60 Sekunden mit . . . Sänger Eric Emmanuele

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Interview
© Dirk Kröger

Das abendliche Showprogramm spielt auf Kreuzfahrtschiffen eine wichtige Rolle. Wir haben mit dem Entertainer Eric Emmanuele über seine Arbeit an Bord gesprochen.

Herr Emmanuele, wann hat es Sie zum ersten Mal auf ein Kreuzfahrtschiff gezogen?

Ich habe seit 1980 eine Event-Agentur in Hamburg, durch einen Zufall habe ich 1985 Kontakt zu Hapag Lloyd erhalten. Und für die Reederei habe ich von 1986 bis 1996 das erste Schiffs-Ballett organisiert – das war auf der alten „Europa“. Dann kamen andere Reedereien und andere Schiffe, so die Astor oder die Arkona, auf der ich auch als Cruise-Direktor gearbeitet habe. Ich habe auch Konzepte für AIDA entwickelt.

Sie sind gelernter Tänzer, die Kreuzfahrt-Passagiere aber kennen Sie als Sänger. Wann haben Sie die eigene Stimme entdeckt?

Das war vor über zehn Jahren, 2007. Auf der MS Delphin-Voyager gab es eine Vakanz, die haben mich allein als Moderator und Entertainer engagiert. Damals musste ich mir innerhalb von zehn Tagen ein Visum besorgen und dann nach Australien jetten. Vor fünf Jahren habe ich dann eine Gesangslehrerin engagiert und mich intensiv damit beschäftigt. Ich hatte ja so viel zu lernen, so musste ich zum Beispiel meine Atemtechnik komplett umstellen.

Wie viele Schiffe haben Sie schon kennengelernt und gibt es eins, das Ihnen am besten gefallen hat?

Es dürften etwa 15 gewesen sein. Ich habe die alte MS Delphin geliebt, an Bord war es einfach nur schön.

Machen Sie eigentlich bei Kreuzfahrten auch Landausflüge mit?

In der Vergangenheit habe ich viele mitgemacht, das aber zuletzt etwas zurückgeschraubt, weil es an Bord für mich viel Arbeit gibt.

Welche Reisegebiete waren für Sie bislang die Schönsten?

Die Ostküste Südamerikas hat mir wunderbar gefallen. Und die Malediven, Vietnam. Und Myanmar. Besonders beeindruckend war, als wir mit der Hanseatic in Tokio eingelaufen sind.

Und welcher Hafen ist Ihr Favorit?

Sydney hat mich besonders beeindruckt, ich denke gern noch an diese imposante Brücke. Aber auch Hongkong, Singapur und Stockholm haben mich beeindruckt. Wunderschön ist es auch, wenn ein Schiff in St. Petersburg direkt auf der Newa ankert.

Wo halten Sie sich denn auf dem Schiff am liebsten auf?

Das ist eindeutig meine Kabine. Auf der alten Europa habe ich mich außerdem sehr gern in der Clipper-Bar aufgehalten, die hatte so einen herrlichen Rundum-Blick.

Wo ist  für Sie als Kosmopolit das Zuhause?

Ganz klar: in Hamburg. Ich bin stolz, ein Hamburger zu sein.

Wer ständig auf Schiffen unterwegs ist, hat kaum Zeit für eine Partnerschaft. Oder?

Ja, das ist schwierig. Aber ich habe elf Jahre lang in einer Partnerschaft gelebt, die wurde durch eine Krankheit beendet.

Böse Zungen behaupten, dass Künstler gern auf Schiffen auftreten, weil das Publikum da nicht fliehen kann. Stimmt das?

Das Gegenteil ist der Fall. An Land kommen Leute zu Konzerten, die den Künstler sehen wollen. Auf einem Schiff muss man Rückgrat und Nerven haben, um sich das Publikum zu erobern.

Zur Person

Eric Emmanuele ist 62 Jahre alt. Sein Vater stammt aus Sizilien, aufgewachsen ist er in New York, wo er eine Ausbildung als Tänzer absolvierte. Neben Engagements am Theater war er als Choreograf auch fürs Fernsehen tätig. Unter anderem für den „Show-Express“ im ZDF, die „Lustigen Musikanten“ und „Melodien für Millionen“. Seit 1986 ist Emmanuele zudem als Showproduzent auf Kreuzfahrtschiffen tätig. Er interpretiert Hits von Frank Sinatra, Dean Martin und anderen. Zuletzt trat er auf der MS Hamburg auf. Zuvor war er unter anderem auf der MS Hanseatic, der MS Bremen und weiteren Schiffen.

Thomas Rolf
Den Entdeckergeist hat Thomas Rolf vor vielen Jahren bei sich entdeckt. Schon in der Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann Anfang der 90er Jahre haben es ihm insbesondere Kreuzfahrten angetan. Heute ist er quasi ein wandelndes Lexikon, wenn es um Reisen auf dem Wasser geht. Der heutige Geschäftsführer der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale selbst favorisiert das Mittelmeer für seine persönliche Kreuzfahrten: Und dies aus ganz einfachen Gründen: "Es gibt viele traumhafte Orte zu entdecken und in zweieinhalb Stunden Flugzeit ist man auf dem Schiff."

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