu entdecken und in zweieinhalb Stunden Flugzeit ist man auf dem Schiff."

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