Tag des Meeres

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©Willyam Bradberry - shutterstock.com

Das Meer und seine schier unendliche Weite faszinieren Kreuzfahrt-Urlauber immer wieder aufs Neue. Aber was wissen wir eigentlich über die Ozeane, die uns so einen einzigartigen Urlaub auf hoher See bereiten? Wie ist es überhaupt um die Weltmeere bestellt? Eines ist klar, durch den zunehmenden Schiffsverkehr und andere Faktoren ist auch die Belastung des Meeres gestiegen – Bilder von Plastikmüll im Wasser oder von verendenden Seevögeln sind allseits bekannt. Das Ökosystem Meer ist seinem Gleichgewicht vielerorts bedroht, viele Probleme sind dabei menschengemacht. Anlässlich des Tags des Meeres, den die Vereinten Nationen jedes Jahr am 08. Juni dazu nutzen, den Blick auf die Lage der Ozeane zu lenken, widmen auch wir uns einmal dem Thema Schutz des Meeres.

Wie sind die Meere belastet?

Das Meer unterliegt einer ebenso intensiven wie vielseitigen Nutzung, die stetig wächst und dadurch die Gefahr von negativen Auswirkungen auf das empfindliche Ökosystem hervorruft. Der Nutzungsanspruch des Menschen steht dem Schutz der Meere oftmals entgegen. Dabei gibt es mehrere Faktoren und Ursachen, die zur Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts beitragen. Hierzu gehören vor allem:

Die Überfischung

Die Überfischung stellt nach wie vor den gravierendsten Eingriff in das Ökosystem des Meeres dar. Wenig nachhaltige Fangmethoden und vor allem zu hohe Fangmengen sorgen für eine deutliche Beeinträchtigung der Nahrungsnetze. Das Resultat ist eine zum Teil massive Störung einer der bedeutendsten Nahrungsquellen weltweit.
Schadstoffe

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© Vlad61 – shutterstock.com

Ebenso problematisch ist der hohe Eintrag von Schadstoffen, die durch direkte Einleitungen, über die Luft oder über Flüsse in das Meer gelangen. Sie erweisen sich als eine erhebliche Beeinträchtigung für die Ökologie, da sie sich im Nahrungsnetz anreichern, von Fischen aufgenommen werden und sich im Falle eines Verzehrs dieser Fische auch negativ auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Große Mengen dieser Schafstoffe, darunter insbesondere Schwefel und Stickstoff, gelangen durch die Seeschifffahrt in die Atmosphäre und in die Ozeane. Regional werden außerdem schwere Schäden durch Havarien von Erdöl-Plattformen oder Schiffen verursacht. Als Beispiel sei die Ölplattform Deep Water Horizon genannt.
Die Vermüllung des Meeres

Einen erheblichen negativen Einfluss auf den Zustand des Meeres hat auch der Müll, darunter vor allem Plastikmüll, der erst nach rund 400 Jahren abgebaut wird. Zum einen gefährdet er die Meereslebewesen, da diese den Müll mit Nahrung verwechseln oder sich in dem Plastik verheddern und dadurch verenden. Zum anderen geben die Kunststoffe bei ihrer allmählichen Zersetzung giftige Zusatzstoffe in das Meer ab.

Die Lärmbelästigung

Durch Fischerei und Schifffahrt, aber auch durch den Abbau von Rohstoffen, Bohrungen nach Erdöl und Erdgas sowie Anlagen zur Energiegewinnung wie Windkrafträder ist die Lärmbelästigung deutlich gestiegen. Der „Stille Ozean“ ist dadurch längst nicht mehr still.

Der Klimawandel

Der Klimawandel mit seiner stetig steigenden Konzentration von CO2 in der Atmosphäre wirkt sich negativ auf Kalk bildende Organismen in sensiblen Meeresgebieten aus, insbesondere auf Korallenriffe, Kieselalgen und Meeresschnecken. Das Ansteigen der Wassertemperatur hat bereits zu einer Störung der Meeresflora und zu einem Sterben von Korallen geführt. Darüber hinaus ist der Klimawandel eine erhebliche Bedrohung für die Arktis, in der das Eis immer weiter zurückgeht. Dem Menschen spielt dies vielleicht in die Karten, da weitere Rohstoffe leichter zugänglich werden oder neue Schifffahrtsrouten befahren werden können, für die Region könnte es zu einer ökologischen Katastrophe werden.

Ressourcen-Abbau

Eine weitere Belastung des Meeres ergibt sich durch den stetig steigenden Bedarf an natürlichen Ressourcen. Um diesen zu decken, ist inzwischen auch der Abbau von Rohstoff-Vorkommen attraktiv geworden, die in der Tiefsee liegen. In ökologischer Hinsicht ist ein solches Vorgehen mit besonders hohen Risiken verbunden.

Kreuzfahrtschiffe und der Schutz der Meere

Auf dem Kreuzfahrtschiff geht es wie in einer Kleinstadt zu – Tausende Menschen nächtigen, essen und vergnügen sich, hinterlassen Speisereste, reichlich Müll und Abwässer. Neben dieser Herausforderung der Entsorgung muss so ein großer Ozean-Liner aber erst einmal angetrieben werden, bislang meist mithilfe von Schweröl mit einem Schwefelgehalt von 4,5 Prozent. Alternativ gibt es Schiffskraftstoffe, die lediglich 0,1 Prozent Schwefel enthalten. In beiden Fällen verursacht der Motorenantrieb die Entstehung von Schwefeloxiden und Rußpartikeln, erhebliche Stickoxid- und CO2-Emmissionen, die das Ökosystem des Meeres stark belasten. Ein Kreuzfahrtschiff, das über keine Entschwefelungs- oder Filteranlagen verfügt, stößt täglich bis zu 5.250 Kilogramm Stickoxide, 450 Kilogramm Rußpartikel und 7.500 Kilogramm Schwefeldioxide aus. „Green Cruises“, umweltfreundliche Schiffsreisen, müssen also das neue Credo sein, damit die Umwelt besser geschützt wird und Kreuzfahrer auch weiterhin das azurblaue Meer, weiße Sandstrände oder naturbelassende Fjorde erleben können.

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© AIDA Cruises

Auch die Reedereien sind sich dessen bewusst und wollen zum Schutz der Meere zukünftig auf umweltfreundliche Technologien setzen. So wurde mit der AIDAprima von AIDA Cruises 2016 das bislang umweltfreundlichste Schiff neu in Dienst gestellt. Dank modernster Filter-Technik und einem komplett neu entwickelten Abgas-Nachbehandlungssystem werden die Emissionen von Stick- und Schwefeloxiden sowie Rußpartikeln um 90 bis 99 Prozent reduziert. Zugleich werden zukünftige Schiffe über einen innovativen Flüssiggasantrieb (LNG) verfügen, bei denen tiefkaltes, verflüssigtes Gas als Hauptkraftstoff dient. Sowohl MSC als auch Costa wollen in den kommenden Jahren neue Kreuzfahrt-Liner mit diesem umweltfreundlicheren Antrieb bauen lassen. Eines ist jetzt schon klar, bei der Nutzung von Flüssiggas fahren die Kreuzfahrtriesen deutlich sauberer als mit herkömmlichem Marinediesel. Die Stickoxid- und CO2-Emmissionen werden um 80 und 20 Prozent gesenkt. Rußpartikel und Schwefeloxide entstehen bei dieser Antriebsart gar nicht.

Ein weiteres Thema sind die anfangs bereits angesprochenen, immensen Mengen an Müll, Speiseresten und Abwässern an Bord. Während der Müll früher einfach über Bord gekippt wurde, ist die Abfallentsorgung heute natürlich viel weiter. So verfügen die europäischen und amerikanischen Kreuzfahrtschiffe der führenden Reedereien allesamt über Klär- und Verbrennungsanlagen. Abfall, der nicht an Bord verbannt werden kann und so wieder als Energielieferant dient, wird zerkleinert, recycelt und im Hafen von Bord gebracht. Auch die Wasseraufbereitung kann sich sehen lassen und funktioniert durch eine bordeigene Kläranlage, die das Abwasser filtert und säubert, bevor es ins Meer abgelassen wird.

Was können Kreuzfahrer tun, um die Meere zu schützen?

Für die Belastung und Verschmutzung des Meeres ist die gesamte globale Gesellschaft ebenso verantwortlich wie jeder Einzelne von uns. Dies gilt im Alltag und natürlich auch im Urlaub. Aber wie können Kreuzfahrer auf dem Hochseeschiff zum Schutz der Meere beitragen?

  1. Ein Kreuzfahrtschiff mit moderner Abgasfiltertechnik oder Flüssiggas-Antrieb wählen
  2. Wenn möglich, auf die An- und Abreise per Flugzeug verzichten
  3. Keinen Müll über Bord werfen oder an den Küsten und Stränden wegwerfen
  4. Kosmetikprodukte ohne Mikroplastikpartikel wie Polyethylene verwenden
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Julia Korte
Kreuzfahrten sind Ihre Leidenschaft - egal ob auf dem Meer oder dem Fluss. Sie fasziniert diese Urlaubsform, da es die Möglichkeit gibt, innerhalb weniger Tage viele verschiedene Orte zu besuchen und dabei sein Hotelzimmer immer dabei zu haben. Einmal den Koffer auspacken und dann rundum genießen - das gefällt! Neben den großen Kreuzfahrt-Reedereien hat Julia Korte aber auch die "Nischenprodukte" für sich entdeckt - Hurtigruten steht dabei ganz oben auf der Liste.

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