Eine gefühlte Ewigkeit an Bord

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© Victor Shova - shutterstock.com

Jeder erfahrene Kreuzfahrer kennt sie, diese Gesichter, die untrennbar mit einem Schiff oder einer Flotte verbunden sind. Sie arbeiten schon seit vielen Jahren auf hoher See oder auf Flüssen. Stammgäste fühlen sich dadurch wie zu Hause, auch wenn sie in fremden Ländern unterwegs sind. Manchmal folgen Gäste „ihren“ Lieblingsmitarbeitern sogar auf andere Schiffe, um sie wiederzusehen.

Mit herzlicher Umarmung und Schulterklopfen begrüßt man alte Bekannte, mit denen man im Laufe der Jahre viele persönliche Erlebnisse geteilt hat: die Silberhochzeit an Bord, die erste Kreuzfahrt mit der Enkelin oder den 50. Geburtstag. Ohne diese Gesichter der Kreuzfahrt würde jedem Schiff ein entscheidender Faktor fehlen: das Menscheln. Erst begeisterte Mitarbeiter, die für ihre Gäste und das Schiff „brennen“, machen eine Kreuzfahrt zum unvergesslichen Erlebnis. Die Kreuzfahrt-Zeitung unterhielt sich mit drei langjährigen Mitarbeitern verschiedener Schiffe bzw. Veranstalter. Eines haben alle Drei gemeinsam: Sie möchten Menschen glücklich machen.

Er liebt das Gespräch mit den Gästen

© Orlando

Orlando ist Barkeeper auf der Hamburg. Der 42-Jährige liebt den Kontakt und die Unterhaltung mit den Gästen, und das ist auch der Grund, dass er bereits seit 1996 bei dem Schiffscaterer Ligabue unter Vertrag ist. Ursprünglich hatte der Philippine Schiffslogistik studiert und gelangte über den Umweg einer Tätigkeit im Hotel zur Kreuzfahrt. Zunächst wurde er angelernt und stieg mit zunehmender Erfahrung zum Barkeeper auf.

 

Bevor Orlando 2013 auf der Hamburg bunte Cocktailkreationen mixte, arbeitete er auf der Vistamar. Natürlich gab es hier im Laufe vieler Jahre immer wieder freudige Wiedersehen mit Gästen. Nach seiner Zeit auf der Vistamar gönnte er sich eine siebenmonatige Pause in seiner Heimat. Übrigens: Sein Lieblingscocktail heißt natürlich „MS Hamburg“ und besteht aus Rum, Ananassaft und Galliano. Cheers!

Seinen Traum leben

© Christian Aglmaier

Da er als Kind immer schon auf dem „Bayrischen Meer“, dem Chiemsee, unterwegs war, war für Christian Adlmaier der Sprung zu den „richtigen Meeren“ nicht weit. Schon als kleines Kind übte Wasser eine unbändige Faszination auf den Zentralen Koordinator von Phoenix Reisen aus. Und deshalb sollte und wollte ihn die See nicht wieder los lassen.

Bereits seit seiner Jugend wollte er immer etwas mit Reisen zu tun haben. Dieses Ziel verfolgte er hartnäckig und wurde 1984 Reiseleiter bei einem großen deutschen Veranstalter.

Über die ersten „Landstationen“ Fuerteventura und Mallorca ging es dann geradewegs auf sein erstes Kreuzfahrtschiff, die berühmte TS Maxim Gorki. Dort war er fünf Jahre als Reiseleiter und Assistent tätig und wurde 1990, mit 30 Jahren, Kreuzfahrtdirektor auf dem „Klassiker der sieben Weltmeere“.

Im Jahr 2000 ging er für einige Jahre als Chefreiseleiter für Sri Lanka und die Malediven nach Asien, bevor ihn die See wieder zurückrief und er nach einem weiteren Aufenthalt auf TS Maxim Gorki dann 2006 das neue Flaggschiff von Phoenix Reisen, MS Amadea, als Kreuzfahrtdirektor übernehmen durfte. Nach vielen Jahren auf MS Amadea und MS Artania ist er nun als zentraler Koordinator für die gesamte Flotte weltweit unterwegs, um auf den Hochsee- und Flussschiffen zu sehen, was gut läuft und was verbesserungsfähig ist. Hier ist er gleichzeitig Sprachrohr, Mittler und Vertrauensperson.

Seine Zukunftspläne? Solange es geht, will Adlmaier für und mit dem Veranstalter unterwegs sein, um sein „gesammeltes Wissen“ und seine langjährige Erfahrung allen Passagieren, den Mitarbeitern an Bord und Land, den Besatzungsmitgliedern der Schiffe und den Konzessionären rund um den Globus zu Gute kommen zu lassen.

Woher kommt die Begeisterung für das Arbeiten auf Schiffen? „Menschen glücklich zu machen, fast jeden Tag einen neuen Hafen und neue Abenteuer zu erleben und an den schönsten Arbeitsplätzen der Welt, einem sehr anspruchsvollen, aber auch einem sehr beglückenden Beruf nachgehen zu dürfen – ist das, was das Arbeiten an Bord für mich so faszinierend macht. So bin ich in der Tat in der glücklichen Lage, meinen Traum zu leben…“ resümiert Christian Adlmaier.

Als Butler geboren

Lorenzo-Fioto © MSC Crociere

Lorenzo Fioto arbeitet seit seinem 16. Lebensjahr an Bord von Kreuzfahrtschiffen. Der 57-Jährige ist als Chefbutler bei MSC Kreuzfahrten im exklusiven MSC Yacht Club tätig und verantwortlich für ein Team von 23 Mitarbeitern.

Er stammt aus Torre del Greco, eine kleine Stadt am Meer in der italienischen Provinz Neapel. Für ihn ist seine Familie sehr wichtig. Er ist glücklich verheiratet und hat zwei Söhne.

Ein Butler an Bord eines MSC-Schiffes betreut maximal zehn Gäste. Er begrüßt und empfängt die Gäste beim Check-in und packt auf Wunsch ihr Gepäck aus. Er geleitet die Gäste zum Essen oder zum Beispiel ins Theater und kümmert sich um alle Wünsche der Gäste. Dazu gehören etwa die Organisation individueller Landausflüge und Blumen oder Geschenke für die Liebste. Nachmittags serviert er Tee oder auch Snacks auf der Kabine. Generell steht er seinen Gästen für alle Wünsche zur Verfügung und versucht, sie möglich zu machen.

Lorenzo Fioto hat die Regeln eines guten Butlers nicht nur von der Pike auf gelernt, er lebt sie jeden Tag: Immer ein Lächeln auf den Lippen, stellt er sich flexibel auf die Wünsche seiner Gäste ein und liest ihnen idealerweise die Wünsche von den Augen ab, noch bevor diese sie über die Lippen bringen.

Im Vergleich zu seinen Landkollegen kommt Lorenzo Fioto als Butler auf See mit Gästen verschiedenster Nationen in Berührung. Dadurch lernt er immer wieder neue Perspektiven kennen und perfektioniert so stetig seinen Service. Zusätzlich wird jeder Tag vom Meer beeinflusst: Es gibt für ihn keinen „normalen“ Arbeitstag mit geregeltem Ablauf. Viel mehr muss er sich täglich, ja auch stündlich, auf wechselnde Gegebenheiten einstellen. Manchmal gibt es an Bord bestimmte Einschränkungen bei besonderen Gästewünschen – dies spornt seine Kreativität zusätzlich an. Es ist der persönliche Kontakt zu den Gästen, den er besonders an seiner Arbeit schätzt. Fioto: „Ich wurde als Butler geboren und werde auch als Butler sterben!“

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Daniela Huil
Die Büroleiterin der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale liebt Kreuzfahrten und kann bereits auf unzählige eigens erlebte Kreuzfahrten zurückblicken. Am liebsten genießt Daniela Huil das Kreuzfahrtleben an Bord der Wohlfühlflotte von TUI Cruises. Besonders in Erinnerung bleibt aber die Reise mit der MS Europa 2 von Singapur bis Rangun: "Eine traumhafte Mischung aus Luxus pur auf dem Schiff und unvergesslichen Eindrücken - von der Dynamik Kuala Lumpurs über die religiöse Vielfalt Ranguns bis hin zur Exotik Indiens."

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