Queen Mary 2 – Größte Renovierung der Cunard-Geschichte

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© Cunard Line

Mit der Queen Mary 2 von New York nach Hamburg

2.600 Passagiere und 1.300 Besatzungsmitglieder befördert das stilvolle Schiff auf der neuntägigen Fahrt nach Hamburg. Ruhig, nahezu lautlos gleitet die 345 Meter lange „Queen“ auf dem Ozean dahin – ein wahrhaft königlicher Anblick. Eine Transatlantik-Passage bedeutet, die Tage mit Entspannung, Aktivitäten an Bord sowie dem Blick über das endlos weite Meer zu genießen. Je nach Interesse und Lust kann man seinen Tag gestalten, vom Frühsport um 6.30 Uhr bis in den späten Abend werden zahlreiche Aktivitäten, Vorträge, Shows und Auftritte angeboten. Aber auch wer einfach nur entspannen, sonnenbaden oder lesen möchte, findet „seine“ ruhige Ecke auf einem der 13 Decks.

Innenausstattung der Queen Mary 2

Die Inneneinrichtung ist dem Art Déco Stil der 20er Jahre nachempfunden. Geschwungene Treppen über mehrere Decks in der Grand Lobby und dem feierlichen Britannia Restaurant, Säle mit Kuppeln und Lichthöfen, der große Ballsaal Queens Room – alles erinnert an die Grandezza der guten alten Zeit. Was auffällt, ist das großzügige Platzangebot: Die Gäste verteilen sich kaum merklich auf den verschiedenen Decks, man hat stets das Gefühl der Beschaulichkeit, Individualität und Exklusivität. 5.000 Kunstwerke für insgesamt fünf Millionen Dollar schmücken Gang- und Kabinenwände, 8.000 Bücher stehen in der größten Bibliothek auf See in edlen, verglasten Holzvitrinen zur Auswahl. Im Royal Court Theater können jeden Abend eigens für die Queen Mary 2 produzierte Shows bewundert werden. Das einzige Planetarium auf einem Schiff mit seiner großen Kuppel dient gleichzeitig auch als Kino. Vorträge und Seminare – vom Schauspiel- bis zum Computerkurs – werden im modernen Schulungszentrum angeboten. Es kann auch für Konferenzen und Veranstaltungen genutzt werden. Das Fitnesscenter verfügt über mehr als 20 Laufbänder und eine Vielzahl weiterer Geräte.

Der Wellnessbereich des Canyon Ranch Spa Club erstreckt sich über zwei Decks mit fast 30 Räumen für Anwendungen und bietet auf 1.900 Quadratmetern ein umfangreiches Angebot an Massagen, Kosmetik sowie eine Saunalandschaft. Auf Deck zwölf können sich Sportliche an der frischen Luft auf Basketball- und Tenniscourt austoben oder in den Golfsimulatoren bis zu 52 unterschiedliche Kurse spielen. Andere vergnügen sich bei Tischtennis und Shuffleboard oder nehmen lieber gleich einen Drink an der Terrassenpool- oder einer der anderen acht Bars an Bord.

Routen der Queen Mary 2

Auch das Thema Kulinarik hat seinen festen Platz und wird klassisch zelebriert: Das Britannia-Restaurant, drei Decks hoch, bietet bis zu 1.300 Gästen Platz, die in zwei Sitzungen speisen. Wer Abwechslung möchte, kann in einem der
fünf anderen Themenrestaurants essen gehen oder ganz leger im Kings Court Buffet Restaurant. Die rund 400 Passagiere der Suiten dinieren in zwei à-la-Carte Restaurants.

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© Alexey Fedorenko – shutterstock.com

Nach fünf Tagen auf See mit Blick auf den endlosen Horizont kommt wieder Land in Sicht – Europa ist erreicht. Durch den Ärmelkanal führt die Fahrt nach Southampton an der englischen Südküste. Ein ganzer Tag steht zur Verfügung, zum Beispiel für einen Ausflug nach London oder nach Stonehenge, ehe es am Abend dann weiter geht in Richtung Hamburg.

Nach einem weiteren Tag auf See kommt bei Cuxhaven der Elblotse an Bord. Ganz lang-sam und majestätisch bewegt sich die Königin flussaufwärts zum Hamburger Hafen. Die meisten Passagiere eilen bereits in den frühen Morgenstunden an Deck, um die
Einfahrt nicht zu verpassen. Die Schiffsbegrüßungsanlage in Schulau spielt die britische Nationalhymne für die Queen Mary 2, backbord liegen die Villen und Kapitänshäuschen des Blankeneser Treppenviertels, voraus das riesige Hafenareal mit den großen Docks und die Kirchtürme der Hansestadt. In Höhe der Landungsbrücken und des berühmten „Michel“ begrüßt die Queen die Hamburger mit einem sonoren Dröhnen: Das aus der ersten „Queen Mary“ stammende Schiffshorn ist immerhin rund 18 Kilometer weit zu hören. Und entlang des Elbufers, an den Landungsbrücken und in der Hafen City werden wieder viele Schaulustige dicht gedrängt stehen, um die blau-schwarze Schönheit mit den schneeweißen Aufbauten zu bestaunen. Sie alle träumen den Traum von einer Transatlantik-Passage mit Cunard, den sich die Passagiere gerade selbst erfüllt haben – immer noch ein Juwel unter den Reisen, aber ein Luxus, der inzwischen erschwinglich ist.

Von einer alten Dame kann bei der Queen Mary 2 mit ihren 12 Jahren wahrlich noch keine Rede sein. Dennoch erhält das Flaggschiff der britischen Traditionsreederei Cunard Line in diesem Jahr ein modernisierendes „Facelift“.

Werftaufenthalt und Renovierungsarbeiten

Vom 27. Mai bis zum 21. Juni begibt sich der Transatlantikliner zu einem dreiwöchigen Werftaufenthalt bei Blohm + Voss nach Hamburg, wo das Schiff runderneuert wird. Neben der Modifizierung der Grillbereiche und der Erweiterung der klassisch-komfortablen Britannia- und Britannia-Club-Kabinen erhält die Königin der Meere auch einen neuen öffentlichen Bereich: die Carinthia Lounge, benannt nach dem bei den Cunard-Gästen in den 1920er- und 1930er-Jahren wohl beliebtesten Schiff. Dazu wird der Wintergarten zu einer eleganten Lounge umgebaut, die tagsüber einen ruhigen Ort zum Entspannen bietet und nach Sonnenuntergang zur eleganten Weinbar wird.

Blau-, Creme- und Goldtöne, dekorative Lichter und vielseitige Sitzgelegenheiten sorgen zukünftig für ein einzigartiges Ambiente. Alleinreisende dürfen sich über eine Neuerung freuen, die speziell auf sie zugeschnitten wurde: Seit Juli 2016 können Singles in 15 neu geschaffenen Einzelkabinen reisen. Das Interieur ist dabei von der Art-decó-Einrichtung der ersten Queen Mary inspiriert. Mit erstklassiger Ausstattung und neuem Design erreicht die Queen Mary 2 nach ihrer Umgestaltung ein neues Niveau, das den Liner wieder zur Speerspitze des Luxus auf Kreuzfahrtschiffen avancieren lässt.

Insgesamt 50 neue Kabinen wurden ein- oder umgebaut, 35 davon im vorderen Bereich von Deck 13. Hierfür hatte Blohm+Voss mehrere Stahldecksektionen mit einem Gesamtgewicht von circa 200 Tonnen vorgefertigt, die auf Deck 13 installiert wurden. Durch die neu dazu gekommenen Kabinen, 15 davon Einzelkabinen für Alleinreisende, erhöht sich die Passagierkapazität der Queen Mary 2 um 85 Gäste auf jetzt auf jetzt 2.695 Passagiere. Insgesamt wurden rund 40.000 Quadratmeter Teppich verlegt, 6.500 neue Möbelstücke sowie 4.000 neue Bilder an Bord gebracht. Für Arbeiter und Crew wurden mehr als 157.500 Mahlzeiten zubereitet. Außerdem wurden zehn neue Zwinger für das einmalige „Hundehotel“ auf Deck 12 mit neuen Auslaufflächen sowie einem New Yorker Hydranten und einer Straßenlaterne aus Liverpool zum „Gassi gehen“ eingebaut. Damit kann die Queen Mary 2 auf Atlantikreisen jetzt bis zu 22 Hunde und Katzen mitnehmen.

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© icarmen13 – shutterstock.com

Die schiffs- und maschinenbaulichen Arbeiten umfassten Modifikationen an der Brückennock, den Einbau neuer Schotten für eine verbesserte Leckstabilität, die Installation eines neuen Ballastwassersystems sowie Modifikationen an den Tanks. Dazu kamen die Überholung der vier Pod-Antriebe, der vier Stabilisatoren, der Ankerwinden sowie der Ausbau und die Überholung der drei Bugstrahlruder, Wartung der Radaranlagen, Tankreinigungs- und Konservierungsarbeiten, Überholungen von Elektrizitäts- und Wasserleitungen.

Umweltbewusst die Meere besegeln

Ein Hauptaugenmerk wurde auf den Umweltschutz gelegt: die Queen Mary 2 erhielt vier neue Abgaswaschanlagen (Scrubber) sowie entsprechende Abgasfilter. Außerdem wurde eine neue Trinkwassergewinnungsanlage auf Reverser Osmose-Basis eingebaut und zudem ein neuer umweltfreundlicher Anstrich im Unterwasserbereich aufgetragen. Abschließend wurden beim Anstrich der gesamten Außenhaut rund 35.000 Liter umweltfreundliche Farbe verwendet. Mit der Multi-Millionen-Euro-Überholung wurden die Kabinen, Restaurants und öffentlichen Räume der Queen Mary 2 auf ein noch höheres Niveau in Sachen Ausstattung und Materialien sowie Komfort und Bequemlichkeit für Cunard Gäste gehoben als selbst bei der Jungfernfahrt. Damit wird die Queen Mary 2, so Cunard Marketing Direktor Angus Struthers, wieder zu einem einzigartigen Juwel: „Nach diesem Umbau wird unser Flaggschiff noch besser ausgestattet sein als jemals zuvor. Wir haben extrem viel investiert, sind aber sicher, dass unsere Gäste dies zu schätzen wissen und die Queen Mary 2 wieder die absolute Spitzenposition bei großen Schiffen einnimmt.“

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© kamira777 – shutterstock.com

Es gibt schnellere Wege, über den Atlantik zu kommen, aber keinen so individuellen: Der Weg ist das Ziel. Eine Transatlantik-Passage mit Queen Mary 2 ist etwas ganz Besonderes, ein Traum, eine Erfahrung fürs Leben. Feierlich und beeindruckend ist bereits das Ablegen der Queen Mary 2 in New York: Beim Auslaufen versammeln sich die Passagiere an Deck, um bei einem Glas Champagner oder mit einem Longdrink in der Hand die prachtvolle Wolkenkratzer-Kulisse der Skyline zu bestaunen. Kurz nach Manhattan schweift der Blick hinüber nach Steuerbord, zum Greifen nah liegt Liberty Island mit der legendären Freiheitsstatue. Kurze Zeit später halten viele „Sehleute“ an Bord erneut den Atem an und ziehen unwillkürlich den Kopf ein – wenn „ihr“ Schiff die Verrazano Bridge passiert. Nur wenige Meter trennen den roten Schornstein von der Brücke und ganz knapp schiebt sich die Queen Mary 2 darunter hindurch.

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Thomas Rolf
Den Entdeckergeist hat Thomas Rolf vor vielen Jahren bei sich entdeckt. Schon in der Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann Anfang der 90er Jahre haben es ihm insbesondere Kreuzfahrten angetan. Heute ist er quasi ein wandelndes Lexikon, wenn es um Reisen auf dem Wasser geht. Der heutige Geschäftsführer der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale selbst favorisiert das Mittelmeer für seine persönliche Kreuzfahrten: Und dies aus ganz einfachen Gründen: "Es gibt viele traumhafte Orte zu entdecken und in zweieinhalb Stunden Flugzeit ist man auf dem Schiff."

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