Sietas Werft

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© Matthias Krüttgen - fotolia.com

Die Sietas Werft in Hamburg

Das traditionsreiche Schiffbauunternehmen J. J. Sietas KG Schiffswerft GmbH u. Co liegt am Elbufer in Hamburg Neuenfelde, direkt neben dem Hamburger Hafen. Jahrzehntelang fertigte die Werft vor allem Containerschiffe und Küstenmotorschiffe. Sie ist bekannt dafür, ihren Schiffen bestimmte Typenbezeichnungen zu verleihen. Heute ist sie auf den Neubau und die Ausrüstung von Spezialschiffen wie Eisbrechern und Schwergutschiffen spezialisiert. Daneben werden für große Kreuzfahrtschiffe auch bestimmte Einzelsegmente angefertigt. Im Februar 2014 lief in der Sietas Werft die „Aeolus“, das erste in Deutschland gebaute Installations- und Transportschiff für Offshore Windkraftanlagen, vom Stapel. Ebenfalls 2014 wurde das Unternehmen von der russischen Werft Pella Shipyard übernommen und heißt in Zukunft Pella Sietas GmbH. In den Verkaufsvereinbarungen wurde festgelegt, dass die Werft noch mindestens acht Jahre in Betrieb bleibt. Aktuell arbeiten etwa 120 Beschäftigte in der Sietas Werft.

Geschichte der Sietas Werft

Die 1635 von Carsten Sietasch gegründete Traditionswerft ist eines der ältesten Unternehmen in Hamburg. Am Anfang wurden hier Kutter und Boote aus Holz gefertigt. Durch ihre hervorragende Arbeitsweise erwarb sich die Sietas Werft bald einen guten Ruf und konnte sich schnell vergrößern. Sie entwickelte sich zum Hersteller größerer Schiffe wie Briggs und Schonern. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts baute sie ihre Schiffe nicht mehr aus Holz, sondern aus Stahl. In den 1950er-Jahren wurde die Sektionsbauweise eingeführt. Die Werft baute in den folgenden Jahrzehnten in erster Linie Containerschiffe sowie Küstenmotorschiffe. Die Einführung der Sektionsbauweise war ausschlaggebend für die rasante Weiterentwicklung, stetige Vergrößerung und Modernisierung der Werft. Bis zum Jahr 2009 war sie ohne Unterbrechung in Familienbesitz. Durch die weltweite Wirtschaftskrise und den immensen Rückgang der Nachfrage an Containerschiffen geriet sie jedoch in eine finanzielle Krise und konnte ihre Gläubiger nicht mehr befriedigen.

Die Geschichte des Familienunternehmens in 9. Generation endete 2009, als die HSH Nordbank, der größte Gläubiger der Werft, ein neues Management einsetzte. Die Sietas Werft sah sich 2011 gezwungen, einen Insolvenzantrag zu stellen, das Insolvenzverfahren lief 2012. Nach gescheiterten Verkaufsverhandlungen mit der niederländischen Veka-Gruppe ist sie seit 2014 Eigentum der russischen Werft Pella Shipyard. Die zur Sietas Gruppe gehörenden Tochterunternehmen Kommanditgesellschaft Norderwerft mbH und die Neuenfelder Maschinenfabrik GmbH wurden 2012 an die TSS Group ASA in Norwegen und die Lürssen-Gruppe verkauft. Nach dem Ende des Containerschiffbaus 2009 wendete sich die Sietas Werft dem Bau von Schwergutschiffen des Typs 183 zu. Im Jahr 2010 lief „Svenja“, das erste Schiff dieses Typs, vom Stapel. Im Dezember 2010 erhielt die Werft dann den Auftrag für die „Aeolus“, das erste deutsche Transportschiff für Windkraftanlagen.

Neu- und Umbauten in der Werft

2009 lief in der Sietas Werft das letzte Containerschiff vom Stapel. Heute widmet sich die Werft ganz dem Neubau von Spezialschiffen. Auch die Fertigung von Einzellösungen ist möglich. Dazu wurden in den letzten Jahren tief greifende Umstrukturierungen durchgeführt und die Fertigungsanlagen dem Spezialschiffbau angepasst. Die Reparatur und Modernisierung von Schiffen lagerte die Sietas Werft dagegen komplett in die Norderwerft aus. Aktuell wird in der Werft auf einer 16 Hektar großen Fläche Schiffbau betrieben. Die Fertigung ist eng an das werfteigene Büro gekoppelt, wo Ingenieure mithilfe modernster Computertechnologie innovative Entwürfe, technische Ausarbeitungen und Konstruktionen erstellen.

Übersicht über die gebauten Schiffe der Sietas Werft

Die Sietas Werft fertigt Schwergutschiffe der Typen 183, 176 und 161b. Weiterhin werden verschiedene Typen von Baggern, Chemiekalientanker und Fähren gebaut. Die aktuell fertiggestellte „Aeolus“ ist ein Offshoreschiff des Typs 181.

Sietas Typ 183:

Ablieferung Name Bau-Nummer BRZ Auftraggeber Weiteres
Dez. 2010 Svenja 890 15.000 SAL in Fahrt
März 2011 Lone 15.000 SAL in Fahrt

Sietas Typ 176:

Ablieferung Name Bau-Nummer BRZ Auftraggeber Weiteres
Februar 2008 Frauke 1275 SAL in Fahrt
April 2008 Anne-Sofie 1276 SAL in Fahrt
November 2008 Trina 1277 12.950 SAL in Fahrt
Februar 2009 Regine 1278 SAL in Fahrt

Sietas Typ 161:

Ablieferung Name Bau-Nummer BRZ Auftraggeber Weiteres
Juni 1997 Gloria 959 Hans und Klaus
Heinrich/
Schiffahrtskontor
Altes Land
Anfang Feb. 2015 zum Abbruch verkauft nach Bangladesch
September 1997 Wilma 991 Hans und Klaus
Heinrich/
Schiffahrtskontor
Altes Land
in Fahrt
April 1998 Annemieke 1032 Hans und Klaus
Heinrich/
Schiffahrtskontor
Altes Land
in Fahrt
Juni 1998 Lena 1033 Hans und Klaus
Heinrich/
Schiffahrtskontor
Altes Land
in Fahrt
Februar 2000 Grietje 1067 8.388 Hans und Klaus
Heinrich/
Schiffahrtskontor
Altes Land
in Fahrt
März 2000 Annegret 1068 Hans und Klaus
Heinrich/
Schiffahrtskontor
Altes Land
in Fahrt
September 2000 Paula 1077 Hans und Klaus
Heinrich/
Schiffahrtskontor
Altes Land
in Fahrt
Oktober 2000 Wiebke 1047 Hans und Klaus
Heinrich/
Schiffahrtskontor
Altes Land
in Fahrt
Dezember 2003 Annette 1062 Hans und Klaus
Heinrich/
Schiffahrtskontor
Altes Land
in Fahrt
Januar 2004 Maria 1063 Hans und Klaus
Heinrich/
Schiffahrtskontor
Altes Land
in Fahrt

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Jacqueline Werzinger
Vor Ihrem Start bei der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale sammelte Jaqueline Werzinger Ihre ersten Kreuzfahrt-Eindrücke in der Zentrale von AIDA in Rostock. Kein Wunder also, dass sie Feuer und Flamme für die Schiffe mit dem Kussmund ist. Unzählige Reisen hat sie bereits persönlich an Bord dieser Schiffe verbracht und kennt so auch den ein oder anderen Geheimtipp für den Urlaub an Bord. Neben Ihrem Wissen im Hochseebereich entdeckt die ausgewiesene Kreuzfahrt-Expertin auch immer mehr die Faszination der Flusskreuzfahrten.

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