Zuspätkommtag – Abfahrt verpasst und jetzt?

0
306
zuspaetkommtag person mit koffer steht am pier
© FCSCAFEINE - shutterstock.com

Unpünktlichkeit ist nie gut, erst recht nicht an Bord eines Kreuzfahrtschiffes. Was bei Shows oder dem Gala-Dinner für Zuspätkommer zwar unangenehm, aber sonst nicht weiter dramatisch ist, kann bei der Abfahrt zum richtigen Problem werden. Aber was passiert eigentlich, wenn ich während einer Kreuzfahrt, beispielsweise beim Ausflug an Land, vergessen werde? Wir haben den jährlichen Zuspätkommtag am 30. Juli zum Anlass genommen, um das Thema genauer unter die Lupe zu nehmen. Abfahrt verpasst und jetzt?

Back on Board-Zeit beachten

Grundsätzlich trägt auf Kreuzfahrten jeder Passagier selbst die Verantwortung dafür, wieder rechtzeitig an Bord zu kommen. Zu beachten ist dabei weniger die Abfahrtszeit als vielmehr die Back on Board-Zeit, die in der Regel sowohl im Tagesprogramm als auch an der Gangway kenntlich gemacht wird. Dieser einzuhaltende Zeitpunkt der Rückkehr liegt meist rund 30 Minuten vor der tatsächlichen Abfahrt. So wird Passagieren, die zu spät kommen, bereits ein zeitlicher Spielraum eingeräumt, da die Abfahrtszeit strikt eingehalten wird. Zur angegebenen Zeit fährt das Schiff tatsächlich los, denn schon vorher werden die Leinen losgemacht und die Gangway eingeholt. Daher sollten Passagiere unbedingt die Back on Board-Zeit befolgen, um in jedem Fall wieder rechtzeitig an Bord zu sein.

Wer es gerade noch in letzter Minute schafft,….

…das Schiff zu erreichen, hat Glück, wird aber meist von Hunderten schaulustigen Passagieren an der Reling begrüßt. Hat der Kapitän eine entsprechende Durchsage gemacht, dass extra auf Zuspätkommer gewartet wird, zieht es viele Urlauber an Deck, um das Spektakel live mitzuerleben. Mit Spott oder Jubel, aber in jedem Fall mit Gelächter müssen Sie dann rechnen, zumal Sie wahrscheinlich für den Rest der Kreuzfahrt immer mal wieder auf diese unangenehme Situation angesprochen werden.

zuspaetkommtag schiff liegt am pier an
© Jim Wearne – shutterstock.com

Was tun, wenn ich die Abfahrt tatsächlich verpasst habe?

Wer im Hafen steht und dem Schiff nur noch hinterher winken kann, ist wahrscheinlich erst einmal ratlos. Ganz auf sich alleine gestellt sind Sie in einem solchen Fall aber nicht, denn vor Ort treffen Sie in der Regel den Hafen-Agenten der jeweiligen Reederei an. Dieser wickelt eigentlich den Hafenstopp der Kreuzfahrtschiffe an Land ab, wird Ihnen aber sicherlich behilflich sein. So kann der Hafen-Agent den Kapitän informieren, wann Sie wieder an Bord kommen oder Ihnen dabei helfen, die Weiterreise bis zum nächsten Hafen zu organisieren. Wenn der Reederei die Reisepässe oder Personalausweise der zu spät gekommenen Passagiere vorliegen, werden diese Papiere sogar vor der Abfahrt beim Hafen-Agenten hinterlegt. Da vor allem der Reisepass wichtig ist, um dem Schiff hinterherfliegen zu können, kümmern sich die Reedereien darum, dass die Ausweise im Hafen zur Abholung bereitstehen. Andernfalls wäre das Nachreisen per Flugzeug insbesondere in Staaten mit Visumspflicht und außerhalb der EU problematisch. Wer also bei einem Ausflug ganz sichergehen möchte, nimmt am besten den Reisepass oder zumindest eine Kopie mit an Land.

zuspaetkommtag familie rennt am strand entlang
© EpicStockMedia – shutterstock.com

Mit dem Flugzeug nachreisen bis zum nächsten Hafen

In den meisten Fällen bleibt Zuspätkommern nichts anderes übrig, als dem Schiff hinterherzufliegen und im nächsten angelaufenen Hafen wieder an Bord zu gehen. Wie kompliziert dies wird, hängt natürlich von den örtlichen Gegebenheiten, der Route und der Flugkapazität ab. Wenn sich der Flughafen direkt in der Nähe befindet und auch die nächste angefahrene Hafenstadt über einen Flughafen verfügt, der von dort aus angeflogen wird, gestaltet sich das Nachreisen relativ einfach. Ist dies nicht der Fall, wird es entsprechend komplizierter, den nächsten Hafen rechtzeitig zu erreichen. Je nachdem, in welchem Fahrgebiet die Kreuzfahrt stattfindet, kann eventuell auch ein Zug oder eine Fähre zum Nachreisen in Betracht kommen. In jedem Fall müssen Passagiere, die zu spät kommen, die dadurch entstehenden Kosten selbst tragen – so wird die Unpünktlichkeit also zu einem nicht ganz billigen Unterfangen.

Mit dem Lotsenboot noch an Bord gelangen

Wer sich nur knapp verspätet, hat in seltenen Fällen vielleicht das Glück, noch mit dem Lotsenboot an Bord gelangen zu können. Mitunter ist es nach Absprache des Hafen-Agenten mit dem Kapitän nämlich möglich, kurzfristig einen Bootstransfer zu organisieren und dem Schiff hinterherzufahren. Eine solche, nicht ganz ungefährliche Aktion wird aber nur selten von einem Kapitän zugelassen.

Vorbereitung für ein eventuelles Zuspätkommen

Um im Notfall gewappnet zu sein, empfiehlt es sich, sowohl die Ausweispapiere als auch die Telefonnummern des Hafen-Agenten und des Schiffes beim Landgang dabei zu haben. Wenn trotz aller Bemühungen absehbar ist, dass sich das Schiff nicht rechtzeitig erreichen lässt, sollte das Schiff oder der Hafen-Agent augenblicklich angerufen werden. Ob die Abfahrt dann verschoben wird, ist ungewiss. Wenn der Kapitän aber weiß, dass noch Passagiere fehlen, besteht zumindest eine größere Chance, dass gewartet wird. Darüber hinaus ist es immer empfehlenswert, Bargeld und eine Kreditkarte mit an Land zu nehmen, um im Notfall überhaupt ein Flugticket kaufen zu können.

Und wenn ich die Abfahrt unverschuldet verpasse?

Oft lassen sich Zuspätkommer natürlich verschiedene Ausreden einfallen, die ihre Unpünktlichkeit entschuldigen sollen. Manchmal kommt es in der Tat vor, dass die Abfahrt ohne eigenes Verschulden verpasst wird. Trotzdem spielt dies keine Rolle, wenn der Landgang auf eigene Faust unternommen wurde. Ob falsch gestellte Armbanduhr, Panne des Taxis oder Verspätung des Regionalzuges, Ausreden zählen nicht, denn jeder Passagier hat dafür Sorge zu tragen, dass er rechtzeitig an Bord geht. Anders verhält es sich meist, wenn mehrere Passagiere fehlen, beispielsweise weil gleich mehrere Hundert Passagiere in einem stehen gebliebenen Zug feststecken. Dann wird der Kapitän sicherlich warten. Gleiches gilt oftmals, wenn der Landgang bei der Reiseleitung des Schiffes gebucht wurde. In diesem Fall liegt es nämlich in der Verantwortung der Reederei, dass alle Passagiere wieder pünktlich an Bord gehen können. Vielleicht wartet der Kapitän auch nicht – dann muss sich aber die Reederei auf ihre eigenen Kosten darum kümmern, dass Sie wieder an Bord gelangen.

Teilen
Melanie Pigorsch
Seit vielen Jahren berät Melanie Pigorsch Ihre Kunden, wenn es um die schönste Zeit des Jahres geht. Seit ihrem Start in der Touristik schlägt Ihr Herz für Kreuzfahrten. Neben den am meisten nachgefragten Kreuzfahrten von AIDA und TUI Cruises, kennt sich Melanie Pigorsch auch bestens im Segment der internationalen Reedereien aus und ist dabei besonders angetan von den Schiffen von Cunard und Holland America.

Kommentieren Sie den Artikel

*