Commodore Bernhard Warner verlässt die Brücke

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Commodore Bernard Warner (62), der ranghöchste Offizier der Reederei, gab am 19.04.2011 das Kommando über die Flotte von Cunard Line – bestehend aus der Queen Mary 2, der Queen Elizabeth und der Queen Victoria – ab. Warner, seit 2004 Kapitän des Cunard Flaggschiffs Queen Mary 2 und seit 2007 höchster Dienstgrad der Reederei, fuhr insgesamt 45 Jahre zur See.

Commodore Warner wurde in Yorkshire/Nordengland geboren und war 44 Jahre Offizier zur See, davon 15 Jahre Kapitän. Warners Vater besaß ein kleines Boot in Whitby an der Nordostküste Englands und nahm seinen Jungen oft mit auf Touren, so entwickelte sich Bernard Warners Liebe zur Seefahrt. Whitbys berühmtester Seefahrer war übrigens Kapitän James Cook, der 1760 als erster von diesem Hafen aus zu Expeditionen aufbrach. Kapitän Warner ist ein direkter Nachkomme von Sir Thomas Warner, der den Atlantik schon im 17. Jahrhundert befahren hat. Sir Thomas entdeckte im Jahre 1623 St. Kitts, nahm es im Namen von König James I. in Besitz und wurde dort 1625 erster Generalgouverneur.

Im Alter von acht Jahren wurde Bernard Warner in Terrington Hall, einem Internat nahe York, eingeschult, und besuchte später das Denstone College in Staffordshire. In den Schulferien machte er mit seinem Vater des Öfteren Ausflüge nach Southampton, wo er die großen Kreuzfahrtschiffe jener Zeit zu Gesicht bekam – speziell die „Queen Mary” und die (erste) „Queen Elizabeth” – wie sie in den Hafen der Stadt einliefen. Beeindruckt von diesen Schiffen beschloss der damals Zehnjährige, eine Karriere bei der britischen Handelsmarine anzustreben. Mit 16 Jahren wechselte Warner in die Navigationsschule der Universität von Southampton, um als Vorbereitung auf eine Lehre bei einer der britischen Reedereien für ein Jahr Navigation und Seefahrt zu studieren. Danach trat Warner eine vierjährige Ausbildung zum Offizier auf der Kadettenschule der Reederei P&O Cruises an. 1966 fuhr Bernard Warner erstmals zur See – auf dem 7.000 Bruttoregistertonnen-Schiff „Somali“ von London in den Fernen Osten. Am Ende seiner Kadettenzeit im Jahre 1969 fuhr er zum ersten Mal auf einem Passagierschiff, der „Oriana“. In den frühen Siebzigern war er als Junior Deck Officer an Bord des P&O Schiffes „Iberia” angestellt und erhielt 1975 seinen Kapitänsbrief. Nachdem P&O das Unternehmen Princess Cruises gekauft hatte, fuhr Warner als Senior Officer an Bord der „Pacific Princess” wieder, bekannt aus der TV-Serie „Love Boat”.

1984 wurde Warner zum Ersten Offizier auf der „Royal Princess” ernannt. Während seiner Arbeit an Bord traf Kapitän Warner seine Frau Tina. Die beiden heirateten 1988 und leben heute in Leek Wootton. Sie haben zwei Söhne – Tom und Charles – die ihre Schulferien gerne zusammen mit ihrem Vater an Bord verbringen. 1994 wurde Warner zum Kapitän der „Island Princess” ernannt. Seitdem hat er das Kommando auf sieben verschiedenen Passagierschiffen geführt, bis er nach dem Kauf von P&O Cruises durch den Cunard Mutterkonzern Carnival 2004 Kapitän der Queen Mary 2 wurde. 2007 wurde Warner zum Commodore der Reederei Cunard Line ernannt und trat damit die Nachfolge von Ronald Warwick an.

Cunard Line ist eine der renommiertesten Marken im Bereich der Luxus-Kreuzfahrten. Unter der Flagge der britischen Reederei kreuzen derzeit die 2007 in Dienst gestellte Queen Victoria, die Queen Mary 2, der zur Zeit größte Ocean Liner, und seit Oktober 2010 die neue Queen Elizabeth.

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Thomas Rolf
Den Entdeckergeist hat Thomas Rolf vor vielen Jahren bei sich entdeckt. Schon in der Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann Anfang der 90er Jahre haben es ihm insbesondere Kreuzfahrten angetan. Heute ist er quasi ein wandelndes Lexikon, wenn es um Reisen auf dem Wasser geht. Der heutige Geschäftsführer der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale selbst favorisiert das Mittelmeer für seine persönliche Kreuzfahrten: Und dies aus ganz einfachen Gründen: "Es gibt viele traumhafte Orte zu entdecken und in zweieinhalb Stunden Flugzeit ist man auf dem Schiff."

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