„1A“ Holland & Flandern erleben

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© MarinaDa - shutterstock.com

Eine Kreuzfahrt mit der VistaPrima von 1A Vista nach Holland & Flandern bietet neben Grachten- und Windmühlen-Romantik beeindruckende Impressionen moderner Städtebauarchitektur. Dazu gesellen sich faszinierende Einblicke in die bewegte flämische Historie und alle Annehmlichkeiten eines luxuriösen, schwimmenden Hotels.

Einchecken in der Domstadt

Die Einschiffungsformalitäten sind in Windeseile erledigt, und MS VistaPrima verlässt die Domstadt mit Kurs auf Dordrecht. Bis zur Ankunft am nächsten Morgen bleibt ausreichend Zeit, um sich auf dem modernen, elegant eingerichteten Flusskreuzfahrtschiff einzuleben. Die 14 bis 15qm großen Kabinen und 18qm großen Minisuiten sind umfassend ausgestattet (u.a. Flatscreen, Radio, Minibar, Safe, Telefon, Fön, W-LAN zur Benutzung des privaten Laptop / gegen Gebühr) und verfügen über schön gekachelte Badezimmer. Auf dem Ober- und Mitteldeck sind zudem die immer beliebter werdenden  französischen Balkone vorhanden. Das ca. 118.000 Einwohner zählende Dordrecht erhielt 1220 die Stadtrechte und liegt verkehrsgünstig am Kanal Noord, Oude Maas und Dortse Kil. Alternativ zum Ausflug ins „Windmühlen Paradies“ bei Kinderdijk bietet sich ein Spaziergang am Flusskai und den gepflegten historischen Stadtkern an. Nach dem Lunch heißt es wieder „Leinen los“, und die 110m lange Flusslady fährt nach Willemstad. Das malerische, ehemalige Garnisonsstädtchen verfügt über eine gute Portion an mediterranem Flair. Der schöne Yachthafen ist der ideale Ort für einen Abendspaziergang nach einem genüsslichen Dinner. Gegen Mitternacht verlässt das Schiff Willemstad und setzt seine Reise nach Antwerpen fort.

Belgiens Tor zur Welt

Die flämische Schelde-Metropole Antwerpen (ca. 472.000 Einwohner) ist Belgiens Tor zur Welt. Neben dem imponierenden Seehafen hat sich Antwerpen auch als Mode- und Kulturzentrum eine internationale Reputation erworben. Daneben gilt Antwerpen als Welthauptstadt des Diamantenhandels. Die Gäste haben nun die angenehme(!) Qual der Wahl: Entweder den ganzen Tag in Antwerpen verbringen oder einen Ausflug nach Brüssel buchen. Beide Städte haben enorm viel zu bieten. In Antwerpen z.B. ist im Mai 2011 das neue „Museum aan de
Stroom
“ eröffnet worden, und die Liebfrauenkathedrale gehört nach wie vor zum „touristischen Pflichtprogramm“ in Flandern. Andererseits rühmt sich der „Grote Markt“ bzw. „Grand Place“ (franz.) in Brüssel, der schönste Marktplatz der Welt zu sein. Atomium und Königspalast machen die Entscheidung nicht leichter.

Gent und Brügge

Die nächste Destination der einwöchigen Reise, verzaubert mit spätmittelalterlichem Flair. Der Altstadtkern von Gent bietet die ideale Inspiration, um eine gedankliche Zeitreise in längst vergangene Jahrhunderte zu unternehmen. Unbedingt sehenswert sind der Genter Altar in der St. Bavo-Kathedrale und die Gegend um den Graslei (mehr über Gent auf S. 20). Die Kulisse aus Wasser, Zunfthäusern und wehrhafter Grafenburg ist beeindruckend! Noch eine Spur malerischer als die Hauptstadt der Provinz Ostflandern (ca. 243.000 Einw.) und deshalb Flandern-Neulingen zuerst ans Herz zu legen ist Brügge. Die Hauptstadt (ca. 117.000 Einw.) der Provinz Westflandern gehört, dank ihrem gepflegten mittelalterlichen Kern (seit 2000 UNESCO Weltkulturerbe), zahlreichen Baudenkmälern, Kunstschätzen und Grachten (in Brügge „Reien“ genannt) zu den schönsten Städten auf dem Kontinent. Für einen ersten, recht umfassenden Eindruck ist eine Bootsrundfahrt hervorragend geeignet. Danach sollten unbedingt die leckeren belgischen Pralinen probiert werden. Die ausgezeichnete flämische Küche ist weit über Belgiens enge Landesgrenzen hinaus bekannt und gerühmt! Wer sich gegen einen Besuch in der mittelalterlichen Tuchhandelsmetropole entschieden hat, kann die Fahrt der VistaPrima auf dem Gentkanal in Richtung Terneuzen vom Sonnendeck aus erleben. Dabei werden zahlreiche Industriebetriebe und Hochsee-
frachtschiffe passiert. Nachdem die Brügge Ausflügler wieder an Bord eingetroffen sind, setzt das Flusskreuzfahrtschiff seine Fahrt nach Hellevoetsluis fort. Der ehemals bedeutende Marinehafen der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen liegt am Haringvliet. Heute hat er seine wehrhafte Bestimmung verloren und bietet sich für individuelle Spaziergänge an. Während des Lunches heißt es bereits Abschied nehmen von der kleinen Hafenstadt.

 

Spektakuläres Rotterdam

Über die Flüsse Spui und Oude Maas wird Rotterdam erreicht. Die Einfahrt in die Wirtschaftsmetropole, des niederländischen Königreiches, ist zu jeder Tageszeit spektakulär. Die ca. 610.000 Einwohner zählende Stadt besitzt den größten Seehafen Europas und eine prägnante Wolkenkratzer-Silhouette. Dieser verdankt Rotterdam seinen Ruf als Maas Manhattan. Beliebtes Fotomotiv ist das Wahrzeichen der Stadt – die futuristisch anmutende „Erasmusbrücke“. Das Design der Schrägseilbrücke passt optisch hervorragend zu einer Metropole, welche in Punkto moderner Architektur Vorreiter in Europa ist. Wer es lieber traditionell mag, kommt beim Ausflug nach Den Haag & Delft auf seine Kosten.

 

Quirliges Amsterdam

Der nächste Tag ist für die kleinste Weltstadt reserviert. MS VistaPrima hat in Amsterdam (ca. 780.000 Einw.) festgemacht. Die beste Möglichkeit, die berühmte Hafenstadt mit dem ihr eigenen ganz speziellen Charme kennen zu lernen, ist eine Grachten-Rundfahrt. Für Shopping-Fans sind die engen Gassen hinter dem Hauptbahnhof ein wahres Eldorado. An kaum einen anderen Ort in Europa sieht man so viele junge Menschen aus aller Welt, die Straßen bevölkern. Es hat den Anschein, dass Englisch hier vor Niederländisch die Umgangssprache ist! Unbedingt zu empfehlen ist ein Besuch im „Paleis op de Dam“. Das mächtige Bauwerk verrät viel vom Selbstverständnis der Amster-damer Bürger im „Goldenen Zeitalter“. Alternativ werden auch verschiedene Ausflüge ins Umland angeboten. Auf dem Heimweg steht ein Stopp in Arnheim auf dem Programm. Die Stadt (148.000 Einwohner) liegt am Niederrhein und verdankt ihren Bekanntheitsgrad teilweise den traurigen Geschehnissen des 2. Weltkrieges (Brücke von Anheim). In der Gegenwart ist Arnheim ein Kulturzentrum mit vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten. Nach einem festlichen Abend samt Kapitänscocktail und -Dinner endet am nächsten Morgen in Köln das einwöchige Holland und Flandern Intermezzo.

Marc Tragbar

Ausflugs- und Insidertipps:

•    Stadtrundgang in Dordrecht: Sehenswert ist die Grote Kerk
mit der historisch interessanten Innenausstattung und die
zahlreichen maritimen Oldtimer im Hafen.

•    Abendspaziergang in Willemstad: Die pittoreske ehemalige
Festungsstadt lässt sich bequem in einer halben Stunde zu
Fuß erkunden und besitzt einige ausgezeichnete Restaurants.

•   Antwerpen auf eigene Faust: Besuch der Liebfrauenkathe-
drale mit den vier Rubens Meisterwerken, Fotostopp vor dem
Rathaus mit dem Brabo-Brunnen und ein Abstecher zum
Steen
(mittelalterliche Zollburg an der Schelde). Eisenbahn
und Architekturliebhaber sollten den Hauptbahnhof be-
suchen – er ist einer der schönsten Europas („Eisenbahn-
kathedrale“!).

•   Gent: Eine Kaffee- oder Bierpause (Belgien ist ein Paradies
für Biertrinker) an der Graslei. Die spätmittelalterliche Um-
gebung samt imposanten „Gravensteen“ (Burgresidenz der
einst mächtigen Grafen von Flandern) zieht Besucher in ihren
Bann.

•   Besuch der Liebfrauenkirche in Brügge: Grabstätte von Karl
dem Kühnen und Maria von Burgund. Daneben beherbergt
sie die berühmte weiße Madonna von Michelangelo (bedeu-
tendster Kunstschatz Flanderns!).

•   Eine Hafenrundfahrt mit einem Spido-Boot vor der beeindru-
ckenden Kulisse von Maas Manhattan und ein Fotostopp bei
der legendären SS Rotterdam (das ehemalige Flaggschiff der
Holland Amerika Lijn ist jetzt Hotel & Museumsschiff).

•   Rundgang durch das „Achte Weltwunderin Amsterdam
(„Paleis op de Dam“). Das Palais war im 17. Jahrhundert das
größte, nicht sakrale Bauwerk der Welt. In seiner bewegten
Geschichte ist es Rathaus, Justizpalast und Königspalast ge-
wesen.

•   MS VistaPrima: gebaut in 2010, Länge: 110 m, Breite: 11,40 m,
Passagiere: max. 150, Crew: 35 Personen

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Thomas Rolf
Den Entdeckergeist hat Thomas Rolf vor vielen Jahren bei sich entdeckt. Schon in der Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann Anfang der 90er Jahre haben es ihm insbesondere Kreuzfahrten angetan. Heute ist er quasi ein wandelndes Lexikon, wenn es um Reisen auf dem Wasser geht. Der heutige Geschäftsführer der Astoria Kreuzfahrten-Zentrale selbst favorisiert das Mittelmeer für seine persönliche Kreuzfahrten: Und dies aus ganz einfachen Gründen: "Es gibt viele traumhafte Orte zu entdecken und in zweieinhalb Stunden Flugzeit ist man auf dem Schiff."

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