Trinkgeld auf Kreuzfahrten – wie viel ist angemessen?

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Die Mitarbeiter auf Kreuzfahrtschiffen kümmern sich jeden Tag um das Wohlergehen der Passagiere. Deswegen ist es üblich, dass sie hierfür ein Trinkgeld erhalten. Wie hoch dieses ausfallen sollte, ist von der Schiffspolitik ebenso abhängig wie von den Kosten der eigentlichen Reise. Im Folgenden finden Sie einen nützlichen Überblick über das Thema Trinkgeld, der Ihnen dabei hilft, weder zu sparsam noch zu protzig zu sein.

Verschiedene Vorgehensweisen der Reedereien

Die Reedereien verfolgen in Bezug auf das Trinkgeld unterschiedliche Konzepte. Einige stellen es den Passagieren frei, wie viel Trinkgeld sie geben möchten. Andere geben eine Trinkgeldempfehlung ab und buchen diese gelegentlich direkt vom Bordkonto ab. Wieder andere integrieren das Trinkgeld in den Reisepreis. Welche Reederei welches Vorgehen bevorzugt, erfahren Sie im Folgenden:

Das Trinkgeld ist im Reisepreis inbegriffen

Trinkgeld ist Kultursache. Asiaten empfinden es beispielsweise als unhöflich, einem anderen Menschen Geld zuzustecken. Amerikaner finden es hingegen peinlich, kein Trinkgeld zu geben. Die Deutschen beschäftigen sich nicht gerne mit diesem Thema und geben tendenziell sehr wenig Trinkgeld. Um allen Passagieren Peinlichkeiten zu ersparen, integrieren einige Reedereien das Trinkgeld daher in den Reisepreis, sodass sich die Passagiere keine Gedanken mehr darum machen müssen. Hierzu gehören beispielsweise TUI Cruises, Seabourn, Crystal Cruises und AIDA. Achten Sie beim Studium der AGB jedoch darauf, dass dieses Trinkgeld auch wirklich den Mitarbeitern zugute kommt. Ansonsten handelt es sich schlicht um eine versteckte Reisepreiserhöhung.

Empfehlungen der Reedereien zur Höhe des Trinkgeldes

Einige Reedereien geben eine Empfehlung zur Höhe des Trinkgeldes. Je nach Art der Reise und abhängig von der Reederei liegt dieses zwischen 6-15 Dollar pro Tag und Person. Auch von Kindern ab einem bestimmten Alter wird Trinkgeld verlangt. Einige Anbieter buchen den empfohlenen Betrag direkt vom Bordkonto ab. Der Passagier hat dann zum Ende der Reise hin die Möglichkeit, das Trinkgeld in beide Richtungen anzupassen. Andere Reisegesellschaften legen einen Umschlag in die Kabinen. Hierein kann jeder Mitreisende die Menge an Trinkgeld legen, die er für angemessen hält. Anbieter, die solche Trinkgeldempfehlungen abgeben sind zum Beispiel FTI Cruises, Celebrity Cruises, P&O Cruises, Royal Caribbean International und viele mehr.

Die Passagiere entscheiden über die Höhe des Trinkgeldes

Bei einigen Reiseanbietern ist den Passagieren die Höhe des Trinkgeldes freigestellt. Meist wird jedoch darauf hingewiesen, dass Trinkgelder üblich und erwünscht sind. Ein solches Vorgehen ist unter anderem bei Hansa Touristik, Phoenix und Deilmann üblich.

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Wer erhält Trinkgeld?

Es gibt nur eine große Regel an Bord von Kreuzfahrtschiffen: Niemals dem Kapitän Trinkgeld geben. Alle anderen Mitarbeiter freuen sich über eine zusätzliche Zuwendung. Üblich ist es, dass das Servicepersonal wie der Stewart und der Weinstewart ein Trinkgeld bekommen. Auch die Kellner an den Tischen der Restaurants freuen sich über Trinkgeld. Selbstverständlich können sie aber auch allen, mit deren Leistungen Sie zufrieden sind, ein Trinkgeld zukommen lassen. Hierzu gehören die Mitarbeiter im Wellnessbereich ebenso wie die Sportcoaches oder die Animateure. Hier ist es aber ganz Ihnen selbst überlassen, wem Sie wie viel geben.

Lieber frühe Kritik als Rache durch Trinkgeld

Es ist möglich, kein Trinkgeld zu geben oder es zurückzuverlangen, wenn man mit einem Service nicht zufrieden ist. Das sollte jedoch nur die Ausnahme sein. Die Mitarbeiter an Bord eines Kreuzfahrtschiffes sind in der Regel nämlich auf die Trinkgelder angewiesen. Nur über diese können sie ihr relativ niedriges Gehalt aufbessern. Wer also mit der Trinkgeldpolitik einer Reederei nicht einverstanden ist, sollte dies nicht an den Servicemitarbeitern auslassen. Sinnvoller ist es, sich mit der Kritik direkt an die Reederei zu wenden oder gegebenenfalls Anbieter zu meiden, deren Umgang mit Trinkgeldern einem nicht zusagt.

Kritik an Bord führt nämlich dazu, dass die jeweiligen Servicemitarbeiter bestraft werden. Sie erhalten keine „guten“ Tische mehr, müssen lange Wege zur Küche zurücklegen oder erhalten Tische mit Gästen, die von ihrer Nationalität her für Sparsamkeit bekannt sind. Sprechen Sie Ihre Kritik daher möglichst frühzeitig an. In nahezu allen Fällen kann Abhilfe geschaffen werden. Stillschweigende Duldung und eine darauffolgende Rache durch ein geringes Trinkgeld sind nicht der richtige Weg.

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Daniela Huil
Die Büroleiterin der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale liebt Kreuzfahrten und kann bereits auf unzählige eigens erlebte Kreuzfahrten zurückblicken. Am liebsten genießt Daniela Huil das Kreuzfahrtleben an Bord der Wohlfühlflotte von TUI Cruises. Besonders in Erinnerung bleibt aber die Reise mit der MS Europa 2 von Singapur bis Rangun: "Eine traumhafte Mischung aus Luxus pur auf dem Schiff und unvergesslichen Eindrücken - von der Dynamik Kuala Lumpurs über die religiöse Vielfalt Ranguns bis hin zur Exotik Indiens."

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