Die schönsten Städte an der Ostsee

0
448
sonnenuntergang-ueber-klaipeda-an-der-ostsee
© PROSlGN - shutterstock.com

Die Ostsee bietet eine ungeheure Länder- und Kulturvielfalt. Mit dem Bernsteinzimmer, dem Stockholmer Schloss Drottningholm und dem Danziger Krantor nimmt man lebenslange Eindrücke mit nach Hause. Was haben Lech Walesa, Günther Grass und Arthur Schopenhauer gemeinsam? Sie sind Söhne Danzigs. Die Kreuzfahrtschiffe legen allerdings nicht direkt in der Stadt, sondern in Gdingen an. Von dort aus gelangt man entweder mit dem Ausflugsbus oder auf eigene Faust mit dem Zug in einem guten halben Stündchen in die mit viel Liebe restaurierte Stadt, in der überall die Spuren der Hanse sichtbar sind.

Die Rechtstadt war der aktivste von den Stadtteilen und zudem Vollmitglied der Hanse. Nicht umsonst siedelten sich an der Langgasse und dem Langen Markt die wohlhabenden Bürger an, und die Gebäude zeugen noch heute von goldenen Zeiten, so zum Beispiel das Uphagen- Haus, das Löwenschloss, der Artushof,das rechtsstädtische Rathaus und auch die zahlreichenprunkvollen Stadttore. Auch die Altstadt, die früher ein Handwerkerviertel war, bietet attraktive Sehenswürdigkeiten: Die Große Mühle wurde früher von der Wasserkraft des Radaunekanals angetrieben und bewegte 18 Mühlräder. Ganz in der Nähe befindet sich der größte Sakralbau der Stadt, die Katharinenkirche mit ihrem 76 m hohen Kirchturm. Wer eine ruhige Oase sucht, nimmt vom Bahnhof aus den Zug Richtung Sopot nach Danzig-Oliwa. Im prächtigen Oliwa Park befinden sich der Abtspalast und die Kathedrale aus dem 14. Jahrhundert, die mit 107 m als längste in Polen gilt.

Klaipeda

Vom Kreuzfahrtterminal Klaipedas ist man flugs zu Fuß in der Altstadt. Der 200.000 Einwohner zählende Ort liegt an der Mündung des kurischen Haffs in die Ostsee. Die ganze Altstadt ist von historischen Fachwerkhäusern geprägt. Ein einnehmendes Bauwerk ist das klassizistische Theater mit dem dazugehörigen Platz, auf dem sich der Simon-Dach-Brunnen befindet. Da der frühere städtische Friedhof im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde, legte man auf dem immerhin 10 Hektar großen Gelände einen Park mit 117 Skulpturen litauischer Bildhauer an. Bei ausreichender Zeit empfiehlt sich ein Besuch des Delphinariums und Meeresmuseums.

Riga

Man nennt die Stadt nicht umsonst „Paris des Nordens“. In der Altstadt gibt es ein elegantes, hübsch restauriertes Jugendstilviertel. Die Alberta Street etwa ist dem Gründer der Stadt gewidmet und präsentiert sich ihren Besuchern mit üppig dekorierten Gebäuden als Prachtstraße. Das Rigaer Schloss entstand im 14. Jahrhundert am Ufer der Daugava, um die einlaufenden Schiffe im Blick zu haben. Heute ist es Sitz der lettischen Präsidenten und mehrerer Museen. Der Rathausplatz ist nicht nur wegen des gut erhaltenen Stadthauses, sondern auch wegen der Roland-Statue, dem Schutzheiligen der Stadt, und dem Schwarzhäupterhaus, sehenswert. Letzteres diente als Treffpunkt für die Zunft lettischer Kaufleute und wurde zum Stadtjubiläum 2001 neu errichtet. Auch die Roland-Statue ist eine Replik, das im Zweiten Weltkrieg beschädigte Original befindet sich heute in der Petri-Kirche, von deren Turm man einen hervorragenden Blick über die Stadt genießt. Von der einstigen Macht der Kirche zeugt noch heute der Mariendom: 5.000 Gläubige finden in dem Gotteshaus Platz.

Tallinn

Sie ist historisch, die ist lebendig, sie ist zauberhaft: Die estnische Hauptstadt Tallinn nennt man mit Grund „Das neue Prag“. Vom Kreuzfahrtschiff ist man entweder schnell mit dem Taxi oder zu Fuß in etwa 15 Minuten in der Altstadt. Wie stark der Einfluss der Kaufmannschaft einst war, sieht man zum Beispiel an den „Drei Schwestern“: Mitten in der Stadt ließ ein Kaufmann für seine drei Töchter drei nebeneinander stehende Häuser erbauen. Wie in Riga, gibt es auch in Tallinn ein prächtiges Schwarzhäupterhaus. Ferner war das Haus der Großen Gilde für die Versammlung der reichsten Kaufleute der Stadt vorgesehen, worüber es noch heute als Museum Auskunft gibt. Der belebte Rathausplatz der Stadt ist eine Besonderheit, und auch das Rathaus mit seinen Wurzeln im 13. Jahrhundert ist ein Juwel als einzig erhaltenes gotisches Rathaus in Europa. Wie wäre es mit einer Pause im Meisterhof bei einer Tasse Kaffee? Der etwas versteckte Platz in einem Hinterhof der Altstadt ist den Meisterhandwerkern gewidmet und bietet zudem die Möglichkeit, hübsches Kunsthandwerk und Schmuck zu erstehen. Auf dem Domberg thront das trutzige Schloss aus dem 13. Jahrhundert mit dem Turm „Langer Hermann“ als Wahrzeichen.

St. Petersburg

Peter der Große wollte Russland zu einer Seemacht ausbauen. Ursprünglich sollte auf der so genannten Haseninsel nur eine Festung zur Grenzsicherung entstehen, dann wurde es eine ganze Stadt. Die Peter-und-Paul-Festung selbst ist als Sechseck mit sechs Bastionen und zwölf Meter hohen Mauern angelegt. Die Peter-Paul-Kathedrale wurde, wie die gesamte Festung, von dem Schweizer Architekten Domenico Trezzini entworfen und diente – bis auf zwei Ausnahmen – allen Zaren als Grab. Der Leidenschaft des Zaren für die Seefahrt folgend, erhielt die Kirche die Form eines Schiffs. Aus Amsterdam importierte Peter der Große ein Glockenspiel mit 35 Glocken für den Turm – heute sind es insgesamt 140. Ein handfester Grund, nach St. Petersburg zu fahren, ist das Bernstein-Zimmer. Zum Katharinenpalast, der daneben noch eine riesige Kunstsammlung bietet, gelangt man am besten mit dem Ausflugsbus. Im Jahr 2003 wurde die Rekonstruktion des Zimmers, ursprünglich ein Geschenk Friedrichs I. an Peter
den Großen, abgeschlossen. Fotografieren ist verboten, und so wird jeder Eindruck regelrecht aufgesogen, angefangen von den prächtigen Mosaiken über kunstvolle Medaillons, Blattmuster, elysische Deckengemälde und goldene Verzierungen.

Helsinki

Vom Kreuzfahrtanleger geht man etwa 20 Minuten in die Stadt. Nicht verpassen sollte man einen Blick in die Markthalle von 1899, um sich bei den Spezialitäten Appetit zu holen. Vom Marktplatz gelangt man direkt zu einer der Hauptattraktionen der Stadt, dem Senatsplatz. Majestätisch erhebt sich der weiße Dom über den Platz, der von dem  Regierungsgebäude und der Universität flankiert wird. Direkt neben dem Dom kann man in einem der Cafés der Einkaufsstraße Aleksanterinkatu eine Pause einlegen oder shoppen. Tipp: Ab dem Marktplatz finden Schiffsrund-fahrten durch die Inselwelt vor Helsinki statt – auch als Lunchtour.

Stockholm

Auf den Spuren von Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist aus der Stieg Larsson-Roman-trilogie wandelt man auf Touren, die das Stadtmuseum ausgearbeitet hat. Einfach den passenden Stadtplan kaufen oder sich einer Tour (englischsprachig) anschließen – und los geht´s. Mit einer Tageskarte der Wassertaxen (umgerechnet 10 €) kommt man so gut wie überall hin – von der Altstadt „Gamla Stan“ bis zum Vasa-Museum. Leider versank das Kriegsschiff bereits 1628 bei seinem Stapellauf, konnte jedoch geborgen und restauriert werden. Wer den königlichen Häuptern ganz nah sein will, nimmt vom Anleger neben dem Stadshuset, dem Stadskajen, eines der Schiffe nach Schloss Drottningholm aus dem 17. Jahrhundert, in dem heute die Königsfamilie residiert. Seit 1991 gehört der frühere Sommersitz zum UNESCO Weltkulturerbe. Bei schönem Wetter empfiehlt sich ein Spaziergang durch den eindrucksvollen Barockgarten.

Teilen
Daniela Huil
Die Büroleiterin der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale liebt Kreuzfahrten und kann bereits auf unzählige eigens erlebte Kreuzfahrten zurückblicken. Am liebsten genießt Daniela Huil das Kreuzfahrtleben an Bord der Wohlfühlflotte von TUI Cruises. Besonders in Erinnerung bleibt aber die Reise mit der MS Europa 2 von Singapur bis Rangun: "Eine traumhafte Mischung aus Luxus pur auf dem Schiff und unvergesslichen Eindrücken - von der Dynamik Kuala Lumpurs über die religiöse Vielfalt Ranguns bis hin zur Exotik Indiens."

Kommentieren Sie den Artikel

*