Reisebericht Island: Wale voraus!

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© Dr. Diana Peitel / kurzreisenundmeer.de

Mein Freund Mick und ich wollten schon lange einmal in den hohen Norden. Und warum? Weil es dort Papageientaucher und Wale gibt.

Im August 2014 sollte es endlich losgehen. Wir hatten eine 12-tägige Kreuzfahrt auf der MSC Magnifica gebucht, auf der es von Hamburg aus über die Shetlandinseln nach Island gehen sollte. Anlegen sollten wir in Akureyri, Ísafjörður und Reykjavik. Zurück fuhren wir über die Orkneys nach Hamburg. Geplant war auch ein Stopp in Amsterdam, der aber wegen schlechten Wetters abgesagt wurde.

Ein langwieriger Check-in und die Überraschung danach

Vorteil einer Abfahrt nach Hamburg ist die kurze Anreise. Mit der Bahn waren wir von Berlin nach Hamburg gefahren und hatten das Glück, gleich am Bahnhof unsere Koffer freundlichen MSC-Mitarbeiter*innen übergeben zu können. Die waren wir also los und konnten fast ganz unbeschwert (unsere dicken Winterjacken passten nicht mehr in den Koffer, die trugen wir bei 30 Grad über dem Arm…) durch Hamburg bummeln und die Hamburg Cruise Days genießen. Der Check-in war einer der langwierigsten, die wir erlebt hatten (und dauerte mehr als eine Stunde). Allerdings bestätigte sich danach eine schöne Überraschung: Wir hatten ursprünglich eine Außenkabine der Fantastica Klasse gebucht. Hier besteht potenziell die Möglichkeit, ein Upgrade für eine bessere Kabinenkategorie zu erhalten. Und wir hatten das Glück: eine Balkonkabine auf Deck 12! Bis wir die Kabine bezogen, konnten wir es gar nicht glauben. Da war natürlich die Grundlage für eine schöne Reise gelegt.

Blue Port Hamburg

Was wir nicht wussten, als wir die Kreuzfahrt gebucht haben: An dem 2. August als wir

reisebericht island blue port hamburg
© Dr. Diana Peitel / kurzreisenundmeer.de

losfuhren, fanden in Hamburg die Hamburger Cruise Days statt und der Blue Port Hamburg. Das ist ein Event, bei dem der gesamte Hamburger Hafen blau beleuchtet ist. Begleitet von unzähligen Barkassen, Seglern und Fahrgastschiffen fuhren neben der MSC Magnifica, mit der wir nach Island starteten, noch die MS Europa, die AIDAstella, die Deutschland und die Cap San Diego aus. Für jedes Schiff gab es zum Abschied eine Grußbotschaft – selbstverständlich in blauen Buchstaben – und jeweils ein eigenes Feuerwerk. Wir genossen zu „Time to say Goodbye“ diese unglaubliche Ausfahrt.

Eine Bootstour vor Lerwick

Nach einem Seetag, den wir bei Sonnenschein an Deck genossen haben, kamen wir in Lerwick auf den Shetland Inseln an. Hier hatten wir uns über das Internet eine schöne Bootstour mit den „Wildlife Nature Tours“ (Wir bekommen nicht genug: Vom Schiff aufs Boot…) gebucht und Robbi und Alan haben uns einen kurzweiligen und interessanten Vormittag mit vielen Seevögeln und vor allem Schmarotzermöwen an Bord ihrer Motorjacht „Galathea“ beschert. Und zum Abschied schaute auch noch eine Kegelrobbe vorbei.

reisebericht island kegelrobbe
© Dr. Diana Peitel / kurzreisenundmeer.de

Polartaufe auf dem Weg nach Island

Nach diesem wunderbaren Tag ging es weiter in Richtung Island. Einen weiteren Seetag genossen wir an Bord und anlässlich der Überquerung des Polarkreises wurden alle, die wollten, einer Polartaufe unterzogen. Das war eine lustige Sache mit einem Neptun, einem Eisbären, einer Eiskönigin und vielen gut gelaunten Gästen.

Endlich Wale…

© Dr. Diana Peitel / kurzreisenundmeer.de

Aber wir wollten nach Island und freuten uns, als wir endlich zum ersten Mal den Fuß auf isländischen Boden im Hafen von Akureyri setzten. Hier wollten wir auf jeden Fall eine Waltour machen. Auch diese Tour hatten wir online selbst gebucht. Gar nicht, weil sie so viel besser war als die durch die MSC organisierten Touren, sondern weil die von der MSC angebotene Tour doch mit annähernd 200 € richtig teuer war. Die ging allerdings auch zum Walmuseum nach Húsavík. Unsere Tour startete direkt aus dem Hafen von Akureyri in den Eyjafjörður. Wie immer auf Waltouren standen wir an Bord, das Fernglas vor Augen und wurden schon bald mit der Sichtung eines Blases und dem Auftauchen des Rückens eines Buckelwals belohnt. Und auch das Bild der aus dem Wasser ragenden Schwanzflosse beim Abtauchen bekamen wir zu sehen. Ein perfekter Ausflug! Die Teilnehmer*innen der durch die MSC durchgeführten Tour hatten nicht so viel Glück, denn es wurde auf dieser Tour kein Wal gesichtet. Allerdings wurden viele derjenigen, die an diesem Tag keinen Wal gesehen hatten, während des Abendessens entschädigt: Man hörte ein sehr lautes Klatschen gefolgt von einem lang gezogenen „Oooooh“. Ein Buckelwal war direkt neben der MSC Magnifica hochgesprungen. Eine Galavorstellung für alle die, die im Restaurant auf der richtigen Seite des Schiffs saßen. Wir haben das Schauspiel leider verpasst, waren aber mit unseren Sichtungen dieses Tages trotzdem sehr zufrieden.

…dunkelblauer Nachthimmel

Eine weitere Nacht an Bord. Und auch wenn im August die Sonne schon wieder unterging, wurde es nie ganz dunkel, sondern der Himmel trug von elf Uhr abends bis 4 Uhr morgens ein tief dunkles Blau. Wir genossen, vom Bett aus auf das Meer und vor allem in diesen Himmel schauen zu können und erfreuten uns jeden Abend an unserer Balkonkabine.

…und Papageientaucher

Unser nächster Hafen war Ísafjörður, mein persönliches Highlight der Reise, denn hier hatten wir eine von MSC angebotene Tour zu der Vogelinsel Vigur gebucht. Wir wollten endlich einmal wieder Papageientaucher sehen. Am Morgen setzten wir mit einem kleinen Boot (der dritte Landgang in Folge, an dem wir direkt vom Schiff auf ein Boot wechselten…) auf die Insel über. Die Insel darf nur auf ausgewiesenen Wegen begangen werden. Von diesen Wegen aus hatten wir jedoch eine unversperrte Sicht auf tausende Seevögeln, die hier brüteten, vor allem Tordalke, Eiderenten und eben Papageientaucher. Und endlich konnten wir selbst einmal ein typisches Papageientaucherbild machen. Papageientaucher mit dem Schnabel voller Sandaale. Ich hätte den ganzen Tag auf der Insel verbringen können. Doch irgendwann war die Zeit vorbei. Mit einem Versprechen an mich selbst, hierher zurückzukehren, ging ich zurück an Bord der MSC Magnifica und freute mich auf den zweiten Teil der wunderbaren Reise mit Wasserfällen, Geysiren und Steinkreisen.

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© Dr. Diana Peitel / kurzreisenundmeer.de
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Diana Peitel
Diana aus Berlin ist schon seit ihrer Jugend viel unterwegs: Europa, Australien, Kanada. Seit Ende 2016 berichtet sie in ihrem Blog über ihre lange und kurzen Reisen, die sie meist aufs oder ans Meer führen und will damit andere fürs Reisen inspirieren. Als promovierte Biologin hat sie auf ihren Reisen besonders die lokale Tier- und Pflanzenwelt im Blick. In Städten sind meist Kunst und Kultur aber auch regionale Spezialitäten ihr Fokus.

2 Kommentare

  1. Danke an Diana 🙂
    Wir waren auch schon auf einer ähnlichen Tour und man fühlt sich sofort wieder angenehm erinnert. Wir haben natürlich andere Aktivitäten gehabt, so dass die Beschreibungen im Artikel eine nette Ergänzung bieten.
    Der Artikel lasst sich sehr schön lesen und ich war etwas enttäuscht, als am Ende nur ein Hinweis auf den zweiten Teil der Reise gegeben wurde. Gerne würde ich auch davon noch etwas lesen… Also: weiter so 🙂

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