Kreuzfahrt in die Antarktis – Zu Gast bei den Pinguinen

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Kreuzfahrt in die Antarktis im antarktischen Sommer – von November bis März – sind die Gewässer rund um den kältesten Kontinent so weit eisfrei, dass Schiffe bis zur Antarktischen Halbinsel und zum südlichen Polarkreis vordringen können.

Die Natur ist überwältigend: gigantische Tafeleisberge, unzählige Gletscher, wild gezackte Berge. Pinguinkolonien, Robben und Wale lassen jeden ehrfürchtig staunen. Der erste Antarktiseindruck ist ein Geruch. Ein leicht salzig-stechender Windhauch weht von Half Moon Island auf den Süd-Shetlands herüber und kitzelt die Nase. Die Zehntausende von Pinguinen auf den felsigen Hügeln der Insel interessiert es wenig, dass gerade ein Schiff in ihrer Bucht vor Anker geht.

Unberührte Natur

Die rund 1.000 Kilometer lange, oft unruhige Fahrt von der Südspitze Argentiniens zum ersten Vorposten der Antarktis scheint wie ein symbolischer Schnitt zwischen der hektischen realen Welt und diesem unwirklich und märchenhaft wirkenden Kontinent aus Eis und Fels. Rau und unberührt, extrem und unerbittlich ist die Antarktis. Die klare, trockene Luft, die tiefe Stille, das Weiß und Blau der Eisberge und Gletscher, das intensiv schwarzblaue Meer, das Knistern des schmelzenden Gletschereises, das jahrtausende alte Luftbläschen freisetzt, der kräftige Geruch der Pinguinkolonien und das Geschnatter abertausender dieser possierlichen Seevögel lassen die Welt jenseits der Drake-Passage für die Antarktisbesucher verblassen.

Es zählt nur noch das Hier und Jetzt. Flipflops an die Füße, Kamera um den Hals und dann schnell an Land gehen wie bei einer klassischen Kreuzfahrt funktioniert hier freilich nicht. Überhaupt ist auf einer Antarktis-Kreuzfahrt alles etwas anders. Am Ufer warten keine Ausflugsbusse, Taxifahrer und Souvenir-Händler, sondern Schneefelder, ein paar Robben, Tausende von Pinguinen und an manchen Stellen wie hier in Half Moon Bay eine Handvoll Forscher einer argentinischen Antarktis-Basis, die sich in ihrer Einsamkeit über jeden Besucher freuen.

Expeditionen im Eis

Zum Ufer fahren die Passagiere mit Zodiac-Schlauchbooten, gut verpackt in wasserdichter Hose, winddichtem Parka und warmer Mütze. Die Kamera steckt besser in einer Plastiktüte, denn beim Anlanden per Zodiac spritzt schon mal eine ordentliche Ladung salzige Gischt übers Boot. Und auch das Aussteigen durch das eisige Wasser am Ufer ist eine nasse Angelegenheit. Und dann kommt er angewatschelt, der erste Pinguin. Ganz ohne Scheu, fast als würde er einen gar nicht bemerken – was oft tatsächlich der Fall ist, denn die Pinguine sehen nicht besonders gut. Nur wenige Zentimeter vor den Gummistiefeln eines Besuchers bleibt er stehen, reckt den Schnabel nach oben und dreht den Kopf erst nach links, dann nach rechts und wieder zurück.

Hatte der Expeditionsleiter in seinem Einführungsvortrag nicht einen Mindestabstand von fünf Metern verlangt? Der Pinguin scheint diese Regel jedenfalls nicht zu kennen. Den Menschen befällt bei dieser Begegnung große Ehrfurcht und glühende Freude zugleich. Ehrfurcht vor diesem magischen Moment, Freude über die Nähe und scheinbare Vertrautheit mit diesem liebenswerten Tier. Zumindest, bis der Pinguin erkennt, dass sein gewohnter Weg versperrt ist und er sich deshalb eine andere Route suchen muss.

Zurück im südargentinischen Hafen von Ushuaia muss man sich buchstäblich wieder an die Zivilisation gewöhnen. Der Anblick von Autos, Straßen und Häusern wirkt plötzlich fremd, beinahe surreal.

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Antarktis Kreuzfahrten - Aktuelle Angebote

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20. Dezember 2017
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Thomas Rolf
Den Entdeckergeist hat Thomas Rolf vor vielen Jahren bei sich entdeckt. Schon in der Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann Anfang der 90er Jahre haben es ihm insbesondere Kreuzfahrten angetan. Heute ist er quasi ein wandelndes Lexikon, wenn es um Reisen auf dem Wasser geht. Der heutige Geschäftsführer der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale selbst favorisiert das Mittelmeer für seine persönliche Kreuzfahrten: Und dies aus ganz einfachen Gründen: "Es gibt viele traumhafte Orte zu entdecken und in zweieinhalb Stunden Flugzeit ist man auf dem Schiff."

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