Kreuzfahrt Norwegen mit der „Mein Schiff“ zum Nordkap

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© TUI Cruises

Kann eine Nordland Kreuzfahrt schöner beginnen? Wir freuen uns auf nordische Sonne, Gletscher und Fjorde. Bei Sonnenschein und dem Klang der „Mein-Schiff“-Hymne verlassen wir den Hafen von Kiel mit Kurs auf Norwegen. Nach dem Auspacken habe ich die Wahl zwischen Buffet- und Menürestaurant, überall ist freie Platzwahl. Ich entscheide mich für das Buffet-Restaurant und lasse mir im Wok ein paar Garnelen mit Gemüse zubereiten. Am nächsten Morgen kitzeln mich Sonnenstrahlen wach: Ein Seetag steht bevor.

Im Nordland angekommen

Am Mittag des nächsten Tages erreicht das Schiff Olden – bei schönstem Wetter. Das idyllische Dörfchen liegt am Kopfende des Innvikfjords und ist umgeben von steilen Bergen, Wasserfällen und Gletschern. Vom Briksdal-Restaurant aus wandern wir in einer knappen Stunde zum Briksdal-Gletscher. Bis in eine Höhe von 1.200 Metern zieht sich die majestätische Erscheinung hinauf.

Trondheim

Trondheim liegt etwa 70 Kilometer vom offenen Meer entfernt direkt an der Mündung des Flusses Nidelv und dem Trondheimfjord. Auch Trondheim lässt es sich nicht nehmen, mich am nächsten Tag mit Sonnenschein und immerhin 11 Grad Celsius zu begrüßen. Gegründet wurde die Stadt im Jahre 997 von Olav I. „Tryggvason“. Seinen Beinamen „Krähenbein“ erhielt er, weil er aus Vogelknochen zu lesen pflegte.  Bevor wir anlegen, passieren wir die Museumsinsel Munkholmen. Auf dem etwa 20 Minuten dauernden Fußweg in die Stadt mache ich einen Schlenker in das moderne Hafenviertel, eine bunte Mischung aus restaurierten Speichern, Büros, Wohnungen und einer lebhaften Gastronomieszene. Weiter geht es zum Nidarosdom. Der Bau wurde zwar schon 1070 begonnen, aber immer wieder durch Feuer zerstört.

Die Überführung der Krönungsinsignien 1988 bestätigte die Stellung des Doms als Krönungskirche. Von innen wirkt das Gebäude majestätisch, gotische Formsprache dominiert. Gleich nebenan liegt der erzbischöfliche Hof. Im 12. Jahrhundert war er geistliches und politisches Zentrum, heute beherbergt er Museen mit archäologischen Funden, eine Rüstkammer und ein Krönungsmuseum. Das Museumscafé nur wenige Meter rechts vom Dom bietet mir nicht nur einen frischen Mittagssalat, sondern auch Kunstgenuss gratis. Meine nächste Station, die königliche Residenz Stiftsgården aus dem 18. Jahrhundert mit ihren 140 Zimmern, wird gerade renoviert und präsentiert sich teils verschleiert. Die Grundfläche des größten Holzhauses Nordeuropas misst stattliche 58 mal 13 Meter.

Svartisen-Gletscher

Der nächste Tag steht im Zeichen des Svartisen-Gletschers, dem zweitgrößten Gletscher Norwegens. Und wieder: Sonnenschein. Doch erst einmal passieren wir den Polarkreis, der auf einer kleinen Insel mit einer Weltkugel deutlich markiert ist. Wir ankern im Hollandfjord vor Svartisen. Mit Tenderbooten gelangen wir binnen fünf Minuten an Land. Passgenau legen die Boote an, selbst für Rollstuhlfahrer ist die Passage bequem. Und zusätzlich steht überall Personal, das beim Ein- und Aussteigen hilft. Vorbei an Schafsherden, Bauernhöfen und Blumenwiesen geht es hinauf zum Gletscher, jeder so weit, wie er mag. Den ganzen Weg über hat man sein Ziel fest im Blick. Unfassbar, so viel Natur auf einmal. Nachmittags entspanne ich in einer Hängematte an Bord.

Lofoten und Nordkap

Schon auf dem Weg zu den Lofoten passieren wir kleine Insellandschaften. Mit Tenderbooten geht es von unserem Ankerplatz in wenigen Minuten zum Hafen Buksnes Fjorden und von da aus weiter zum Vogelkundeausflug. Im Seeörtchen Eggum bauen wir vor einem Fort aus dem zweiten Weltkrieg die Okulare auf, doch die Vögel wollen sich nicht so recht sehen lassen. Vogelexperte Jon meint, das läge an dem starken Wind. Wir sehen immerhin Seeadler, Raubmöwen, Silbermöwen und auf dem Rückweg noch einen Austernfischer mit seinem grell orangen, spitzen Schnabel.

Nach einem Seetag tendern wir vor Honningsvåg, dem Startpunkt für unseren Ausflug zum Nordkap. Eine grandiose Aussicht über das ausnahmsweise ruhige Meer erwartet uns. In dem Gebäudekomplex am Nordkap befinden sich unter anderem ein Museum, eine Kapelle, ein Kino, ein Andenkenladen und eine Poststation, an der man seine Ansichtskarte mit dem original Nordkapstempel versehen lassen kann.

Hanseatisches Bergen

Nach einem weiteren Seetag legt das Schiff in Bergen an. Der Name der Stadt bedeutet so viel wie „Wiese zwischen den Bergen“. Hier komme ich in den Genuss einer Privatführung: Ein Ehepaar, mit dem ich Bekanntschaft geschlossen habe, kennt einen hier lebenden, deutschen Tourismuslehrer. Zusammen gehen wir vorbei an dem Rosenkrantzturm aus dem Jahre 1568, einem Teil der Festungsanlage Bergenshus, zum Fischmarkt, wo es nicht nur Krebse und Stockfisch, sondern auch Norwegerpullover und Blumen zu kaufen gibt.

Anschließend fahren wir mit der Fløybahn auf den Berg. Die Standseilbahn wurde 1918 errichtet und vor drei Jahren renoviert. Die Steigung, die sie auf dem Weg zur 300 Meter hohen Bergstation überwindet, liegt zwischen 15 und 26 Prozent. Wir haben die ganze Stadt im Blick – inklusive unseres Schiffes. Nach oben hin erhebt sich der stolze Ulrikenberg mit einer Höhe von 640 Metern. Das schöne Wetter nutzen wir für einen Spaziergang zu einem kleinen See. Nach der Talfahrt führt uns unser Privatführer links neben der Station die Gasse hoch und zeigt uns ein Viertel mit verwinkelten, alten Holzhäusern. In der Øvre Hamburgersmug machen wir in „Det Lille Kaffekompaniet“ eine kleine Pause. Höchstens 20 Gäste passen in das preisgekrönte Mini-Café, zahlreiche Auszeichnungen hängen auf dem „stillen Örtchen“.

Anschließend besichtigen wir die Bryggen, das historische Hafenviertel der Stadt. Da das Wasser manchmal bis zu den Holzhäusern reicht, sind diese mit einem Hebemechanismus versehen, um das gegebenenfalls morsche Holz der Unterkonstruktion mühelos ersetzen zu können.

Auf dem Kreuzfahrt Schiff

Zurück auf dem Schiff, erwartet mich ein feierliches Abendessen im Gourmet-Restaurant Richard´s, dessen exzellente Küche jeden Bissen Wert ist. Der vorletzte Tag ist ein Seetag. Ein letztes Mal gönne ich mir einen Fruchtsaft in der Spa Bar und mein Buch in der „Himmel und Meer Lounge“, in der man aus bequemen Sitzsäcken einen phantastischen Panoramablick hat. In Kiel herrscht strahlender Sonnenschein, und so legt sich die Wehmut beim Abschiednehmen von der „Mein Schiff“. Das war bestimmt nicht meine letzte Nordland Kreuzfahrt zum Zauber des Nordens.

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Kirsten Fähmel
Als ausgewiesene Kreuzfahrt-Expertin kennt sich Kirsten Fähmel auf den Meeren dieser Welt aus. Ob AIDA, TUI Cruises, Costa oder MSC - zu allen großen Kreuzfahrtveranstaltern auf dem Markt kann sie wertvolle Tipps geben. Für Ihre private Reisen zieht es sie regelmäßig an Bord eines AIDA-Schiffes - und dabei bevorzugt ins Mittelmeer oder den hohen Norden.

1 Kommentar

  1. […] Kreuzfahrt Zeitung пишет: Trondheim liegt etwa 70 Kilometer vom offenen Meer entfernt direkt an der Mündung des Flusses Nidelv und dem Trondheimfjord. Auch Trondheim lässt es sich nicht nehmen, mich am nächsten Tag mit Sonnenschein und immerhin 11 Grad Celsius … […]

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