Was wird aus der MS Deutschland?

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© Deilmann Kreuzfahrten

Die Hoffnungen des Insolvenzverwalters der Reederei Deilmann, Reinhold Schmid-Sperber waren groß, das ehemalige Traumschiff „MS Deutschland“ an einen Investor verkaufen zu können. Diese Hoffnung hat sich zunächst einmal zerschlagen, was vor allem die Besatzung des Schiffes bitter trifft. Diese verliert nun zum größten Teil ihre Arbeit. Trotzdem werden auch weiterhin Investoren für die MS Deutschland gesucht. Diese müssten sich aber mit zahlreichen Verbindlichkeiten und Werftkosten auseinandersetzen, die mit der MS Deutschland verbunden sind.

Die Reederei Deilmann meldet Insolvenz an

Die MS Deutschland wurde im Auftrag der Reederei Deilmann gebaut und 1998 getauft. Lange Jahre machte sich das Schiff einen Namen als „Traumschiff“ in der gleichnamigen ZDF-Serie. Die Beliebtheit des Kreuzfahrtschiffes wuchs durch diese Popularität immer mehr. Nachdem jedoch der Namensgeber der Reederei starb, konnte nicht an die früheren Erfolge angeknüpft werden. Stattdessen geriet die Reederei immer mehr in Schwierigkeiten und musste 2009 zum ersten Mal in Insolvenz gehen. Ein neuer Eigentümer übernahm die Firma und versuchte die Liquidität des Unternehmens durch Unternehmensanleihen zu verbessern. Außerdem gründete er die MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft. Leider ohne nennenswerten Erfolg. Wiederum übernahm ein Finanzinvestor das Unternehmen. Allerdings musste die Beteiligungsgesellschaft im Oktober 2014 Insolvenz anmelden. Das Insolvenzverfahren läuft seit diesem Jahr.

Zunächst alle Reisen der MS Deutschland abgesagt

Da die Zukunft der Reederei und der MS Deutschland ungewiss sind, wurden zunächst 30 der 48 Deilmann-Mitarbeiter freigestellt und die restlichen werden folgen. Zur Zeit wird an einer sozialverträglichen Lösung des Problems gearbeitet. Außerdem wurden alle geplanten Reisen der MS Deutschland abgesagt. Es sei im Moment nicht möglich, verbindliche Aussagen über die Zukunft zu treffen, so Sperber. Deswegen habe man sich zu diesem Schritt entschlossen, um den Mitarbeitern, Vertriebspartnern aber auch den Passagieren Planungssicherheit zu geben. Die Anzahlungen, die bereits für die Kreuzfahrten geleistet wurden, können dank des Kundengeld-Absicherers zurückgezahlt werden.

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© Deilmann Kreuzfahrten

Auf der Suche nach Geldgebern für die MS Deutschland

Nach dem geplatzten Verkauf der MS Deutschland wird nun intensiv nach neuen Investoren gesucht. Diese Aufgabe erweist sich jedoch als äußerst schwierig, da mit der MS Deutschland Verbindlichkeiten in einer Höhe von etwa 60 Millionen Euro verbunden sind. Hinzu kommen die Verbindlichkeiten der Reederei sowie die Kosten für einen lang geplanten Werftaufenthalt, beides ebenfalls in Millionenhöhe. Insgesamt haben rund 1.500 Gläubiger Ansprüche gegen die Reederei und die MS Deutschland. Deren Forderungen müssen nun beim Insolvenzverwalter angemeldet werden. Somit bleibt die Zukunft der MS Deutschland und der Reederei auch weiterhin ungewiss.

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Julia Korte
Kreuzfahrten sind Ihre Leidenschaft - egal ob auf dem Meer oder dem Fluss. Sie fasziniert diese Urlaubsform, da es die Möglichkeit gibt, innerhalb weniger Tage viele verschiedene Orte zu besuchen und dabei sein Hotelzimmer immer dabei zu haben. Einmal den Koffer auspacken und dann rundum genießen - das gefällt! Neben den großen Kreuzfahrt-Reedereien hat Julia Korte aber auch die "Nischenprodukte" für sich entdeckt - Hurtigruten steht dabei ganz oben auf der Liste.

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