Kreuzfahrt durch die Kanaren auf der AIDAbella

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© AIDA Cruises

Wenn es in Deutschland ungemütlich ist, sind die Kanaren für eine Kreuzfahrt eine gute Alternative. Hier ist es eigentlich immer schön – bei Maximaltemperaturen zwischen 20 und 28 Grad. Aufgrund der südlichen Lage müsste es viel heißer sein, doch die Meeresströmung und die Winde sorgen für eine angenehme Abkühlung. Nach einem viereinhalbstündigen Flug landen wir auf Teneriffa.

AIDAbella ab Teneriffa

Der Transferbus bringt uns zu unserem Schiff, der AIDAbella, im Kreuzfahrthafen von Santa Cruz de Tenerife. Mit 223.000 Einwohnern ist die Hauptstadt der größte Ort der Insel. Ihren Namen erhielt sie vom Heiligen Kreuz der Konquistadoren, das 1494 von Alonso Fernández de Lugo aufgestellt wurde. Da wir erst am Abend ablegen, bleibt uns noch Zeit für einen Bummel. Der Hafen ist belebt durch Kreuzfahrtschiffe, Fähren und Frachter. Farbenprächtig präsentiert sich der Mercado de Nuestra Senora de Africa in der Avenida de San Sebastian. Die Markthalle wurde 1943 über zwei Etagen im afrikanischen Stil erbaut und bietet alles, was das Herz begehrt: Obst, Gemüse, Fisch, Blumen und Kräuter. Herrlich!

Aber natürlich wollen wir auch die Rambla del General Franco sehen: Mit ihren gewaltigen Bäumen, Cafés und Kiosken übt die schicke Flaniermeile eine geradezu magische Anziehungskraft aus. Bogenförmig zieht sie sich fast durch die ganze Stadt – von Ost nach West. Im Zentrum befindet sich die Stierkampfarena an der Rambla, die heute aber nur noch für Großveranstaltungen und Konzerte genutzt wird. Abends gibt es an Bord zur Einstimmung eine Party mit Lasershow, die die Ziele unserer Reise zeigt. Das Ablegen wird stimmungsvoll von dem Song „Sail Away“ von Enya begleitet.

Blumeninsel Madeira

Auf unserer Route durch die Kanaren legen wir am Mittag des nächsten Tages in Funchal auf der Blumeninsel Madeira an. Die Insel gehört nicht zu den Kanaren, sondern zu Portugal, ist aber so traumhaft schön, dass sie auf der Kruezfahrt nicht fehlen darf. Hier blüht alles, was bei uns zu Hause mühsam kultiviert wird: Strelitzien, Orchideen und Flammenbäume bieten ein munteres Farbspektakel.

Unser Ausflug führt uns zu einer Weinverköstigung nach Monte. Nomen est Omen: Der Ort „Monte“ liegt auf einem Berg. Schon Kaiserin Sissi erholte sich hier von ihrem Lungenleiden. Der Terrantez und der Verdelho sind edle Weißwein-Rebsorten, aus der Bastardo-Rebe wird Rotwein gekeltert – alles mundet ausgezeichnet. Wir besichtigen auch die berühmte Wallfahrtskirche „Nossa Senora do Monte“, die 1741 erbaut, aber erst 1818 eingeweiht werden konnte. Dazwischen (1748) gab es leider ein mächtiges Erdbeben, das alles zerstörte. Sehenswert ist der Hochaltar mit dem Bildnis der Jungfrau Maria. Anschließend gehen wir, beschwingt vom Wein, über den Mercado dos Lavradores. Ein Blick auf die Fische lohnt sich, gibt es hier doch Sorten, die wir noch nie gesehen haben. Eindrucksvoll ist auch ein Blick auf das schier unendliche Blumenmeer. Im botanischen Garten kommen wir nicht aus dem Staunen heraus: Hier finden sich über 2.000 verschiedene Pflanzen, jede von ihnen ist mit ihrem Namen versehen.

Da wir über Nacht auf Madeira bleiben, machen wir abends noch einen romantischen Spaziergang durch die blühende Stadt Funchal und probieren in einer der Bars einen Poncha. Dieser Cocktail wird zu gleichen Teilen aus Zitronensaft, Honig und Zuckerrohrschnaps gemixt und ist erfrischend köstlich!

Am folgenden Tag streifen wir auf eigene Faust durch die Blumenstadt Funchal. Die malerische Altstadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert und vom Kreuzfahrthafen aus gut zu Fuß zu erreichen. Neben Restaurants finden sich hier viele kleine Boutiquen zum Stöbern. Etwas früher gehen wir an Bord, um noch das Dampfbad im afrikanisch inspirierten Wellness-Bereich zu genießen. Traumhaft ist die riesige Ruheoase – hier wurde nicht an Platz gespart.

Fruchtbares La Palma

Den nächsten Tag verbringen wir auf La Palma, wo wir in Santa Cruz de la Palma anlegen. Wir fahren mit dem Bus in den Nationalpark Caldera de Taburiente. Unser Weg führt über Santuario de Las Niveas, dem Ort der Insel-Schutzpatronin, zum Besucherzentrum des Parks.

Der Caldera de Taburiente ist ein riesiger Vulkankrater, der wie eine Festungsanlage wirkt. Wir spazieren an seinem Rand entlang – ein tolles Wechselspiel von blauem Himmel, rauen Felsen und fruchtbarer Vegetation. Wir haben fast das Gefühl, im Dschungel zu sein! An einigen Stellen sind die Felswände bis zu unglaublichen 2.000 Metern hoch! Viele schöne Wanderwege laden zum Naturerlebnis ein.

Parks auf Gran Canaria

Die Schiffspassage nach Gran Canaria ist kurz, und so schlendern wir noch am Abend durch die Straßen von Las Palmas. Die Bar Esquina de los Sobrinos liegt in der Strasse Montesdeoca, eine der ältesten Gassen der Altstadt. Hier trifft man sich, um Jarras (= 0,5 Liter Krug mit Bier) zu trinken. Morgens heißt es nach dem Frühstück „Rauf auf´s Rad“. Entlang der Uferpromenade radeln wir gemütlich in Richtung Yachthafen und weiter durch das Villenviertel Ciudad Jardin. Der Name bedeutet „Gartenstadt“. Hier befindet sich der Parque Doramas, einer der schönsten Parks des Archipels. Weiter geht es vorbei am Casino und der herrlichen Gartenanlage des Pueblo Canario Richtung Triana mit seinen hübschen Jugendstilgebäuden. Wir besichtigen die reizvolle Kathedrale Santa Ana, die durch ihre 400-jährige Bauzeit ab 1497 zahlreiche Stilelemente von Gotik über Barock bis zum Klassizismus vereint. Die letzte Station ist das Haus des Kolumbus, das allein schon aus architektonischer Sicht interessant ist – ein vollkommenes Beispiel kanarischer Baukunst aus dem 15. Jahrhundert. Seinen Namen verdankt das Haus dem Gerücht, dass Kolumbus am 9.August 1492 hier übernachtet haben soll.

Traumstrände auf Fuerteventura

Puerto del Rosario ist der klangvolle Name unserer nächsten Station auf der Insel Fuerteventura. Neuer Tag – neues Glück: Die Insel ist besonders für Ihre wunderschönen Sonnenstrände berühmt – und so gönnen wir uns einen Badeausflug nach Jandia. Mit dem Bus sind wir in einer Stunde am südlichsten Zipfel der Insel, Morro Jable. Wir fahren vorbei an trockenen Felswüsten und Dünen im Landesinneren. Kein Wunder, dass sich nur Ziegen, die Wahrzeichen der Insel, hier heimisch fühlen. Wiederholte Vulkanausbrüche und angewehter Saharasand ließen die Landwirtschaft im 17. und 18. Jahrhundert fast völlig kollabieren. Heute lebt die Insel primär vom Tourismus. Traumhaft – dieser goldgelbe Badestrand. In den Geschäften gibt es alles von Mode bis Parfüm – ein doppelter Genuss aus Entspannung und Einkauf!

Felsiges Lanzarote

Abends geht es weiter nach Lanzarote, wo wir in Arrecife anlegen. Auch auf dieser Insel sind Bäume und Blumen Mangelware. Dafür schillert die Vulkanlandschaft in den verschiedensten Rottönen. Unser Ausflug am nächsten Tag führt uns über die alte Inselhauptstadt Teguise zum Aussichtspunkt Haria. Wunderschön anzusehen ist die Plaza Léon y Castillo mit ihren restaurierten, weißen Häusern. Auch die Fernsicht auf das „Tal der 1.000 Palmen“ ist atemberaubend. So eine Oase hätten wir hier nicht vermutet! Warum diese Gegend so fruchtbar ist, können noch nicht einmal die Lanzaroteños plausibel erklären. Weiter geht es zum Aussichtspunkt Mirador del Rio, der von César Manrique mit großen Mobiles gestaltet wurde. Der von Lanzarote stammende Maler, Architekt und Bildhauer lebte von 1919 bis 1992 und gelangte mit seiner abstrakten Kunst zu Weltruhm. Sein besonderes Engagement galt dem Schutz der Insel vor wildem, touristischem Bauboom. Das ist noch heute wohltuend zu spüren.

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Daniela Huil
Die Büroleiterin der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale liebt Kreuzfahrten und kann bereits auf unzählige eigens erlebte Kreuzfahrten zurückblicken. Am liebsten genießt Daniela Huil das Kreuzfahrtleben an Bord der Wohlfühlflotte von TUI Cruises. Besonders in Erinnerung bleibt aber die Reise mit der MS Europa 2 von Singapur bis Rangun: "Eine traumhafte Mischung aus Luxus pur auf dem Schiff und unvergesslichen Eindrücken - von der Dynamik Kuala Lumpurs über die religiöse Vielfalt Ranguns bis hin zur Exotik Indiens."

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