Die Perlen der Ostsee mit der MeinSchiff 4 entdecken

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MeinSchiff 4 Rettungsring
©Milena & Andreas Schilg

Wir lieben es, individuell zu verreisen… und planen gern alles selbst von A wie Anreise über Besichtigungen und Unterkünfte bis Z wie Zugfahrten. Eine Kreuzfahrt erschien uns immer zu  festgelegt, weshalb wir andere Reiseformen bevorzugten. Nun gab es da aber dieses Ostsee-Kreuzfahrt-Angebot mit Helsinki, St. Petersburg, Tallinn und Stockholm. All diese Städte kannten wir noch nicht und mit einer Kreuzfahrt bestand die Möglichkeit, diese Ostseeperlen im Schnelldurchlauf einmal „zu beschnuppern“.

„Unser“ Schiff für diese 8-Tage-Reise war die MeinSchiff 4 von TUI Cruises. Der Service an Bord und drum herum läuft unter der Bezeichnung „premium all inclusive“, was, wie wir feststellen konnten, sehr angenehm sein kann. Start- und Zielhafen war Kiel. Weil wir im Rhein-Main-Gebiet wohnen und uns die Autofahrt zu lang war, haben wir uns für die Anreise mit der Bahn entschieden. Sehr zu empfehlen! Während die Autofahrer noch nach Ihren Parkplätzen in der Nähe des Kais suchten, konnten wir unser Gepäck direkt am Bahnsteig im Kieler Hauptbahnhof abgeben und lastenfrei gemütlich zum Check-In am Ostseekai bummeln. Unser Gepäck fanden wir später in unserer Kabine wieder.

MeinSchiff4
©Milena & Andreas Schilg

Im Ostseekai-Gebäude Menschen über Menschen. Ich dachte, das geht ja prima los und erwartete ein stundenlanges Anstehen für den Check-In. Es kam aber anders. Der Check-In war so gut organisiert, dass wir nach wenigen Minuten unsere Bordkarten hatten und die MeinSchiff 4 „entern“ konnten. Liebe Fluggesellschaften, hier könnt ihr noch was lernen!

Da die Kabinen noch nicht bezugsfertig waren, haben wir es uns auf zwei Liegestühlen auf Deck 12 gemütlich gemacht und unseren ersten Kreuzfahrt-Start-Drink genossen. Kreuzfahrt-Profis hatten bereits vorgesorgt, unter ihre Reisebekleidung Badesachen angezogen und schwammen schon die ersten Runden im Pool.

Am Abend lief die MeinSchiff 4 aus dem Kieler Hafen aus. Wir genossen die Abendsonne, den Blick auf die Promenade „Kiellinie“ und die Musik der Band. Seitdem ist unser persönlicher Kreuzfahrt-Erinnerungssong „Let me entertain you“ von Robbie Williams.

Auf dem Weg zu unserem ersten Ziel Helsinki legten wir einen ersten ganzen Schiffstag ein. Das war super praktisch, weil wir als Kreuzfahrt-Neulinge das Schiff erkunden konnten. Damit man sich nicht verläuft gibt es neben vielen Hinweisschildern und dem Decksplan (im Westentaschenformat) auch Führungen durchs Schiff.

MS4 Restaurant
©Milena & Andreas Schilg

Dass Reisen hungrig macht, ist bekannt und auf der MeinSchiff 4 hatten wir die Qual der Wahl. Das Restaurantangebot reicht von international gemischter (Buffet-Restaurant) über mediterrane oder japanische Küche bis zum fine dine. Zum Teil ist eine Tischreservierung erforderlich und einige Angebote sind nicht im premium all inclusive enthalten und somit gesondert zu bezahlen. Sparfüchse kommen aber problemlos und lecker auch so über die Runden. Wir haben uns ab und an auch ein kulinarisches Extra gegönnt. Kultig: Nach der Disco im 24-Stunden- Snackrestaurant um 2 Uhr nachts einen Teller Pommes rot-weiß.

Unsere erste Station war Helsinki. Wir haben die finnische Hauptstadt auf eigene Faust erkundet und eine wunderschöne Markthalle am Hafen für uns entdeckt. Den bisher teuersten Kaffee & Kuchen unserer Reisen haben wir im Café Engel am Senatsplatz mit Blick auf dem Dom genossen – super teuer, dennoch zu empfehlen.

Helsinki
©Milena & Andreas Schilg

Viel Zeit zum Genießen der vielen Annehmlichkeiten auf der MeinSchiff 4 blieb nicht, denn am nächsten Morgen liefen wir bereits in St. Petersburg ein. Bei nur zwei Tagen Aufenthalt und so viel Pracht aus der Zarenzeit haben wir uns für den Tagesausflug „Perlen vor den Toren der Stadt“ entschieden und den Katharinenpalast (das russische Versailles) und Peterhof besichtigt. Am Tag 2 waren wir dann auf eigene Faust unterwegs.

St. Petersburg
©Milena & Andreas Schilg

Von St. Petersburg nach Tallinn ist es nur einen Katzensprung oder genauer eine Fahrt über Nacht. Die estnische Hauptstadt war eine echte Überraschung weil wir eher Hinterlassenschaften der kommunistischen Sowjet-Ära erwartet hatten und stattdessen wunderschön restaurierte historische Gebäude entdeckten. Unweit des Rathauses gibt es eine Apotheke aus dem Jahr 1422, die immer noch betrieben wird … einfach einmal eintreten und sich von den zum Teil skurrilen Exponaten verzaubern lassen.

Alte Apotheke Talinn
©Milena & Andreas Schilg

Sowohl die Ober- als auch die Unterstadt sind wunderbar zu Fuß zu erkunden. Da wir nur einen Tag hatten, mussten wir etwas flink sein… aber es hat sich gelohnt. Eines der absoluten Highlights ist die Alexander-Newski-Kathedrale. Wir sind uns sicher, hier kommen wir bald wieder her… mit mehr Zeit im Gepäck.

Nach einer recht kurzen Nacht stand die Einfahrt in Stockholm an. Die Fahrt vom offenen Meer vorbei an den vielen kleinen Inselchen (Schären) bis zum Stockholmer Hafen dauert mehrere Stunden. Es ist toll in der Morgendämmerung an der Reling des obersten Decks zu stehen und die Schären mit den kleinen Wochenendhäuschen ganz langsam und so nah an sich vorbeiziehen zu sehen. Man hat das Gefühl, man könne vom Schiff aus bis fast an die Dächer und Fenster der Häuschen greifen. Kleiner Tipp: Warm anziehen und einen Becher heißen Kaffee mit an Deck nehmen und die Kamera nicht vergessen. Die Lösung für Bequeme: Im Bett liegen bleiben und auf dem Fernseher den Kanal mit der Bugkamera wählen.

Die Stockholmer Altstadt ist wirklich sehr schön… aber leider nur ganz früh am Morgen ohne große Touristenströme. Deshalb morgens früh von Bord und rein in die „Gamla Stan“. Auch sehr zu empfehlen: der Königspalast ganz früh, wenn die Tore gerade erst geöffnet wurden. Hier wollen wir auch unbedingt noch mal hin …. denn u.a. haben wir das ABBA-Museum nicht geschafft.

Stockholm Altstadt
©Milena & Andreas Schilg

Abends hieß es dann zum letzten Mal „Leinen los!“ und die Rückfahrt nach Kiel begann. Da wir erst am übernächsten Tag wieder in Kiel ankommen sollten, blieb ein ganzer Schiffstag, um noch einmal die Annehmlichkeiten der MeinSchiff 4 zu genießen. Es gibt sicher für jeden und jede auf einem Kreuzfahrtschiff Plätze, die man besonders mag. Wir haben bei der Ausfahrt aus einem Hafen gern direkt vor den Panoramafenstern in den Sesseln der CaféLounge Platz genommen und eine Schokoladen-Verkostung gemacht, ergänzt mit einem guten Kaffee.

©Milena & Andreas Schilg

Unser Fazit: Viele schöne Städte in kurzer Folge beschnuppern und an den Schiffstagen dazwischen erholen, kann eine wunderbare Kombination sein. Auch so ein bisschen Luxus macht natürlich Spaß. An einige Orte werden wir zurückkommen, um sie individuell und mit Muße noch intensiver kennenzulernen. Eine Kreuzfahrt werden wir auch wieder machen, vielleicht nach Reykjavik, Bergen oder mit Station in Schottland… da waren wir nämlich auch überall noch nicht ….

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