Fusion der Meyer Werft und STX Finland beschlossene Sache

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Die Meyer Werft und der Schiffbauer STX Finland, zwei große Namen im Bereich des Kreuzfahrtschiffbaus, gaben ihre Zusammenarbeit bekannt. Mit 70% Anteil übernimmt die Meyer Werft das operative Geschäft des Schiffbauers und somit auch den Bau der von TUI Cruises bestellten Schiffe „Mein Schiff 5“ und „Mein Schiff 6“. Es geht den Unternehmen zufolge hierbei um eine Vereinigung von Kompetenzen, mit denen kein wie auch immer gearteter Personalabbau in Papenburg, der Heimat der Meyer Werft, oder Finnland, der Heimat von STX Finland, verbunden ist.

Größter Gewinn der Vereinigung stellt der Meyer Werft zufolge die Flexibilität auf dem Weltmarkt dar. Das bedeutet, dass auch große Projekte in Angriff genommen und gestemmt werden können. In Turku, dem Standort von STX Finland, arbeiten zurzeit 1.300 Mitarbeiter an der Fertigstellung der Schiffe für TUI Cruises. Die Meyer Werft verfügt demgegenüber in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern über rund 3.000 Mitarbeiter. Dank der aktuellen Auftragslage sind deren Arbeitsplätze etwa bis ins Jahr 2019 gesichert. Dennoch soll mit einem Generationenvertrag und einem Vertrag zur Standortsicherung für noch mehr Sicherheit gesorgt werden.

Verschmelzung von Sachkompetenz und Erfahrung

Synergien erhoffen sich die Meyer Werft und STX Finnland aus der Verschmelzung von Sachkompetenz und Erfahrung. Der Bereich „Forschung und Entwicklung“ soll vorangetrieben werden, um die angebotenen Schiffe noch leistungsstärker und zuverlässiger zu machen. Hierbei ergänzen sich die beiden Unternehmen und bieten sich gegenseitige Lerneffekte. Für die Meyer Werft bietet sich zudem die Möglichkeit, die eigene Position am Markt zu stärken sowie die Qualität und Attraktivität des Standorts Papenburg zu befeuern. Hoffnungen bestehen, dass aus der Meyer Werft die „europäische Zentrale des Kreuzfahrt-Schiffbaus“ wird, so Jan Peter Bechtluft, Bürgermeister von Papenburg.

Der Einstieg bei STX Finland ist nicht der erste Schritt der Meyer Werft in Richtung Expansion und Erweiterung des Know-hows. Schon in der Vergangenheit hat die Werft beispielsweise den Standort Rostock für sich gewonnen und durch kluges Personalmanagement und die Konzentration auf das Fachwissen der Mitarbeiter vor Ort eine Stärkung des eigenen Unternehmens und eine Verbesserung des Angebots erreicht. Die Geschichte der Werft reicht bis ins Jahr 1795 zurück und seit 1980 wurden insgesamt 37 Kreuzfahrtschiffe von ihr gebaut.

STX Cruises besitzt demgegenüber seit 2008 die Werft in Turku, in der unter anderem die „Oasis of the Seas“ und die „Allure od the Seas“, die derzeit größten Kreuzfahrtschiffe der Welt, gebaut wurden. Aktuell werden in der Werft die Schwesterschiffe des Kreuzfahrtschiffs „Mein Schiff 3“ für TUI Cruises gebaut. Durch den Zusammenschluss mit der Meyer Werft erhofft sich der Schiffbauer ein noch größeres Know-how sowie bessere Chancen am Weltmarkt.

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© Khrushchev Georgy – shutterstock.com
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Julia Korte
Kreuzfahrten sind Ihre Leidenschaft - egal ob auf dem Meer oder dem Fluss. Sie fasziniert diese Urlaubsform, da es die Möglichkeit gibt, innerhalb weniger Tage viele verschiedene Orte zu besuchen und dabei sein Hotelzimmer immer dabei zu haben. Einmal den Koffer auspacken und dann rundum genießen - das gefällt! Neben den großen Kreuzfahrt-Reedereien hat Julia Korte aber auch die "Nischenprodukte" für sich entdeckt - Hurtigruten steht dabei ganz oben auf der Liste.

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