Kanada & USA

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© Hannamariah - shutterstock.com

Am 22. September nachmittags landeten Reiner (67) und Margot (62) Heidrich in Montreal. Die zweitgrößte Stadt Kanadas empfing sie bei strahlendem Sonnenschein mit 25 Grad Celsius – die Temperaturen fühlten sich mehr nach Sommer als nach Herbst an.

Eine Kreuzfahrt die begeistert

Und so sollte es auch – bis auf einen absoluten Ausnahmetag – während der elftägigen AIDA-Reise von Montreal nach New York bleiben. Die AIDAaura ist das dritte Schiff der Flotte und mit einer Kapazität für gut 1.260 Gäste angenehm überschaubar. 633 Kabinen mit modernen Himmelbetten sind freundlich in den Farben Sonnengelb, Orange, Kiwi und Mittelmeerblau gehalten. Erst einmal auspacken! Mit dem Schiff war das Ehepaar bereits vertraut, denn es hatte auf ihm zuvor eine Karibik-Kreuzfahrt gemacht. Schon auf ihrer ersten Seereise hatten die Heidrichs die sportlich-legere Atmosphäre schätzen gelernt. Durch die freie Platzwahl beim Essen lernten sie stets nette Leute kennen, mit denen sie interessante Gespräche führten und Reiseerfahrungen austauschten. Bei der Restaurantwahl waren die zwei inzwischen Profis: Da jeder Tag kulinarisch unter einen bestimmten Motto stand, machten Sie sich erst schlau und entschieden sich dann spontan nach Lust und Laune. Mal lockte das Marktrestaurant mit seiner mediterranen Atmosphäre und seiner Frischen-Küche, mal das Calypso-Restaurant mit seiner attraktiven Terrasse und  internationalen Themen-Buffets von der Karibik bis nach Spanien.

Start in Montreal

Der nächste Tag gehörte voll und ganz der 3,7 Millionen-Metropole Montreal. Der Ausflugsbus wartete morgens bereits am Schiff, um gleich nach dem Frühstück zu starten. Da die offizielle Sprache französisch ist, sind auch alle Verkehrsschilder in der Landessprache gehalten, aber ansonsten kommt man auch mit Englischkenntnissen gut zurecht. Ein absoluter Höhepunkt war die Besichtigung der Notre-Dame Basilika. Das neugotische Gotteshaus aus dem 19.Jahrhundert hat nicht nur eine fantastische Architektur, sondern ebenso eine hörenswerte Orgel. Die Stadt ist sehr grün und beeindruckt mit ihren zahlreichen Parks, allen voran der Mount Royal Park, von dessen Aussichtsterrasse die beiden einen perfekten Blick über die Stadt genossen.

Sein Artenreichtum in Flora und Fauna macht ihn zu einem begehrten Reiseziel für Naturliebhaber. Sehr gut konnten sie von dort auch das wie eine fliegende Untertasse aussehende Olympiastadion sehen, das im gleichnamigen Park liegt. Weil die Erstellung des Komplexes 1,4 Milliarden kanadische Dollar kostete, erhielt es den Spitznamen „The big Owe“, zu Deutsch: die großen Schulden. Da es auch freie Zeit zum Shoppen gab, ließen sich die beiden durch die Straßen und Märkte treiben und warfen einen Blick in die „Underground-City“, den etwa 12 qkm großen, unterirdischen Shopping-, Hotel-, Restaurant-, Vergnügungs- und Bürokomplex im Untergrund der Stadt. Nach einem langen Erkundungstag ging es dann um 18 Uhr zurück auf die AIDAaura, die abends zu ihrem nächsten Ziel aufbrach.

Zauberhaftes Québec

Am nächsten Morgen konnten Reiner und Margot Heidrich aus ihrer Außenkabine den Blick auf Québec genießen. Und wieder: 25 Grad und Sonnenschein! So fing ein Ausflugstag gut an! Dieses Mal hatten sie einen Stadtrundgang gebucht, denn das einstige Fellhandelszentrum teilt sich reizvoll in Ober- und Unterstadt. Sie liefen durch gewundene, mit Kopfsteinen gepflasterte Gassen und bewunderten die historischen Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Das Auffälligste von Ihnen war dabei das Château Frontenac, das heute ein Luxushotel mit einem Traumblick auf den St. Lorenz-Strom beherbergt. Noch heute zeugt die Stadtmauer von den einstigen Gebietskämpfen zwischen Frankreich und Großbritannien. „Für mich die schönste Stadt der ganzen Reise“ resümiert Margot Heidrich.

Entspannen auf See

Nach zwei ereignisreichen Tagen folgten zwei Seetage. Zeit zum Genießen in der Panoramasauna im 1.100 qm großen Wellnessbereich, aber auch das Fitnesstraining an den Ausdauer- und Kraftgeräten kam nicht zu kurz. Wegen des schönen Wetters konnte man auch ganz traumhaft an Deck liegen und in die Sonne blinzeln. Gern stöberte Margot Heidrich in der Bibliothek. Und dann gab es ja noch immer die interessanten Vorträge der Lektoren.

Stattliches Halifax

Das nächste Ziel der Reise war die 370.000 Einwohner zählende Stadt Halifax, die Hauptstadt von Nova Scotia oder Neuschottland. Neben der Kreuz- und Containerschifffahrt sind der Fischfang und die Landwirtschaft zentrale Säulen der Wirtschaft. Der Uhrturm ist das Wahrzeichen der Stadt. Die Besichtigungsfahrt führte vorbei am Province House und der Halifax City Hall, doch im Zentrum des Ausfluges stand die sternenförmige Zitadelle auf dem Citadel Hill. Sie soll der Grund dafür gewesen sein, dass die Stadt niemals in ihrer Geschichte feindlichen Angriffen ausgesetzt war. Durch seinen viktorianischen Stil begeisterte die beiden auch der Public Garden der Stadt. Da die AIDAaura bereits am Nachmittag ablegte, blieb leider keine Zeit mehr für einen Bummel am Wasser oder durch die nahe gelegenen Boutiquen.

Idyllisches Bar Harbor

Nach Kanada dann der erste Hafen in den USA: Bar Harbor war eine beschauliche Stadt, laut Margot Heidrich „eine typisch amerikanische Kleinstadtidylle wie im Film.“ Im Sommer ist der an den Acadia Nationalpark grenzende Ort ein beliebtes Naherholungsziel. Hier nahmen die Heidrichs nicht an einem Ausflug teil, sondern machten sich auf eigene Faust auf den Weg. Wieder auf dem Schiff, bereitete sich das Paar aus Bad Marienberg im Westerwald auf Boston vor.

Boston University

Eine Reise kann man bis ins letzte Detail planen, nur das Wetter lässt sich  leider nicht nach Wunsch bestellen. Und so war Boston am nächsten Tag der erste und einzige Ort der Reise, in dem Regen und Nebel auf die Kreuzfahrer wartete. Doch wie heißt es so schön: Es gibt nur schlechte Kleidung, und so motivierten sich die Heidrichs zu einem Ausflug. Boston ist die größte Stadt Neuenglands und die Hauptstadt des Bundesstaates Massachusetts. Vom Old State House aus dem Jahre 1713, dem ältesten öffentlichen Gebäude der Stadt, wurde einst die Unabhängigkeitserklärung verlesen. Heute ist im Gebäude am Freedom Trail („Freiheitspfad“) das Heimatmuseum zu Hause. Im Massachusetts State House sitzt heute der Gouverneur von Massachusetts. Als gigantisch erlebte das Ehepaar die Boston University – so groß hatten die sich das Universitätsgelände nicht vorgestellt. Mit 30.000 Studenten ist sie die viertgrößte private Universität in den Vereinigten Staaten. Ebenso gigantisch, nur auf eine andere Art, präsentierte sich ihnen das Bunker Hill Monument, ein gut 67 Meter hoher Granitobelisk, der einst zu Ehren der Schlacht von Bunker Hill errichtet wurde.

New York, New York!

Dann noch ein Seetag – und zum Schluss das Highlight der Reise: New York – gleich morgens am zehnten Tag der Reise. Der Ausflug gab einen guten Überblick: Beeindruckend war die Besichtigung des Chrysler Building, des 319 Meter hohen und prunkvoll ausgestatteten Wolkenkratzers. Vier Millionen Steine wurden hier verbaut, jede Nacht wird das Gebäude von 350 fleißigen Helfern gereinigt. Nachdenklichkeit kam am Ground Zero auf. Noch heute erinnern sich die Heidrichs an den unfassbaren Terroranschlag von 2001. Direkt gegenüber dem Rockefeller Center besichtigten sie die St. Patricks Cathedral an der 5th Avenue und der 50sten Straße und kamen aus dem Staunen nicht heraus: Schließlich ist die Kirche die größte neugotische Kathedrale in der gesamten USA. Greenwich Village hingegen bot das komplette Kontrastprogramm. Das Künstlerviertel wirkte, als sei die Zeit stehen geblieben. Die New Yorker nennen diesen Stadtteil auch liebevoll „The Village“. Nach einem ereignisreichen Tag hieß es dann langsam Abschied nehmen, denn das Flugzeug trug die beiden am nächsten Tag in Richtung Heimat. Wohin die nächste Kreuzfahrt geht? – Noch ist nichts Konkretes in Planung, doch Reiner und Margot Heidrich schielen mit einem Auge auf eine Ostsee-Kreuzfahrt und mit dem anderen nach Dubai…

 

 

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Daniela Huil
Die Büroleiterin der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale liebt Kreuzfahrten und kann bereits auf unzählige eigens erlebte Kreuzfahrten zurückblicken. Am liebsten genießt Daniela Huil das Kreuzfahrtleben an Bord der Wohlfühlflotte von TUI Cruises. Besonders in Erinnerung bleibt aber die Reise mit der MS Europa 2 von Singapur bis Rangun: "Eine traumhafte Mischung aus Luxus pur auf dem Schiff und unvergesslichen Eindrücken - von der Dynamik Kuala Lumpurs über die religiöse Vielfalt Ranguns bis hin zur Exotik Indiens."

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