Medizinische Versorgung auf Kreuzfahrtschiffen

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© khemporn tongphay - shutterstock.com

Auf den Kreuzfahrtschiffen sind Passagiere jeden Alters an Bord, junge und ältere Menschen, Kinder und Senioren, mit kleineren gesundheitlichen Wehwehchen oder vielleicht auch einer chronischen Erkrankung. Klar, auch auf hoher See können Krankheiten auftreten, die eine ärztliche Versorgung notwendig machen. So gehen chronisch kranke oder ältere Menschen gerne an Bord, da auf einem Schiff komfortabel mehrere Reiseziele entdeckt werden können, befürchten aber auch oft, dass während der Reise bedingt durch ihren Allgemeinzustand ein gesundheitlicher Zwischenfall auftreten könnte.

Selbstverständlich sind aber auch junge, gesunde Erwachsene oder Kinder nie vor einer Erkrankung auf See gefeit und sei es nur ein harmloser Infekt. Sicherlich ist bekannt, dass die Ozeanliner ein Bordhospital und einen Schiffsarzt an Bord haben, aber wie ist es eigentlich grundsätzlich um die medizinische Versorgung auf den Schiffen bestellt? Wir haben in Hinblick auf die Medizin Kreuzfahrtschiffe und deren Ausstattung einmal näher betrachtet.

Der Schiffsarzt ist immer zur Stelle

Heutzutage sind alle Kreuzfahrtschiffe mit einem Hospital ausgestattet, in dem medizinisches Personal und Schiffsärzte zugegen sind. Ob Seekrankheit oder Sturz, ein Infekt oder eine ernsthafte Erkrankung, im Notfall ist immer eine medizinische Behandlung gewährleistet. Im Übrigen können Schiffsgäste sichergehen, dass auf jeder Kreuzfahrt mindestens ein Arzt mitreist. Wenn es sich um ein Schiff unter deutscher Flagge handelt, ist vorgeschrieben, dass es ab einer Anzahl von 75 Menschen an Bord mindestens einen Arzt geben muss. Bei internationalen Schiffen gilt dieselbe Regelung für eine Anzahl von 100 Personen, Crewmitglieder mit eingerechnet.

Bei mehr als 800 Menschen an Bord, ist ein zweiter Arzt zwingend erforderlich. Grundsätzlich nehmen die führenden Reedereien die gesundheitliche Versorgung ihrer Gäste, aber auch der Bordcrew ernst, zumal kein Kreuzfahrtveranstalter das Risiko von Haftungsklagen eingehen möchte. Die Ausstattung des Hospitals ist daher oft mit der Notambulanz vergleichbar, die in deutschen Krankenhäusern üblich ist, und umfasst in der Regel einen Defibrillator und ein EKG-Gerät. Ebenso können Ultraschall-, Röntgen- und Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Meist ist die Ausstattung sogar derart umfassend, dass selbst Patienten an Bord gehen können, die regelmäßig eine Dialyse benötigen. Sollte darüber hinaus eine Spezialbehandlung notwendig sein, für die das Bordhospital nicht ausgelegt ist, werden erkrankte Passagiere in einem Hafen ausgeschifft und in ein Krankenhaus an Land gebracht.

Selbst vorsorgen vor Reiseantritt

Wer mit Blick auf die Medizin Kreuzfahrtschiffe und Seereisen näher betrachtet, muss auch die eigene Gesundheitsvorsorge im Auge behalten. Das beginnt bereits beim Kofferpacken und der Mitnahme von speziellen Medikamenten, wenn beispielsweise regelmäßig Herz- oder Rheumamedikamente eingenommen werden müssen. Diese sind im Gegensatz zu gängigen Arzneien wie Schmerztabletten oder Tabletten gegen die Seekrankheit nicht im Bordhospital vorrätig und dürfen daher vor der Abreise nicht in Vergessenheit geraten. Ebenso empfiehlt es sich, dass chronisch kranke Patienten ihre Verordnungen, medizinische Berichte und ärztliche Diagnosen mit sich führen.

Schwangere dürfen kurz vor dem errechneten Geburtstermin ohnehin nicht an Bord gehen, sollten sich aber auch im früheren Stadium der Schwangerschaft im Klaren darüber sein, dass die Schiffsärzte meist aus der Allgemeinmedizin oder der Inneren Medizin kommen, aber nicht speziell in der Gynäkologie oder Geburtshilfe ausgebildet sind. Nicht zuletzt muss auch bedacht werden, dass der Arzt auf einem Schiff, das unter internationaler Flagge fährt, oftmals nicht Deutsch spricht. Die medizinische Versorgung ist deshalb nicht schlechter, aber die Kommunikation mitunter schwieriger.

Medizinische Versorgung auf den Kreuzfahrtschiffen der beliebtesten Reedereien

AIDA Cruises

An Bord der AIDA-Schiffe gibt es ein Hospital mit Behandlungsräumen, in dem immer zwei Ärzte und mehrere Krankenpfleger arbeiten. Darüber hinaus besteht eine Zusammenarbeit mit der Uniklinik Rostock, wodurch die Bordmediziner per Satellitenverbindung mit Radiologen der Universitätsmedizin kommunizieren und über Röntgenbilder oder Diagnosen austauschen können.

TUI Cruises

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© TUI Cruises

Auch die Mein Schiff-Flotte von TUI Cruises ist mit Hospitälern ausgestattet, in denen jeweils zwei Ärzte der Allgemeinmedizin, Krankenschwestern und Assistenten zugegen sind. Darüber hinaus steht das Ärzteteam in Verbindung zum Medico Cuxhaven, wenn eine Zweitmeinung erforderlich erscheint. Dabei handelt es sich um eine Art maritimen Notfalldienst, an den sich auch alle Handelsschiffe auf den Weltmeeren wenden können.

MSC Kreuzfahrten

MSC zeichnet sich neben dem Bordhospital mit medizinischem Personal ebenfalls durch eine telemedizinische Versorgung aus, die in Kooperation mit dem Institut Giannina Gaslini in Genua stattfindet. Ziel ist auch an Bord der MSC-Schiffe eine bessere ärztliche Versorgung durch Ferndiagnosen und das Einholen einer Zweitmeinung von Experten an Land.

Hapag Lloyd

Bei Hapag Lloyd verfügt jedes Kreuzfahrtschiff über ein Bordhospital, das von einem erfahrenen Schiffsarzt geleitet wird. Neben den bis zu zwei Krankenschwestern gibt es ein Unterstützungsteam, das aus fünf, für Notfälle geschulten Crewmitgliedern besteht. Darüber hinaus sind die MS Europa und die MS Europa 2 mit einer Dialysestation ausgestattet.

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Daniela Huil
Die Büroleiterin der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale liebt Kreuzfahrten und kann bereits auf unzählige eigens erlebte Kreuzfahrten zurückblicken. Am liebsten genießt Daniela Huil das Kreuzfahrtleben an Bord der Wohlfühlflotte von TUI Cruises. Besonders in Erinnerung bleibt aber die Reise mit der MS Europa 2 von Singapur bis Rangun: "Eine traumhafte Mischung aus Luxus pur auf dem Schiff und unvergesslichen Eindrücken - von der Dynamik Kuala Lumpurs über die religiöse Vielfalt Ranguns bis hin zur Exotik Indiens."

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