Nordland Klassiker

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Hoch hinaus mit der Artania zu Bergen, Gletschern und Seen

Paar am Strand in NorwegenFür 2012 hat sich die neue Artania viel vorgenommen – vom Kurztripp bis zur 98-tägigen Weltreise hat die Kreuzfahrt-Lady alles im Programm, so auch eine klassische, 14-tägige Tour zu den Lofoten und zum Nordkap. Im Juni ist eine Nordland-Kreuzfahrt am schönsten: Die immense Helligkeit bis tief in die Nachtund die atemberaubende Landschaft bilden eine perfekte Paarung. Um Mitternacht vom eigenen Balkon aus das Glitzern des Lichts auf dem Meer zu beobachten ist ein besonderes Erlebnis.

Abreise und Seetag

Das Schiff beginnt seine Reise in Bremerhaven und überbrückt die Distanz zum Hardangerfjord an einem Seetag. Neben einfach mal nichts zu tun, bietet ein Tag an Bord viele Möglichkeiten: Trainieren im Fitnesscenter, Entspannung in der neu geschaffenen Spa- und Wellnessoase, Shopping in den Innenarkaden oder ein Spaziergang auf der Rundum-Promenade, die den Charme der klassischen Kreuzfahrt-Schönheit ausmacht. Die Artania ist kein Neu-, sondern ein Umbau, der bis zu 1.200 Gästen Platz bietet. Die ursprüngliche Royal Princess von 1984 wurde in der Lloyd Werft so renoviert, dass schöne Attribute wie weitläufige Außendecks erhalten blieben und um zeitgemäße Aus- und Umbauten wie zusätzliche Balkonkabinen oder moderne Bars und Restaurants angereichert wurde.

Hardangerfjord

Die erste Station der Kreuzfahrt ist Ulvik am schönen Hardangerfjord. Von hier aus führt ein Ausflug zu einer Saft- und Cidrefabrik, denn das leckere Getränk ist keinesfalls den Franzosen vorbehalten. Die Gegend ist berühmt für ihre Obstplantagen:  Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Himbeeren und Erdbeeren werden im „Obstgarten Norwegens“ angebaut. Zur Obstblüte im Frühjahr reisen die Touristen an wie zum Keukenhof nach Amsterdam.

Nordfjord

Am nächsten Tag kreuzt die Artania im Nordfjord. Das Gewässer erstreckt sich vom Gletscher Jostedalsbreen bis hinaus zur Stadhavet-Küste. Eher sanft zeigen sich die Berge rund um den Fjord, wo auch der größte Gletscher Norwegens, der Jostedalsbreen mit einer Fläche von 487 Quadratkilometern zu Hause ist. Tag fünf der Reise bietet einen Ausflug zum Jostedalsbreen Nationalparkcenter. Die Busfahrt führt zunächst entlang des Invikfjords, vorbei am idyllischen Strynsee, die gewundene Strynefjells-Gebirgsstraße bis hinauf auf 600 Meter, wo man einen großartigen Panoramablick genießt. Anschließend steht der Besuch des Jostedalsbreen Nationalparkcenters auf dem Programm. Nach einer Filmvorführung, Besichtigung des Botanischen Gartens, des Steinzentrums mit verschiedenen Mineralien und der naturkundlichen Ausstellung und einer typisch norwegischen Kaffeetafel endet der Ausflug.

Polarkreis

Die Überquerung des Polarkreises am Folgetag bedeutet: Hier beginnt das Reich der Mitternachtssonne. Der Himmel ist im Sommer bis tief in die Nacht unbeschreiblich hell und leuchtet teils in unwirklichen Farben. Beim Kreuzen im Holandsfjord gelangt man zum Svartisen Gletscher. Der mit 370 Quadratkilometern zweitgrößte Gletscher Norwegens zieht sich leider immer mehr zurück, während der Gletschersee immer größer wird. Ein abendlicher Spaziergang bis Mitternacht gibt die Möglichkeit, die Natur pur auf sich wirken zu lassen.

Überlandfahrt nach Leknes

Svolvær, die Hauptstadt der Lofoten, steckt voller Kontraste und ist bekannt für ihr fantastisches Licht, weshalb sich hier zahlreiche Künstler niedergelassen haben – die Provence des Nordens. Eine Rundfahrt führt zum Künstlerzentrum, am Rathaus und an der mächtigen Kirche vorbei. Eine besondere Attraktion ist der Fløyberg, dessen Gipfel gleich einem Ziegenkopf von zwei Hörnern gekrönt wird. Durch Kabelvåg, der ältesten Fischersiedlung der Lofoten, führt die Fahrt weiter nach Henningsvær. Der Ort erstreckt sich über mehrere, kleine Inseln und ist einer der wichtigsten Fischereihäfen der Lofoten. In der Kunstgalerie des nordnorwegischen Künstlers Karl Erik Harr kann man die verschiedenen Jahreszeiten der Lofoten auf Gemälden und in einer Diashow betrachten. Nach einem Mittagessen in Alstad geht es nach Borg, um der Geschichte der Wikinger zu begegnen. Hier wurde das bisher größte Gebäude aus der Wikingerzeit ausgegraben, ein Häuptlingshof, 83 Meter lang und neun Meter hoch. Die imposante Rekonstruktion in voller Größe zeigt, dass die Wikinger weit mehr beherrschten als nur die Kriegskunst.

Nordkap oder Königskrabben

Am nächsten Tag erreicht das Kreuzfahrtschiff den Höhepunkt seiner Reise: Von Honningsvåg aus fährt der Bus zum Kap. Das moderne Besucherzentrum, die Nordkaphalle, liefert Einblicke in die Lebensumstände im äußersten Norden Norwegens. Neben dem berühmten Monument „Kinder der Erde“ gibt es hier auch ein Restaurant/Café, eine Poststelle, eine Kapelle und ein Museum. Im Kino sollte man sich unbedingt die Dokumentation über die Jahreszeiten am Nordkap ansehen. Wer schon am Nordkap war und Spaß an Tempo hat, nimmt an einer RIB-Boot-Tour zu den Königskrabben teil.

Tromsø

Am Mittag des nächsten Tages legt die Artania in Tromsø an, dessen Stadtkern auf der Insel Tromsøya liegt. Der Ort ist Ausgangspunkt zahlreicher arktischer Expeditionen, worauf auch die Statue Roald Amundsen in einer kleinen Parkanlage am Kai aufmerksam macht. Die Rundfahrt führt zunächst zum Polaria Erlebniszentrum, dessen Architektur an das Packeis erinnert. Im Innern befindet sich das nördlichste Aquarium der Welt. Im Stadtzentrum dann gibt es hübsche Holzhäuser aus dem vorigen Jahrhundert zu sehen, die einträchtig Seite an Seite mit modernen Glas- und Betonbauten stehen. Über die Tromsø Brücke gelangt man zur Tromsdalen-Kirche, die als „Eismeer-Kathedrale“ bekannt ist. Die eigenwillige Architektur von Jan Inge Hovik soll das Polarlicht, Eis und die lange Dunkelheit sym-bolisieren. An ihrer Rückseite befindet sich eines der größten Glasgemälde der Welt.

Ålesund

Am zehnten Tag steht der Geirangerfjord im Mittelpunkt des Geschehens. Nach einer kurzen Rundfahrt durch Ålesund fährt der Bus den Romsdalfjord entlang. Er passiert den charakteristischen Berg Romsdalshorn und den alten Hof Fiva. Dann erreicht er die mit 1.000 Metern höchste Steilwand Europas, die Trollwand. Von dort geht es über Trollstigen in elf gewundenen Serpentinen den Berg hinauf. Beim Stegfoss Wasserfall genießt man den Blick über das Istertal. Ein Stopp an der Gudbrandschlucht gibt den Blick frei auf tiefe Gletschermühlen und bizarre Felsformen. Nach Überquerung des Nordalsfjordes geht es erneut bergauf. Über die Adlerkehre genießt man eine der schönsten Aussichten Norwegens, den Blick auf den Geirangerfjord. Tief unten im Fjord wartet die Artania, die inzwischen Geiranger erreicht hat.

Bergen

Das romantische Bergen ist ein wahres Schmuckstück Norwegens! Die zweistündige Rundfahrt führt sowohl in das alte wie auch das neue Bergen. An einer Siedlung mit Holzhäusern aus dem 18. Jahrhundert vorbei hat man von Eidsvåg einen wunderbaren Blick auf die vorgelagerte Inselwelt. Weiter auf der ältesten Straße der Stadt passiert man die Marienkirche und den geschäftigen Fischmarkt, um eine Pause am Hanseviertel, den Bryggen, einzulegen. Stadtauswärts Richtung Süden fährt man an der königlichen Residenz mit dem trutzigen Rosenkrantzturm vorbei, bevor der Ausflug am Schiff sein Ende findet.

Stavanger

Am nächsten Tag in Lysebotn hat man die Qual der Wahl: Ein Ganztagsausflug nach Stavanger oder die Natur beim Kreuzen durch den Lysefjord genießen, bevor die Artania am Abend in Stavanger anlegt. Wer an Bord bleibt, sieht auf der Fahrt die berühmte Felskanzel Preikestolen, die über 700 Meter fast senkrecht in den Fjord fällt. Stavanger ist auf alle Fälle für den letzten Tag der Reise reserviert. Der Rundgang führt durch Alt-Stavanger mit seinen weiß getünchten, immer noch bewohnten Holzhäusern, die liebevoll gepflegt werden. 173 denkmalgeschützte Häuser aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert zählt das Viertel. Auch der Dom und der Valbergturm liegen auf der Route. Vom Wachturm blickt man auf Stadt und Hafen. Gemütlich geht es durch hübsche Gassen zurück zum Schiff, das nach einem erholsamen Seetag wieder in Bremerhaven anlegt.

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Kirsten Fähmel
Als ausgewiesene Kreuzfahrt-Expertin kennt sich Kirsten Fähmel auf den Meeren dieser Welt aus. Ob AIDA, TUI Cruises, Costa oder MSC - zu allen großen Kreuzfahrtveranstaltern auf dem Markt kann sie wertvolle Tipps geben. Für Ihre private Reisen zieht es sie regelmäßig an Bord eines AIDA-Schiffes - und dabei bevorzugt ins Mittelmeer oder den hohen Norden.

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