Die Geschichte der Kreuzfahrt

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Ob als Gast eines edlen Luxusliners, oder als Familie ganz ungezwungen auf einem Schiff voller Freizeitangebote, Kreuzfahrten stehen weiterhin hoch im Kurs. Und die Schiffseigner setzen für diesen Kurs zu immer neuen Zielen an Bord immer modernere Schiffe ein, die für ihre Passagiere ein Höchstmaß an Erholung und Abwechslung bieten. Zurückblickend ist die Geschichte der Kreuzfahrt überaus interessant. Kaum ein anderer Tourismusbereich hat im Laufe der Jahre einen derart tief greifenden Wandel zugunsten seiner Kunden und Anhänger erfahren, wie die Kreuzfahrtindustrie. Die Geschichte der Kreuzfahrt ist ein Stück Seefahrtgeschichte.

Die Geschichte der Kreuzfahrt: Es begann mit wenig Luxus

Immer wieder gibt es illustre Zeitgenossen, die die Geschichte der Kreuzfahrt König Odysseus von Ithaka und seinen Gefährten zuschreiben. Man muss kein Spezialist für griechische Mythologie sein, um festzustellen, dass die zehntägige Odyssee mit der Geschichte der Kreuzfahrt recht wenig zu tun hat. Entspannung gab es keine, die angesteuerten Häfen waren wenig einladend, und so richtig wusste man auch nicht, wohin die Reise denn führte. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden Schiffe fast ausschließlich auf Entdeckungsreisen, zur Kriegsführung, oder als wichtiges Transportmittel eingesetzt. Zwar gab es bereits seit dem Jahre 1819 mit der Savannah ein hochseetaugliches Passagierschiff, doch innerhalb der Geschichte der Kreuzfahrt sollte es keine Nennung finden.

Die Savannah war der erste Dampfer, der den Atlantik überquerte. Ladung oder gar Passagiere wurden allerdings aus Sicherheitsgründen nicht mit an Bord genommen. Rückblickend verpasste die Savannah damit einen Eintrag in das Buch über die Geschichte der Kreuzfahrt, denn die Rückreise von Großbritannien führte zwar im Rahmen einer kleinen Europa-Rundreise zurück in die Staaten, allerdings wieder ohne Gäste an Bord. Tatsächlich dauerte es bis zur allerersten Kreuzfahrt weitere 72 Jahre.

Kreuzfahrten als Mittel aus der wirtschaftlichen Not

Die Idee, Passagiere zu einer Kreuzfahrt ablegen zu lassen und damit den Grundstein zur Geschichte der Kreuzfahrt zu schaffen, wurde aus wirtschaftlicher Not geboren. Die 1847 gegründete Reederei Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, kurz Hapag, hatte sich im Linienverkehr zwischen Hamburg und New York einen Namen gemacht. Zunächst befuhr man die Strecke mit Segelschiffen. Vor allem die Deutschen trauten der Dampfschifftechnik noch nicht so recht. Hinzu kamen politische und wirtschaftliche Wirren, welche die Geschichte der Kreuzfahrt jedoch nachhaltig prägen sollten.

Zunächst ließ der Sezessionskrieg in den USA, der deutsch-dänische Krieg sowie der deutsch-französische Krieg die Auswandererzahlen spürbar und nachhaltig sinken. Dann entstand mit der Transatlantischen-Schifffahrtsgesellschaft, die ebenfalls in Hamburg gegründet worden war, das erste Konkurrenzunternehmen. Preise von 30 Talern für die Passage zwischen Europa und dem amerikanischen Kontinent führten bei allen beteiligten Reedereien zu Verlusten in Millionenhöhe. Die Adler-Linie war 1875 zur Fusion mit der Hapag gezwungen, die durch den Ankauf nun zusätzliche Kapazitäten frei hatte. Auch auf der so beliebten und begehrten Transatlantikroute verkehrten mittlerweile zahlreiche Linienschiffe. Reedereien kämpften ums Überleben. Die Geschichte der Kreuzfahrt kam ins Rollen.

Die Geschichte der Kreuzfahrt: Aus der Not wird eine Idee

Der Hamburger Reeder Albert Ballin gehört zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Hapag und hat an der Geschichte der Kreuzfahrt nachhaltig mitgeschrieben. Im Jahre 1886 wurde er Leiter des Passagedienstes der Hapag und zwei Jahre später in den Vorstand der Reederei berufen. Albert Ballin kümmerte sich vor allem um die Neuordnung des Passagiergeschäfts. Ihn störte, dass die Schiffe in den Wintermonaten stillstanden, da zu dieser Jahreszeit niemand den Nordatlantik bereisen wollte. Seine Idee war, das Schiff auch und – gerade als – Transportmittel für Vergnügungsreisen anzubieten, die in wärmere Gebiete führten.

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Gerade recht kam Ballin die Augusta Victoria, ein Schnelldampfer, benannt nach derdeutschen Kaiserin Auguste Victoria. Das Schiff war erst im Mai 1889 in Dienst gestellt worden und hatte sich im selben Monat mit der schnellsten Transatlantik-Jungfernfahrt von Ost nach West einen Namen gemacht. So begann die Geschichte der Kreuzfahrt mit einer zwei Monate dauernden Seefahrt, an der es den Passagieren nicht an Luxus fehlte.

Kaiser Wilhelm II. war bei der Abfahrt der Augusta Victoria in Cuxhaven höchstpersönlich vor Ort. Von dort ging es zunächst nach Southampton, dann weiter über Gibraltar, Genua, Kairo, Jerusalem, Damaskus und Istanbul bis nach Athen. Die Rückfahrt führte das Schiff via Malta, Neapel und Lissabon zurück nach Hamburg. Die 241 Gäste an Bord erlebten zum ersten Mal die Reize und Schönheiten einer Kreuzfahrt. Unter ihnen war, neben Albert Ballin, auch der Maler und Zeichner Christian Wilhelm Allers. Allers hielt seine Eindrücke in dem Bildband „Erinnerungen an die Reise der Augusta Victoria in den Orient“ fest, bis heute ein stimmungsvolles Bild der Geschichte der Kreuzfahrt.

Die Kreuzfahrtindustrie: Ein neuer Wirtschaftszweig

Schnell erkannten Reedereien, welches Potenzial Schiffe abseits des Linienverkehrs besaßen. Albert Ballin setzte fortan nicht nur die Augusta Victoria zu Kreuzfahrten ein, sondern auch ihre Schwesterschiffe Columbia, Normannia und die Fürst Bismarck. Die erste Mittelmeer Kreuzfahrt wurde zu einem festen Buchungsangebot der Hapag. Hinzu kamen Reisen nach Spitzbergen und zu den Westindischen Inseln. Bald schon wurden die Seereisen um Landausflüge und Besichtigungen ergänzt. Die Kundschaft war begeistert. Die Geschichte der Kreuzfahrt wurde weiter geschrieben. Nun waren die eingesetzten Schiffe zwar ordentliche Transportmittel, aber eben vornehmlich für reine Passagestrecken von A nach B konzipiert worden.

Die Möglichkeiten zur Erholung und Abwechslung an Bord waren begrenzt. Nicht alle Decks waren zugänglich, was gerade bei Reisen in südliche Gefilde sehr schade war. Und auch die Kabinen der Linienschiffe ließen beim meist verwöhnten und elitären Passagier-Publikum einige Wünsche offen. Abgesehen davon, dass mit der Idee zu Kreuzfahrten ein völlig neuer, touristischer Wirtschaftszweig geschaffen worden war, konnte sich die noch junge Kreuzfahrtindustrie nun auch auf den Werftbereich ausbreiten. Ein wichtiger Aspekt, betrachtet man die Geschichte der Kreuzfahrt. Neue, den Anforderungen und Wünschen von Gästen und Reedereien angepasste Konzepte von Kreuzfahrtschiffen mussten entwickelt werden. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt als Generaldirektor der Reederei gab Albert Ballin den Bau für ein reines Kreuzfahrtschiff in Auftrag. Ein Meilenstein in der Geschichte der Kreuzfahrt.

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Die Geschichte der Kreuzfahrt im Wandel

Mit der Prinzessin Victoria Luise lief am 29. Juni 1900 das allererste von vielen folgenden Kreuzfahrtschiffen vom Stapel, benannt nach der einzigen Tochter des mit Ballin befreundeten, deutschen Kaisers. Die Prinzessin Victoria Luise war ein weißes, schlankes Schiff mit zwei Schornsteinen im Stil einer Privatjacht. Die Passagiere wurden in insgesamt 120 Kabinen mit jeweils eigenem Bad und eigener Toilette mit Luxus vom Feinsten verwöhnt. Hinzu kamen ein Fitnessraum sowie eine Bibliothek. Die Jungfernfahrt führte die Prinzessin Victoria Luise nach New York, von wo aus sie zu ihrer ersten Kreuzfahrt nach Westindien startete. Es folgten Reisen durch das Mittelmeer und das Schwarze Meer. Bald schon wurde das Kreuzfahrtangebot der Hapag durch die Meteor, die Moltke, die Hamburg, die Blücher und die neu gekaufte Oceana ergänzt.

Die Geschichte der Kreuzfahrt hat im Laufe der vielen Jahre eine erfreuliche Veränderung erfahren. Heute gibt es Angebote für ein breites Publikum, Schiffe für jeden Geschmack und Reisen für jeden Geldbeutel. Dabei stehen nicht mehr nur die Ziele im Vordergrund, sondern auch das Kreuzfahrtschiff selbst. Passagiere eines Luxusliners finden ebenso ihre Erfüllung, wie Singles an Bord eines Unterhaltungsschiffes, die beispielsweise auf Eventkreuzfahrten dem persönlichen Glück ein wenig auf die Sprünge helfen möchten. Paare auf der Suche nach Erholung können gleichermaßen aus dem reichhaltigen Reiseangebot der Reedereien und Veranstalter wählen, wie Familien mit Kindern, die Spaß und Abwechslung im Urlaub suchen und sich für eine Themenkreuzfahrt entscheiden. An der Geschichte der Kreuzfahrt wird, Dank der positiven Entwicklung der Branche und immer wieder neuen Schiffen, weiterhin fleißig geschrieben.

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Thomas Rolf
Den Entdeckergeist hat Thomas Rolf vor vielen Jahren bei sich entdeckt. Schon in der Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann Anfang der 90er Jahre haben es ihm insbesondere Kreuzfahrten angetan. Heute ist er quasi ein wandelndes Lexikon, wenn es um Reisen auf dem Wasser geht. Der heutige Geschäftsführer der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale selbst favorisiert das Mittelmeer für seine persönliche Kreuzfahrten: Und dies aus ganz einfachen Gründen: "Es gibt viele traumhafte Orte zu entdecken und in zweieinhalb Stunden Flugzeit ist man auf dem Schiff."

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