Eine Flusskreuzfahrt auf der Donau erleben

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© irena iris szewczyk - shutterstock.com

Mit einer Kreuzfahrt auf der Donau lassen sich zehn Länder erleben. Wer an die schöne blaue Donau denkt, kommt an Franz Josef Strauss nicht vorbei. Über die Farbe lässt sich streiten, aber von Passau bis zu seiner Mündung ins Schwarze Meer zeigt die Fluss-Legende durchaus schwungvolle Walzer-Qualitäten.

In Passau, wo Donau, Inn und Ilz sich treffen, beginnt die Flussreise auf der schönen „Sofia“ durch zehn Länder: Einchecken, Koffer verstauen, und bereits am Nachmittag wird voll Vorfreude auf den ersten Höhepunkt abgelegt.

Österreich

Ein Flusstag, und das Ziel Wien ist erreicht – nicht zu vergessen die romantische Wachau, durch die die Donau sich kunstvoll schlängelt. Der Ausflug führt über die Urania zum Schwarzenberg- und Karlsplatz, vorbei am Musikvereinssaal zur Staatsoper. Weiter geht es über die Ringstraße entlang traditionsreicher Prachtbauten wie Parlament, Burgtheater und Universität bis in die Altstadthöfe. Eine Besichtigung des Hundertwasserhauses lässt sich mit einer Kaffeepause im gleichnamigen Galerie-Café verbinden. Oder doch lieber einen Blick in die schicken Boutiquen der berühmten Kärntner Straße werfen? Wer die Wahl hat….

Ungarn

Vom Anleger in Mohacs geht es mit dem Bus zur berühmten Katedrale von Esztergom und dann zu einer wahren Naturschönheit, dem berühmten Donauknie: Der Flussbogen ist von einem malerischen Naherholungsgebiet umgeben. Nächste Station: Das lichterglänzende Budapest: Die prachtvollen Gebäude entlang der Donau, das Parlament, der Heldenplatz und die weltberühmte Kettenbrücke – alles erstrahlt abends in festlichem Glanz! Das dritte und letzte Ausflugs-Ziel im ungarischen Bunde ist Pecs, das fast schon mediterranes Flair versprüht. Kein Wunder, liegt es doch Klima begünstigt am Fuße der Mecsek-Berge. Pecs ist Bischofssitz und Universitätsstadt und gilt mit ihren zahlreichen Baudenkmälern als eine der schönsten Städte Ungarns.

Serbien

Wie eine Hymne auf die Vergangenheit wirkt die zweitgrößte Stadt Serbiens, Novi Sad. Ist hier vielleicht die Zeit in der österreichisch-ungarischen Donaumonarchie stehen geblieben? Fast scheint es so: Neben den Kirchen ist die Festung Peterwardein ein echtes Highlight. Als eines der größten Verteidigungsobjekte Europas wurde sie im 18. Jahrhundert von dem französischen Architekten Vauban erbaut. Von hier ist der Blick auf die Donau einfach unbeschreiblich. An der Stelle, wo Donau und Save sich „küssen“, liegt Belgrad. Zu vielen historischen Stätten fährt der Ausflugsbus: die berühmte Festung „Kalemagdan“, das Bundesparlament und die noch im Bau befindliche größte orthodoxe Kirche der Welt liegen auf dem Weg. Besonders hübsch: Das Viertel „Skardalija“ gilt als das serbische Montmartre.

Auf dem Weg nach Rumänien passiert das Schiff auf seinem Flusstag das Eiserne Tor – einen der imposantesten Taldurchbrüche Europas. Über 100 Kilometer schlängelt sich der Strom durch die Karpaten-Wälder.

Rumänien

Sanft bahnt sich der Bus seinen Weg von Giurgiu durch schier endlose Felder, vorbei an verträumten Bauerndörfern bis hin zur Metropole Bukarest mit ihrer Patriarchenkirche, dem Parlamentspalast (das zweitgrößte Gebäude der Welt) und dem prächtigen königlichen Plast, wo einst das Ende der Herrschaft Ceaucescus eingeläutet wurde. Oltenita lädt am nächsten Tag zu entspannenden Spaziergängen ein – einfach die Seele baumeln lassen – oder die Werft des 30.000-Einwohner-Städtchens bestaunen.

Rumänisches Donaudelta

Das Ausflugsschiff windet sich selbst durch die engsten Kanäle des Deltas. Flora und Fauna gelten europaweit als einzigartig und umfassen eine erstaunliche Vogelwelt mit über 300 Arten. Bulgarien Unvergessen ist Rousse mit seiner Ikonensammlung alter Meister. Dass auch bulgarische Weine köstlich sein können, beweist eine abendliche Probe im „Leventa“. Neben der Altstadt lenkt das zehn Kilometer entfernte Bassarbovo mit seinem Kloster aus dem 16. Jahrhundert die Blicke auf sich – ebenso wie die reizvolle Hügelstadt Veliko Tarnovo. Zum Glück liegt das Schiff zwei Tage in Rousse. Vom bulgarischen Nikopol führt der Ausflug nach Sofia, der rund eine Million Einwohner zählenden Hauptstadt, die voll von sehenswerten Museen und Theatern ist. In der Alexander-Niewski-Katedrale befindet sich die wertvollste Sammlung bulgarischer Ikonen. Am folgenden Abend in Vidin ist Muße für einen Spaziergang. Schön ist die Landschaft überall! Zur Abwechslung folgt ein entspannender Flusstag – und wieder führt die Fahrt durch das Eiserne Tor, das man sich getrost zweimal ansehen kann.

Kroatien

Osijek mit seiner legendären Peter und Paul Kirche ist nur 20 Kilometer von der Donaumündung entfernt. Dass in dieser idyllischen Stadt einmal der Krieg tobte, ist kaum noch zu sehen – alles wurde liebevoll restauriert.

Ungarn

Die Puszta ruft! Nachdem der Bus die Klassiker Budapests wie Matthiaskirche, Fischerbastei und die Stephanskirche im Stadtteil Pest passiert hat, gibt es eine Landpartie in den 50 Kilometer entfernten Nationalpark Kiskunság, in dem der berühmte Salzkuchen mit Schnaps und eine Kutschfahrt auf die Gäste warten.

Slowakei

Bratislava hat sich in den letzten Jahren zu einer bedeutenden Hafenstadt gemausert. Gut erhalten ist die historische Altstadt, die man in aller Ruhe durchstreifen kann. Weiter fährt der Bus vorbei am gotischen Martinsdom, einst die Krönungskirche der ungarischen Könige, dem Rathaus und dem Michaeler Tor, um schließlich die Hügel-kette hinauf zum wieder errichteten Schloss Halt zu machen, von wo aus sich eine überwältigende Aussicht über die Stadt und das Donautal öffnet.

Österreich

Dürnstein ist nicht nur einer der berühmtesten Weinorte der Wachau, sondern auch Ausgangspunkt zu einem wunderbaren Ausflug ins Grüne. Wie ein Gemälde präsentiert sich die Donau in der malerischen Landschaft. Klostergang, Stiftskirche und Kreuzgang stehen auf dem Kulturprogramm. In Krems gibt es viel Zeit zum Bummeln – und für einen Marillenlikör und den ein oder anderen Veltliner.

Bevor das Kreuzfahrtschiff wieder in Passau anlegt, gibt es noch eine Station: Melk. Das Benediktinerstift ist zweifellos der imposanteste Barockbau an der Donau. Festlich wirkt die Stiftskirche mit ihrem Marmorsaal, eindrucksvoll die weltberühmte Bibliothek und die überwältigenden Deckengemälde. Noch ein Blick auf das Donautal – dann heißt es langsam Abschied nehmen.

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Thomas Rolf
Den Entdeckergeist hat Thomas Rolf vor vielen Jahren bei sich entdeckt. Schon in der Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann Anfang der 90er Jahre haben es ihm insbesondere Kreuzfahrten angetan. Heute ist er quasi ein wandelndes Lexikon, wenn es um Reisen auf dem Wasser geht. Der heutige Geschäftsführer der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale selbst favorisiert das Mittelmeer für seine persönliche Kreuzfahrten: Und dies aus ganz einfachen Gründen: "Es gibt viele traumhafte Orte zu entdecken und in zweieinhalb Stunden Flugzeit ist man auf dem Schiff."

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