Fado-Gesänge auf dem Douro

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© rui vale sousa - shutterstock.com

Portugal – das Land der gefühlvollen Fado-Musik, des Portweins und einer großartigen Vergangenheit. Und wenn man schon einmal da ist, kann man vorab noch ein paar Tage Programm mit Lissabon und weiteren Sehenswürdigkeiten genießen – und sich auf der folgenden Flusskreuzfahrt auf dem Douro auch noch einen Schlenker nach Spanien gönnen.

Die Stadt Lissabon

Lissabon Hafen mit Schiff bei SonnenscheinLissabon – Weltmetropole, Landeshauptstadt und Kulturzentrum. Und trotz dieser Superlative hat die Stadt einen unwiderstehlichen Charme, weil eben alles nicht so ganz perfekt ist: Zu modernen Bürogebäuden gesellen sich verblasste historische Fassaden, die auf den Wachkuss eines reichen Prinzen warten. Pittoresk die kleinen Gassen in der Altstadt, deren Balkone mit Blumentöpfen und Wäscheleinen geschmückt sind. Hier, in dieser Stadt voller Gegensätze, beginnt die Reise. Nach dem Flug und Check-In im Hotel geht es am nächsten Tag auf Erkundungstour. Ihren besonderen Reiz hat die weiße Stadt an der Mündung des Tejo durch ihre Teilung in Unter- und Oberstadt. Während unten das Geschäftsleben stattfindet, pulsiert in der Oberstadt das Nachtleben. Die Stadtrundfahrt zeigt alles Wesentliche: die Catedral Sé Patriarcal, deren Wurzeln im 12. Jahrhundert liegen, das Hironimuskloster im Vorort Belém, das zu den prachtvollsten Bauwerken Portugals zählt, und schließlich das Seefahrerdenkmal mit dem Festungsturm Torre de Belém aus dem 16. Jahrhundert. Lissabon ist voller Historie – und Mythen: Niemand Geringeres als der Gott Odysseus soll die einst mächtige Seefahrerstadt gegründet haben.

Zwischen Kultur und Natur

Lissabon Strand Estoril„Uma bica faz favor“ – zwischendurch muss Zeit für eine Pause mit dem Nationalgetränk der Portugiesen sein, einer Variante des Espresso. Das Wort ist eine Abkürzung von „Beba Isto com Açúcar“ und bedeutet übersetzt: „Trinke dies mit Zucker“ – ein leckerer Koffeinschub.

Im Vorprogramm der Kreuzfahrt steht aber noch mehr auf dem Plan: der Besuch der traditionellen Seebäder Estoril und Cascais an der Costa da Caparica. Hier, zwischen mondänen Hotels und Palmen umsäumten Promenaden, residiert die Haute Volée Lissabons und lässt es sich gut gehen. Ganz anders die Fischerstadt Nazaré etwa 100 km nördlich von Lissabon. Fischfang und -verarbeitung ernähren große Teile der Bevölkerung. Eine weitere wichtige Einkommensquelle ist der Tourismus, der von der Anziehungskraft als alter Wallfahrtsort profitiert. Das auf einem Felsplateau gelegene, historische „Heiligtum unserer lieben Frau von Nazareth“ gab der Stadt einst ihren Namen. Weiter geht es zum wohl berühmtesten katholischen Wallfahrtsort Portugals, zu dem Pilger aus der ganzen Welt anreisen, um für eine Besserung ihrer Krankheiten zu beten: Fatima. Gut vier Millionen gläubige Touristen zählt der Ort pro Jahr. Coimbra bedeutet ein Eintauchen in die Geschichte. Am Rio Mondego gelegen, ist es eine alt-erwürdige Universitätsstadt mit rund 20.000 Studierenden. Übrigens liegt Coimbra in der Region der Dão Weine, den meist roten, samtigen, vollmundigen Tropfen, die zu den Spitzenweinen des Landes zählen.

Gebäudefront auf dem Plaza Mayor in SalamancaNach diesen fulminanten Eindrücken führt der Weg  geradewegs Richtung Norden nach Porto auf das Schiff. Die Infante Don Henrique wartet bereits im Hafen von Porto. Das wird also das schwimmende Hotel für die nächsten sieben Tage sein: 75 m lang, 11 m breit und mit 71 Kabinen ausgestattet. Warm und freundlich wirken die 12 bis 13 qm großen Außenkabinen, die sich über drei Decks verteilen. Die Vollpension Plus an Bord, die auch die meisten Tischgetränke einschließt, sorgt für angenehm niedrige Nebenkosten. Ein großzügiges Sonnendeck und ein behaglicher Salon runden das Angebot ab. Beim Willkommenscocktail lernt man die Crew und die Mitreisenden kennen, die die Kreuzfahrt ohne Vorprogramm gebucht haben.

Landgänge und Entdeckertouren

Am nächsten Morgen ist entweder eine Stadtrundfahrt oder eine Erkundung auf eigene Faust angesagt. Die zweitgrößte Stadt Portugals ist ein besonderer Leckerbissen, wurde ihre Altstadt doch zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt: Die barocke Kirche Igreja Sao Francisco, die mit Azulejos (bemalten Kacheln) kunstvoll verzierte Kathedrale Sé mitsamt dem Bischofspalast und der prächtige Palast der Börse mit seinem arabischen Salon sind Zeitzeugen der vielfältigen kulturellen Einflüsse einstiger Eroberer. Die historische Dom-Luis-Brücke, die zu Vila Nova de Gaia, der Hochburg der Portweine führt, wurde übrigens von einem Schüler Gustave Eiffels entworfen. Wer sich abends ausruhen, aber nicht an Bord bleiben möchte, schließt sich der Lichterfahrt durch die ca. 240.000 Einwohner zählende Stadt an.

Adé Porto –  auf der Fahrt nach Regua gibt es einen ganz besonderen optischen Höhepunkt zu bestaunen: Die Schleuse Carrapatelo ist mit 35 m Höhenunterschied die höchste in Europa. In Regua angekommen, ertönt abends die schon erwähnte Fado-Musik an Bord. Der Gesang ist Ausdruck des tiefsten Seelenlebens und handelt oft von Trauer und Sehnsucht. Von der UNESCO wurde die Musik zum immateriellen Weltkulturerbe ernannt.

 

Idyllischer Luxus und Volksmusik

Douro WeingutDer nächste Tag offeriert zwei Optionen: Entweder an Bord bleiben und vom Sonnendeck aus die Fahrt durch grüne Täler und Weinberge rund um den Douro genießen – oder ein Ausflug nach Villa Real zu den Erzeugern des weltberühmten, süffigen „Mateus Rosé“ Weins. In Pinhão kommen die Ausflügler wieder an Bord, und weiter führt der Kurs nach Barca d’Alva. Der Abend an Bord stimmt schon auf das nächste Ziel ein: Es wird ein Live-Programm mit spanischem Flamenco vom Feinsten geboten. Am nächsten Morgen führt ein Ausflug von Vega de Terrón ins kastilische Salamanca. Das UNESCO Weltkulturerbe hat einiges zu bieten, zum Beispiel die älteste Universität Spaniens: Sie wurde 1218 gegründet und ist als quadratisches Gebäude mit einem Innenhof und umlaufenden Galerien angelegt. Die mit schmucken Barockgebäuden umsäumte Plaza Major von Salamanca gilt als einer der schönsten Plätze Spaniens. Auch Shopping lohnt sich in der spanischen Stadt: Kunsthandwerk, Mode und Accessoires stehen hier hoch im Kurs. Zurück auf dem Schiff, ist das nächste Ziel der Reise Ferradosa. Auf einem Landgut gibt es die Möglichkeit, in die Kultur und den Genuss des portugiesischen Weins einzutauchen. Neben dem Portwein ist die Douro Region mittlerweile auch für exzellente, kräftige Rotweine bekannt. Ebenso befinden sich die Weißweine auf dem Vormarsch.

Von Pinhão aus führt ein Ausflug in die alte Stadt Lamego, die bereits im 7. Jahrhundert zum Bischofssitz ernannt wurde. Die Wurzeln gehen bis in die Römerzeit zurück. Natürlich gibt es hier viele sakrale Bauten zu bewundern, wie etwa die gotische Kathedrale als Hauptkirche des Bistums, der Schrein der Nossa Senhora dos Remédios oder der ehemalige Bischofspalast, der heute ein Museum beherbergt. Fast ist die Kreuzfahrt zuende – die Infante Don Henrique steuert wieder auf Porto zu. Doch noch ist Zeit, die letzten Stunden auf dem Sonnendeck beim Anblick der herrlichen Flusslandschaft zu genießen…

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Thomas Rolf
Den Entdeckergeist hat Thomas Rolf vor vielen Jahren bei sich entdeckt. Schon in der Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann Anfang der 90er Jahre haben es ihm insbesondere Kreuzfahrten angetan. Heute ist er quasi ein wandelndes Lexikon, wenn es um Reisen auf dem Wasser geht. Der heutige Geschäftsführer der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale selbst favorisiert das Mittelmeer für seine persönliche Kreuzfahrten: Und dies aus ganz einfachen Gründen: "Es gibt viele traumhafte Orte zu entdecken und in zweieinhalb Stunden Flugzeit ist man auf dem Schiff."

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